Audio Konferenzen mit Jam Systems

Di, 9. März 2021, Lioh Möller

Seit der Veröffentlichung der proprietären App Clubhouse erfreuen sich Audio Konferenzen immer grösserer Beliebtheit. Das Konzept ist bestechend einfach. Über die Applikation erstellt der Veranstalter einen Raum und ist damit gleichzeitig selbst Moderator. Er bittet weitere Personen auf die virtuelle Bühne, die sich am Gespräch beteiligen können. Unter Kenntnis des Raumnamens können Teilnehmende der Konferenz als Zuhörer beitreten. Wortmeldungen aus dem Publikum sind ebenfalls möglich.

Ähnliches gibt es mit Mumble bereits seit langem als Freie Software, die Bedienbarkeit ist allerdings nicht annähernd so einfach wie bei Clubhouse.

Tatsächlich scheint also die Kombination aus einem simplen Audio Chat und bestechend einfachen Usability zum Erfolg von Clubhouse beigetragen zu haben.

Dem hat sich nun ein Entwicklerteam aus Wien angenommen und mit Jam Systems eine Alternative als Freie Software veröffentlicht.

Diese kann wahlweise auf dem eigenen Server betrieben werden oder als Cloud Service in Anspruch genommen werden. In Zukunft möchte das Projekt weiter Dienstleistungen anbieten. Dazu gehört neben der optischen Anpassung der Software auch die Möglichkeit eine Instanz unter einem eigenen Domainnamen zu betreiben.

Wir haben Jam Systems in der gehosteten Variante für euch ausprobiert und teilen die Begeisterung, mit der das Projekt beworben wird.

Durch einen Klick auf Start Room auf der offiziellen Homepage, eröffnet ein Moderator eine neue Konferenz. Dabei wird ein zufälliger Link erzeugt, über den andere Teilnehmende den Raum betreten können.

Über das Zahnrad-Symbol am oberen rechten Rand lassen sich weiter Einstellungen vornehmen.

Es empfiehlt sich ein entsprechendes Gesprächsthema zu definieren. In der Beschreibung sind Markdown Formatierungen möglich. Ein optionales Logo für den Raum kann per externer URL eingebunden werden.

Sobald weitere Teilnehmer der Konferenz beitreten, werden diese zunächst im Bereich Audience aufgeführt.

Der neue Teilnehmer kann durch eine Handmeldung darum bitten, am Gespräch teilnehmen zu dürfen.

Der Moderator hat die Möglichkeit, durch einen Klick auf das entsprechende Benutzersymbol die jeweilige Person mit auf die Bühne bitten.

Teilnehmende aus dem Publikum können ausserdem mit einer Auswahl an Emojis auf die Diskussion reagieren.

Damit ist die Grundfunktionalität von Jam Systems bereits erklärt und der Gesprächsrunde steht nichts mehr im Wege. Da die Rechtesteuerung über Cookies realisiert wird, sollte man zumindest zwei Moderatoren für einen Raum bestimmen. Wer beim Beenden des Browsers die vorhandenen Cookies löscht, verliert ansonsten die Moderatorenrechte.

Die Software eignet sich unter anderem für  Podiumsdiskussionen, Jam-Sessions, Debatten, Theaterstücke, Game Sessions, Musicals und vieles mehr.

Quelle: https://jam.systems
Quellcode: https://gitlab.com/jam-systems/jam