Knappheit an Bauteilen wirkt sich auf Linux Hardware aus

Mo, 22. März 2021, Niklas

In letzter Zeit kommt es immer wieder zu Lieferengpässen bei wichtigen Komponenten für Elektronikartikel aller Art. Durch Engpässe bei Smartphone-CPUs von Qualcomm können Smartphones verschiedenster Hersteller nur in viel geringerer Stückzahl produziert werden. Schon seit Dezember letzten Jahres haben Autohersteller unter fehlenden Chips zu leiden oder mussten sogar die Produktion herunterfahren.

Man hat bereits vor Weihnachten festgestellt, dass in der gesamten Halbleiter-Industrie ein grosser Engpass bevorsteht. Gründe dafür sind zum Beispiel die Einschränkungen durch Corona, ein Brand bei einem grossen japanischen Chiphersteller, Streiks in Frankreich sowie die Tatsache, dass Huawei sehr viele Vorräte aufbaut, um sich vor den US-Sanktionen zu schützen.

Während man von den Problemen zunächst hauptsächlich von den grossen Herstellern hörte, ist inzwischen klar, dass auch der Hersteller PINE64 sehr stark betroffen ist. Das Unternehmen, das vor allem für seine preiswerten Geräte mit vorinstalliertem Linux bekannt ist, kann immer mehr Produkte nicht in der benötigten Stückzahl oder gar nicht mehr produzieren.

Bereits im September gab es Einschränkungen bei PINE64, um genauer zu sein beim Pinebook Pro. Aufgrund von einer erhöhten Nachfrage nach LCD-Displays waren nicht mehr genug für das Pinebook Pro lieferbar. Im Januar verbesserte sich die Situation zunächst etwas, wobei man die Produktion weiterhin nicht fortsetzen konnte, die Preise waren noch zu hoch. Neben dem Pinebook Pro wurde jetzt auch das gleiche Problem für das PineTab genannt.

Im neuesten Blog Beitrag hat sich die Situation allerdings wieder dramatisch zugespitzt. Neben LCD-Displays sind nun auch RAM und eMMC Speicherchips betroffen, gleiches gilt für SoCs. Einfache Transistoren haben bereits Lieferzeiten von 40 Wochen, bei LCD-Displays sind es über 60 Wochen - Die Ankunft liegt dann bereits im Jahr 2022. Auch die Preise für die entsprechenden Bauteile haben sich stark erhöht.

Im Blog gibt PINE64 an, dass sich die Situation zunehmend verschlimmere und kein Ende in Sicht sei. Als Reaktion stellt man den Shop so um, dass nur noch Geräte bestellt werden können, die bereits produziert sind und im Lager liegen. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Zumindest das Pinebook Pro kann wieder in einer begrenzten Stückzahl hergestellt werden, mit einer Preiserhöhung um 20 US-Dollar. Das PineTab wird allerdings auch weiterhin nicht produziert werden, da man hierfür in der aktuellen Situation einen Preis von 150 US-Dollar verlangen müsste. Das entspräche einer Preissteigerung um 50 %.

Quellen:

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