Ymuse - der MPD-Player für den Desktop

Mi, 4. Mai 2022, Ralf Hersel

Wer seine Musik über Spotify oder andere Streaming-Dienste hört, kann an dieser Stelle das Lesen beenden. Habt ihr jedoch eine veritable Musiksammlung auf eurer NAS oder SSD liegen, so lohnt sich dieser Artikel für euch. Eine 'veritable' Musiksammlung beginnt bei 10'000 Titeln und ist nach obenhin offen. Möchte man eine solche Sammlung sinnvoll verwalten, lohnt sich die Verwendung einer Software, die diese Aufgabe beherrscht. Ich habe lange Zeit Rhythmbox für diesen Zweck verwendet, bin jedoch vor zwei Jahren auf den 'Music Player Daemon' (MPD) umgestiegen, weil ich meine Musik direkt von der NAS in digitaler Form an die Aktivlautsprecher schicken wollte. Um MPD zu steuern, wird ein MPD-Client benötigt. Dafür kann z.B. Ymuse zum Einsatz kommen.

Über Ymuse habe ich bereits in diesem Artikel berichtet, war aber nicht zufrieden damit. In der Zwischenzeit hat der Entwickler Dmitry Kann den Player zur Version 0.19, mit dem Codenamen 'Ukraine', weiterentwickelt. Dmitry stammt aus Russland, lebt seit 2008 in den Niederlanden, und gibt seiner Softwareversion den Namen 'Ukraine'; das ist ein Statement. Genug der Vorworte; was kann Ymuse?

Meiner Meinung nach trifft eine gute Software genau den Scheidepunkt zwischen 'überladen' und 'wesentliche Funktionen fehlen'. Einen klaren und bescheidenen Auftritt, den man evtl. mit Plugins erweitern kann, habe ich immer gegenüber einer Bloatware bevorzugt. Obwohl Ymuse keine Plugins kennt, erfüllt der Player die ersten Kriterien sehr gut: Der macht, was man braucht.

Was das ist, erklärt Dmitry für die vorherige Version (0.18) in einem 5-minütigen Feature-Video selbst:

Noch einmal kurz zusammengefasst, Ymuse kann:

  • die aktuelle Warteschlange verwalten
  • die gesamte Musik-Bibliothek verwalten (unterstützt: Dateibaum, Genres, Artists, Albums und Playlists)
  • angezeigte Informationen (Spalten) individuell anpassen
  • nach Titel, Autor, Genre, usw. suchen
  • Auswahlen als Playlisten speichern
  • Update und Rescan der gesamten MPD-Bibilothek oder einer Auswahl
  • Umbenennen und Löschen von Elementen
  • Hinzufügen von Auswahlen zu Playlisten

Ich kann Ymuse als MPD-Client empfehlen. Es werden alle Funktionen unterstützt, die man üblicherweise braucht. Zwei bittere Pillen gibt es jedoch: Die Geschwindigkeit ist zwar besser als bei meinem letzten Test, aber immer noch nicht überragend. Die Dauer eines Tracks wird in der Liste immer mit 0:00 angezeigt, obwohl sie laut Player (siehe unten im Screenshot) bekannt ist. Wer seinen Music Player Daemon lieber über das Terminal steuern möchte, dem empfehle ich weiterhin den unschlagbaren MPD-Client ncmpcpp.

Ymuse ist als Snap, oder Binärpaket verfügbar. Dmitry Kann freut sich über Unterstützung, um die Software als Flatpak bereitstellen zu können.

Quellen:

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Musik, Player, MPD, Ymuse, MPD-Client, Software, Dmitry, Ukraine