DJing mit Mixxx

Fr, 26. Februar 2021, Daniel Schär

Beim Start importiert Mixxx die Musikdateien auf der Festplatte automatisch und zeigt sie dann in einem Browser an. Von da lädt man sie auf die Decks. Wahlweise werden zwei bis vier Decks angezeigt und man sieht bei jedem Deck die Beats und Cue-Punkte mit einer scrollbaren Wellenform und einer Übersichtswellenform für den ganzen Song zum schnellen Suchen.

Nun kann man das Tempo von Songs ändern, ohne deren Tonhöhe zu verändern, oder die Tonhöhe ändern, ohne die Tempo-Synchronisation zu unterbrechen, damit die Songs harmonisch ineinander überspielen. Wenn man einen Mix verlängern muss, während man den nächsten Track vorbereitet, kann man ein Segment mit 4, 8 oder 16 Beats loopen. Damit kann man spontan Remixe mit mehreren Tracks und Loops machen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Man kann auch Cue-Punkte markieren und aktivieren, sodass Loops jedes Mal exakt auf dem Beat starten. 

Bei den Equalizern kann man die Shelves (Steilheit) einstellen und mit der Crossfader-Steuerung kann man entweder schnelle Schnitte oder lange, weiche Überblendungen zwischen den Tracks erzeugen. Ein extrem praktisches Feature ist die automatische Tonarterkennung. Damit kann man Tracks nebst dem Tempo auch gezielt nach Tonart auswählen, um einen nahtlosen Übergang zu erzielen.  

Gleichzeitig bietet Mixxx auch einen Mic-Eingang, den man mit Effekten versehen kann (z.B. Ducking). LV2-Audio-Effekte werden automatisch eingebunden und können auf dem Kopfhörer vorgehört und dann im Masterkanal angewendet werden. Gesteuert wird alles entweder mit Keyboard, der Maus oder noch besser mit einem externen Controller. Hier ein mögliches Setup: 

Der finale Mix kann mit einem Klick entweder lokal aufgenommen oder via Webseite von Mixxx (ein Konto vorausgesetzt) gestreamt werden. Mixxx ist kompatibel mit einer Vielzahl von Musikdateien, wie FLAC, WAV sowie MP3, M4A/AAC, Ogg Vorbis und Opus.

Für Umsteiger von Traktor oder Serato bietet anscheinend die MIXO:BRIDGE eine Möglichkeit, die Tracks, Playlists oder sogar ganze Musikbibliotheken nach Mixxx zu transferieren. MIXO:BRIDGE ist aber laut der Homepage immer noch im Betastadium. 

Mein persönliches Fazit: Mixxx macht grossen Spass. Auch für Einsteiger ist das Programm ziemlich intuitiv, anpassbar und unheimlich reich an Features.

Es empfiehlt sich, das PPA von Mixx für die Version 2.2.4 zu installieren, da in den offiziellen Repos (von Ubuntu) vorerst nur die Version 2.2.3 ist. User werden aufgefordert zum Testen, Übersetzen und Beitragen von Controller mappings für die Finale Version von 2.3.

Englischsprachiges Handbuch: https://manual.mixxx.org/2.2/en/chapters/introduction.html

Bonedo bietet einen Crash-Kurs für Mixxx an: https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/einstieg-in-die-kostenlose-mixxx-dj-software-hardware-installation-und-der-erste-mix.html

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