Ein neuer Rechner stand an – und damit die altbekannte Frage: Wie bekomme ich meine Daten, Anwendungen und Einstellungen möglichst schmerzfrei auf das neue Gerät? Aus meinen Windows-Erfahrungen war das immer ein wahres Hexenwerk – mit mehr Problemen als Lösungen.
Aber unter Linux soll ja alles besser sein. Also: Mal sehen.
Dieser Artikel ist keine detaillierte Anleitung, sondern ein Erfahrungsbericht. Für alle, die vor einem ähnlichen Problem stehen, stelle ich das Skript frei zur Verfügung. Zudem übernehme ich keine Haftung, wenn euer Gerät beim Ausführen das Zeitliche segnet – also auf eigenes Risiko.
Das Skript findet ihr hier zum Download auf meinem Codeberg-Repo:
https://codeberg.org/lucasp/Manjaro2Manjaro
Hinweis: Das Skript wurde mittels Vibe-Coding (also mit KI-Unterstützung) erstellt – ein Hinweis für alle, die KI-generierte Inhalte bewusst meiden möchten.
Rahmenbedingungen
Gewechselt wurde von einem Desktop-PC mit Manjaro KDE, 16 GB RAM und Intel-CPU auf einen Laptop mit Manjaro KDE, 32 GB RAM und AMD-CPU. Also identische Distribution und Desktop-Umgebung, aber unterschiedliche Hardware-Architektur.
Vorbereitung
Zuerst habe ich auf dem neuen Gerät Manjaro in der KDE-Version frisch installiert. Wichtig dabei: Den gleichen Benutzernamen wie auf dem alten System verwenden, damit auch das /home-Verzeichnis identisch heißt. Das ist dringend zu empfehlen, da zahlreiche Programme absolute Pfade in ihren Konfigurationen hinterlegen – ein abweichender Benutzername führt sonst zu unnötigen Fehlern.
Backup
Das Skript wird auf dem alten System gestartet und fragt zu Beginn, ob ein Backup oder ein Restore durchgeführt werden soll. Anschließend wird der Zielpfad abgefragt – in meinem Fall ein USB-Stick.
Vor dem eigentlichen Backup zeigt das Skript eine Übersicht der zu erwartenden Datenmenge an, sodass man abschätzen kann, ob der Zielspeicher ausreicht. Gesichert werden anschließend:
- Eine Liste der nativ installierten Pakete (über
pacman) - Eine Liste der AUR-Pakete
- Eine Liste der installierten Flatpaks
- Das Home-Verzeichnis inklusive der Anwendungseinstellungen
- Die Flatpak-Anwendungsdaten aus
~/.var/app - Die Systemkonfiguration aus
/etc(optional beim Restore wiederherstellbar)
Bewusst ausgeschlossen werden Dinge, die ohnehin neu geladen werden können oder unnötig Platz fressen: Caches, Nextcloud-Daten (synct sich neu vom Server), das Android SDK, Python-Virtualenvs, node_modules und auch die lokalen IMAP-Maildaten von Thunderbird. Die Thunderbird-Einstellungen und Logins bleiben dabei aber erhalten – die Mails lädt der Client beim ersten Start ohnehin wieder vom Server.
Auf diese Weise schrumpfte mein Backup von ursprünglich rund 33 GB auf etwa 16 GB.
Restore
Auf dem neuen System wird der USB-Stick angeschlossen und das Skript im Restore-Modus gestartet. Es installiert anschließend automatisch alle Pakete (nativ, AUR und Flatpak) und stellt die gesicherten Daten an Ort und Stelle wieder her.
Nach einem Neustart war alles wieder da: KDE-Theme, Symbole, Hintergrundbild, Anwendungseinstellungen, Browser-Profile, Thunderbird-Konten inklusive Passwörter – schlicht das gewohnte Arbeitsumfeld. Lediglich Nextcloud musste einmalig neu eingerichtet werden (synct dann automatisch), und das Android SDK habe ich über Android Studio neu nachgeladen.
Fazit
Was unter Windows oft tagelange Bastelei bedeutet, war unter Linux mit einem überschaubaren Bash-Skript an einem Nachmittag erledigt. Wer seine Daten und Einstellungen unkompliziert auf ein neues System übertragen möchte – und dabei bei Manjaro (oder einer anderen Arch-basierten Distribution) bleibt – hat damit eine einfache und nachvollziehbare Möglichkeit.
Quelle Titelbild: https://www.pexels.com/de-de/foto/36511002/

Interessante Artikel. Danke dafür. Spannend wäre noch gewesen, einige Details über das Skript zu erfahren, beziehungsweise, wie du es erstellt hast.
