Als Linux-User ist man es gewöhnt für knifflige Situationen schnell eine Lösung zu finden. Und genauso ging es mir kürzlich, als ich zwar meinen Laptop (Modell SurfaceBook) dabei hatte, dessen Webcam leider auch nach Jahren unter Linux nicht unterstützt wird. Nun war ich in der Verlegenheit einen Videoanruf zu tätigen und kam auf die Idee, doch meine Handykamera als Webcam zu nutzen. Eine kurze Recherche und ein freundlicher Tipp aus der Community haben ergeben, dass sich theoretisch ab Android Version 14 das Telefon direkt via USB als Webcam nutzen lässt.
Dazu sollte nach dem Anschliessen des Kabels eine Auswahlmöglichkeit 'Webcam' angeboten werden.
Zumindest auf meinem Gerät mit einem Custom-ROM war dies trotz entsprechender Android-Version nicht der Fall. Möglicherweise muss dieses Feature von den Entwickler_innen des Custom-ROMs für den Build aktiviert werden. Ansätze wie der von Dem hoergen vorgestellte Versuch scrcpy dafür zu nutzen, kamen für mich nicht infrage.
Von DroidCam hatte ich zuvor schon einmal gehört, als ich das Video über das FuriPhone FLX1 Linux-Telefon vorbereitet hatte, für das ich zwei Kameras benötigte. Besonders die direkte Integration in OBS Studio war für diesen Anwendungsfall interessant.
Zu diesem Zeitpunkt konnte mich mir allerdings eine zweite Logitech Streamcam ausleihen und habe das Projekt nicht weiterverfolgt. Doch jetzt bot sich die Gelegenheit DroidCam nochmal genauer anzusehen und in diesem Video möchte ich euch die App kurz vorstellen.
Die Installation besteht aus zwei Teilen, zum einen wird eine Handy-App benötigt, die leider nur im PlayStore verfügbar ist. Um diese anonym ohne Google-Account installieren zu können, habe ich mich für den Aurora-Store entschieden, welcher über F-Droid bezogen werden kann. Ist dies erfolgt, kann mit der Installation des DroidCam Linux-Clients begonnen werden. Wie zuvor erwähnt, gibt es eine Variante, welche sich direkt in OBS Studio integrieren lässt und einen Standalone-Client.
Um den geplanten Video-Call mit Jitsi machen zu können, habe ich mich für die Standalone-Variante entschieden, welche vom Projekt für Debian- und Fedora-basierte Systeme angeboten wird. Damit sich das Handy über das WLAN verbinden lässt, müssen sich beide Geräte im gleichen Netzwerk befinden. Alternativ kann auch hier das Telefon direkt per USB-Kabel angeschlossen werden. Die App bietet einige Einstellungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Angabe der Kamera-Auflösung oder die Bildausrichtung. Sobald sie erfolgreich eingerichtet wurde und die Einstellungen wie gewünscht angepasst wurden kann die so erstellte Kamera einfach in Anwendungen wie Jitsi, welches ich im Firefox Browser nutze, ausgewählt werden.
Für mich stellt DroidCam eine einfache und innovative Möglichkeit dar, ein Handy als Webcam nutzen zu können. Warst du bereits in einer ähnlichen Situation und hast Tipps für die Community, dann teile sie gerne in den Kommentaren.
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Warum kam scrcpy nicht in Frage? Ich hatte das mal behelfsweise genutzt und war eigentlich sehr zufrieden damit.
Es gibt auch Möglickeiten alte Mobiltelefone als Live Remote Video Camera (Babyphon bzw. Überwachungskamera für zu Hause) zu benutzen. Ein Open Source project auf F-Droid ist https://f-droid.org/de/packages/org.avmedia.remotevideocam/ Dazu ein Ratgeber https://mobilsicher.de/ratgeber/f-droid-app-alt-handy-als-live-kamera-mit-remote-video-camera und noch einer mit weiteren Apps https://www.eufy.com/eu-de/blogs/security-camera/how-to-use-an-old-phone-as-a-security-camera
Danke für die Vorstellung, aber ich hatte jetzt eine Open Source App erwartet und keine closed source App, die mit mehr als einer Hand voll Trackern gespickt ist.
Dem Stimme ich zu. 8 Tracker laut Exodus Privacy ist schon sehr extrem. Da bediene ich mich lieber dem Open Source Projekt https://vdo.ninja für das man nicht mal eine App braucht, sondern alles über den Browser funktioniert.