Freedom as a Service

Fr, 30. Oktober 2020, Lioh Möller

Software as a Service ist in aller Munde und wird von den meisten Menschen (ausgenommen Richard Stallman) in irgendeiner Form genutzt. E-Mail, Zusammenarbeit, Video- und Musikstreaming sowie Gaming sind nur einige Beispiele. Doch diese Art von Anwendungen birgt eine Vielzahl von Gefahren. Mit der Eingabe des Benutzernamens und des Kennwortes betritt man einen Raum, in dem man die Kontrolle über die eigenen Daten verloren hat, sofern man nicht selbst Betreiber der Plattform ist.

Ein weiterer Aspekt ist, dass man als Nutzer in der Regel keine Informationen über die Infrastruktur des Dienstes hat. Ob diese sicher konfiguriert worden ist, oder ob Freie Software zum Einsatz kommt, um den Dienst zu erbringen, weiss man in der Regel nicht. Lizenzen wie die AGPL schaffen Abhilfe, denn sie ermöglichen dem Nutzer den Quellcode der Software zu beziehen, auch wenn diese auf einem Server als Dienst betrieben wird. In den allermeisten Fällen, erfährt man allerdings gar nicht, dass AGPL-lizenzierte Anwendungen zum Einsatz kommen. Falls doch ist es äusserst schwierig festzustellen, ob die installierte Software tatsächlich dem entspricht, was als Quellcode veröffentlicht wird.

Eine valide Alternative stellt SelfHosting dar, doch viele Menschen schrecken vor dem Aufwand zurück einen eigenen Server zu betreiben. Auch, wenn dies mit Lösungen wie YunoHost oder FreedomBox jedem gelingen kann.

Oftmals schliessen sich Freunde oder Gruppierungen zusammen und betreiben solche Server gemeinsam. Unter dem Projekt LibreHosters findet man einige dieser Projekte. Auch genossenschaftlich betriebene Hoster können als Basis für den Betrieb der eigenen Cloud dienen.

Unter GNU/Linux stehen zusätzlich für die meisten Anwendungsfälle immer noch Programme zur Verfügung, welche keinen Internetzugang benötigen. Doch spätestens, wenn es darum geht Daten zu teilen oder sich auszutauschen, wird meistens in irgendeiner Form ein Online-Dienst genutzt.

Wenn man allerdings nicht mit der Zeit geht und keine Alternativen angeboten werden, wird Freie Software so wie wir sie kennen und nutzen in Zukunft nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Die Frage ist daher was die Community, Firmen, Politik und letztendlich jeder Einzelne tun kann, um ein Freies Internet zu schaffen und zu erhalten. Freedom as a Service, also eine Cloud die vollständig mit Freier Software läuft und bei der ein Anwender die Kontrolle über die eigenen Daten behält, wäre eine Möglichkeit.

Mehr zu diesem Thema gibt es im nächsten GLN-Podcast zu hören, welcher am 1. November erscheinen wird.