Wie im Artikel geschrieben, mittels Vibe-Coding.
Habe einfach meine Anforderungen formuliert und die KI erstellen lassen. Lief einfach auf Anhieb.
Magst Du Dein Prompting mit uns teilen? So als kleine Inspiration. Ich überlege mir, dass dann analog für Linux Mint schreiben zu lassen...
Hallo Lucas,
welchen Chatbot-Anbieter bzw. welches Model hast du verwendet?
Unabhängig davon wie das Script entstanden ist, empfehle ich ShellCheck zu nutzen. Damit fängt man im besten Fall mögliche Probleme ab.
Ich nutze in der Regel Mammouth.ai. In dem Fall hatte ich Claude Opus 4.7 genutzt, mit folgendem Prompt.
Schreibe mir ein Skript für folgendes: Nutze Manjaro (KDE) und möchte alles wichtige auf einen neuen PC umziehen. Also alle Daten aus dem Home Verzeichniss, Installierte Apps (nativ und Flatpak), Einstellungen und Daten der Apps. Schließe große Anwendungsdarten, wie Thunderbird (IMAP), Nextcloud aus. Dort sollen nur die Einstellungen übernommen werden, da die Daten später nachgeladen werden.
Das soll beim Starten fragen ob wiederhergestellt oder gesichert werden soll. Dann soll jeweilige Pfad muss abgefragt werden.
Könntest Du uns Deinen finalen Prompt zur Verfügung stellen?
Ich würde mir das Script/den Prompt gern für einen Umzug eines Mint Systems anpassen.
Vielen Dank im Voraus.
Im Kern kann man dann aber auch einfach eine Sicherung z. B. mit Pika mache, oder? Ist für Anfänger evtl die einfachere Lösung?!
Hallo, warum nicht mit Clonezilla auf die neue Festplatte geklont ?
Da ich Clonezilla ansonsten nicht nutze, war das hier einfach schneller. Zudem konnte der ursprüngliche System während dessen weiter genutzt werden.
Aber ja, wäre auch gegangen.
Ich glaub ich werd alt. Finde es befremdlich und auch erschreckend, dass hier lieber Prompts ausgetauscht werden sollen, statt sich klar zu machen, was hinter der Migration steckt und welches Wissen dazu nötig ist. Das kapiert man ein Mal und kann es dann immer wieder anwenden, statt auf das KI-Glücksspiel zu setzen.
Natürlich sollte man wissen, wie so etwas funktioniert und was dort passiert.
Aber das eine schließt das andere ja nicht aus.
Bei Clonezilla und Co. hat man zwar ein 1:1 Abbild des PC doch das muss nicht immer nur reibungslos verlaufen! Wenn im anderen PC vollkommen anderen Hardware vorhanden ist (Mainboard, Grafikkarte, sowie Wifi- und USB-Adapter) kann es schon mal zu Problemen (vielleicht sogar Boot- und Startprobleme) wegen den falschen Treibern kommen.
Außerdem möchte ich anmerken dass wahrscheinlich täglich tausende Umzüge von alten zu neuen PCs stattfinden und es mir ein großes Rätsel ist, wieso Betriebssysteme oder Desktopumgebungen dafür bisang keine durchgängig funktionierenden Lösungen parat haben. Wozu installiert man sich hundert Programme und kann hunderte an personalisierten Einstellungen in den Programmen und im Betriebsystem treffen, wenn sich diese nicht ohne weiteres auf einem anderen PC duplizieren bzw. replizieren lassen? Eine Kopie der Arbeitsumgebung ist leider nicht vorgesehen / copy of working environment failed! Und das im Jahr 2026.
Du kopierst einfach dein /home/burkhard Verzeichnis. Und das funktionierte auch schon 1993 bei der ersten Debian Ausgabe.
Ein Umzug ist auch immer Gelegenheit zum Aussortieren. Deshalb installiere ich auf einen neuen Rechner nur die Programme , die ich aktuell nutze. Was jeweils nur kurze Zeit in Anspruch nimmt, wenn es nach und nach erledigt wird. Dein Skript importiert leider auch alles was nicht mehr benötigt wird und funktioniert obendrein nur dann, wenn der alte Rechner noch intakt ist.
Eigentlich braucht der Mensch als erstes eine zuverlässige Datensicherung. Das wäre dann auch der Ausgangspunkt der distributionsübergreifend funktioniert und von dem aus auch alte Einstellungen kopiert werden können.