Rasante Entwicklung beim Digitalgeld

Mo, 12. Oktober 2020, Ralf Hersel

Zentralbanken stellen der Öffentlichkeit seit Hunderten von Jahren als Teil ihrer politischen Ziele vertrauenswürdige Gelder zur Verfügung. Doch die Welt verändert sich. Um sich weiterzuentwickeln und ihre politischen Ziele in einer digitalen Welt zu verfolgen, erforschen die Zentralbanken aktiv die Vor- und Nachteile des Angebots einer digitalen Währung für die Öffentlichkeit (eine "General Purpose" Central Bank Digital Currency (CBDC)).

Die Bank of Canada, die Europäische Zentralbank, die Bank of Japan, die Sveriges Riksbank, die Schweizerische Nationalbank, die Bank of England, das Board of Governors der Federal Reserve und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich haben gemeinsam an einem Bericht gearbeitet, in dem gemeinsame Grundprinzipien und Kernmerkmale eines CBDC dargelegt werden. In diesen Grundsätzen wird betont, dass bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen, damit eine Gerichtsbarkeit ein Verfahren mit einem CBDC in Erwägung ziehen kann. Konkret müssten die Behörden zunächst darauf vertrauen können, dass die Emission die Währungs- oder Finanzstabilität nicht gefährdet und dass ein CBDC mit bestehenden Geldformen koexistieren und diese ergänzen kann, wodurch Innovation und Effizienz gefördert werden.

Die nun dafür definierten vier Grundprinzipien eines künftigen CBDC-Systems lauten:

  • Es muss widerstandsfähig und sicher sein, um die betriebliche Integrität aufrechtzuerhalten.
  • Es muss bequem zu nutzen und mit sehr geringen oder gar keinen Kosten für die Endnutzer verbunden sein.
  • Es muss von angemessenen Standards und einem klaren rechtlichen Rahmen untermauert sein.
  • Es muss dem Privatsektor eine adäquate Rolle einräumen sowie den Wettbewerb und die Innovation fördern.

Ein CBDC, der diese Kriterien solide erfüllt und die von dieser Gruppe festgelegten Merkmale aufweist, könnte ein wichtiges Instrument für Zentralbanken sein, um ihre öffentlichen politischen Ziele zu erreichen. Diese Gruppe von Zentralbanken wird weiterhin zusammenarbeiten und die in dem Bericht dargelegten praktischen Auswirkungen untersuchen.

Quelle: https://www.bis.org/press/p201009.htm