Selbst-Test: Windows 11 installieren

Mo, 22. August 2022, Ralf Hersel

Es gibt Videos, in denen Windows-Anwender ihre ersten Erfahrungen mit einer GNU/Linux-Installation schildern. Unvergessen ist das Scheitern von Linus Sebastian (Linus Tech Tips). Er löschte bei seinem Versuch Steam zu installieren, die Desktop-Umgebung, obwohl im Terminal eine deutliche Warnung angezeigt wurde.

Heute drehe ich den Spiess um, und versuche Windows 11 in einer virtuellen Maschine zu installieren. Vermutlich ahnt ihr, was dabei herauskommen wird. Von dieser Seite habe ich ein ISO-Image heruntergeladen. Meine Erwartung ist, dass ich dieses Betriebssystem problemlos ausprobieren kann.

Die ISO-Datei (Win11_German_x64v1.iso) hat eine Grösse von 5.6 GB. Ich starte GNOME-Boxes und wähle dieses Image für die Installation in der virtuellen Maschine aus. Der VM gebe ich 2 GB RAM und 20 GB Massenspeicherplatz. Obwohl es sich um das Windows 11 Image handelt, meint GNOME-Boxes, dass es eine Windows 10 Installation sei. Die Installation läuft, obwohl ich keinen Produktschlüssel eingeben konnte. Ich warte ... die Installation läuft jetzt seit 10 Minuten. Nach 30 Minuten erscheint diese Meldung:

Mein Notebook ist keine alte Kiste, sondern ein TUXEDO InfinityBook S 17 Gen6 mit einer 11th Gen Intel® Core™ i7-11390H CPU. Vielleicht liegt es an der virtuellen Maschine. Beim nächsten Versuch wählte ich Windows 10 aus, welches von GNOME-Boxes bereits angeboten wird, ohne ein Image herunterladen zu müssen. Das Ergebnis war dasselbe wie bei Windows 11; auch bei Windows 10 hiess es, dass die Mindestanforderungen nicht erfüllt sind.

Dann habe ich Oracle Virtual Box 6.1.36 aus dem AUR installiert. Auch bei dieser virtuellen Maschine erhalte ich die Meldung, dass mein Notebook nicht die Mindestanforderungen für Windows 11 erfüllt. Also habe ich es mit einer Windows 10 ISO versucht, die "nur" 5.5 GB gross ist. Dann habe ich Windows 10 in Virtual Box installiert. An dieser Stelle endete die Übung mit:

Zum Schluss habe ich es noch einmal mit GNOME-Boxes versucht. Jetzt scheint es zu funktionieren, es dauert ewig, die Lüfter meines Notebooks drehen auf 100 %. Windows 10 sagt: "Geräte werden betriebsbereit gemacht 77 %". Ich bin gespannt.

10 Minuten später: 77 %. Warum dauert das so lang? Bei den GNU/Linux-Distros ist man üblicherweise nach maximal 10 Minuten mit der Installation durch und kann das Betriebssystem und die Desktop-Umgebung ausprobieren. Jetzt brühe ich mir einen Tee auf und hoffe, dass das marktführende OS danach endlich fertig installiert ist (der Lüfter läuft immer noch auf Hochtouren).

Wow, es tut sich etwas. Windows sagt "Wir bereiten alles für sie vor. Dies kann einige Minuten dauern. Fast geschafft." Nach einer Stunde Gefrickel kann ich bestätigen, dass man Windows 10 in GNOME-Boxes zum Laufen bringt. Hier ist der Beweis:

Fazit

Es ist möglich, Windows 10 (nicht Windows 11) in einer virtuellen Maschine (GNOME Boxes) zu installieren. Der Installations-Vorgang dauert ca. 30 Minuten. Verwendet man die ISO-Datei von dieser Microsoft-Seite, erhält man eine Test-Version von Windows-Home. Ich nehme an, dass eine vollständige Installation (nicht die Test-Version) noch einige Überraschungen bereithalten würde. Da ich jedoch keine Lizenz für Windows habe, spare ich mir das.

Und was hat das mit GNU/Linux zu tun? Nichts, ich wollte es nur einmal ausprobieren.

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Windows, Distribution, DistroTest, Versuch