Datenschutzbeauftragte sieht rot bei Videokonferenzdiensten

Mo, 22. Februar 2021, Ralf Hersel

Ende letzter Woche hat die Berliner Datenschutzbeauftragte, Maja Smoltczyk, einen Bericht mit den Titel "Hinweise für Berliner Verantwortliche zu Anbietern von Videokonferenzdiensten" veröffentlicht, in dem Videokonferenzdienste hinsichtlich ihrer Datenschutzkonformität bewertet werden. In einer Tabelle werden 23 Dienste mit einem Ampelschema bewertet, wobei sowohl eine rechtliche, als auch eine technische Prüfung durchgeführt wurde.

Bei der rechtlichen Prüfung von 23 Videokonferenzdiensten werden 12 mit rot und 11 mit grün bewertet. Unter den Roten befinden sich die üblichen Verdächtigen wie Zoom, Webex, Google Meet und Microsoft Teams. Eine grüne Bewertung erhielten Dienste, die auf Jitsi oder BigBlueButton basieren und deren Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereitstellen. Die frei verfügbaren Jitsi-Dienste wurden wegen des fehlenden Vertragswerks auch mit rot bewertet.

Bei der technischen Prüfung überzeugten die Dienste von alfaview, OSC BigBlueButton, Werk21 BigBlueButton und Wire Pro. Dabei wurden vier Anwendungsfälle mit unterschiedlicher Risikostufe bewertet: "geringfügig Risiken", "normal schutzbedürftige Inhalte, Gastteilnahme mit geringfügigen Risiken" und "normale Risiken". Für jeden Anwendungsfall wurden 7 technische Prüfkriterien angewandt. Zum vierten Anwendungsfall "hohe Risiken" enthält der Bericht keine Ampelbewertung, sondern eine ausführliche Beurteilung für jeden der Dienste.

Quelle: https://www.datenschutz-berlin.de/fileadmin/user_upload/pdf/orientierungshilfen/2021-BlnBDI-Hinweise_Berliner_Verantwortliche_zu_Anbietern_Videokonferenz-Dienste.pdf

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