Anbox - Android Apps auf GNU/Linux

Fr, 27. November 2020, Remo

Anbox ermöglicht es, Android Apps auf deinem GNU/Linux System auszuführen. Dazu packt Anbox das Android Betriebssystem in einen Container, abstrahiert den Hardwarezugriff und integriert zentrale Systemdienste in ein GNU/Linux System. Jede Android-Anwendung wird wie jede andere native Anwendung in das Betriebssystem integriert. Um das zu erreichen, verwendet Anbox Standard Linux Technologien wie Container (LXC), um das Android Betriebssystem vom Host zu trennen. Jede Androidversion ist für diesen Ansatz geeignet, und die Macher von Anbox versuchen, mit der neuesten verfügbaren Version des Android Open Source Projektes Schritt zu halten.

Die folgenden Funktionen bietet Anbox:

  • Open Source - Der gesamte Quellcode ist als Open Source verfügbar und unter den Bedingungen der Apache- und GPLv3-Lizenz lizenziert.
  • Keine Einschränkungen - Da auf Anbox ein ganzes Android System läuft, kann konzeptionell jede Anwendung ausgeführt werden.
  • Sicher - Anbox packt Android Anwendungen in eine dicht verschlossene Box ohne direkten Zugriff auf die Hardware oder deine Daten.
  • Performant - Anbox läuft mit Android ohne Hardware Virtualisierung und überbrückt nahtlos die Funktionen zur Hardwarebeschleunigung.
  • Integriert - Enge Integration mit dem Host Betriebssystem, um eine reichhaltige Funktionspalette zu bieten.
  • Konvergent - Anbox skaliert über verschiedene Formfaktoren hinweg ähnlich wie Android. Sie funktioniert auf einem Laptop und einem Mobiltelefon.

Installation

Die Installation von Anbox auf einem normalen Linux System ist einfach und unkompliziert, solange das System Snaps unterstützt. Aus diesem Grund habe ich Anbox in einer Ubuntu 20.04 VM (mit GNOME Boxes) ausprobiert da ich Fedora nutzte und normalerweise keine Snaps verwende.

sudo snap install --devmode --beta anbox

Apps installieren

Um Apps in den von Anbox bereitgestellten Android Container zu installieren wird derzeit die Sideloading Funktionalität verwendet, die Android zur Verfügung stellt. Dazu muss die Android Debug Bridge (ADB) auf dem Host-System installiert werden.

sudo apt install android-tools-adb

Sobald ADB installiert ist, sind wir bereit, Android Apps zu installieren.

Anbox bietet keine Funktionalität um Android Apps herunterzuladen. Man muss sie von einer anderen Quelle im Internet herunterladen. Viele Open-Source-Projekte bieten auf den Projektseiten eine APK Datei zum Download an. Auf der Website von F-Droid können auch alle Anwendungen als APK heruntergeladen werden. Sobald man das APK Paket hat, kann mit dem folgenden Befehl die App in den Android Container installiert werden:

adb install antennapod.apk

Anwendungen starten

Nun kann über das Anwendungsmenü vom Betriebssystem Anbox gestartet werden.

Sobald Anbox offen ist, kann die zuvor installierte App geöffnet werden.

Uli T.
Geschrieben von Uli T. am 30. Mai 2021

Im Gegensatz zu einigen englischsprachigen Anleitungen hat es hiermit sofort auf dem Ubuntu 20.04 (XFCE) funktioniert. Jetzt habe ich die Canua-App vom DKV (Deutschen Kanu Verband), wo ich Mitglied bin, auch auf dem Linux-PC - in größerem Format als auf dem Smartphone - aufmachen und die nächste Paddeltour planen. ;-)