Liebe Bank - so wird das nix

  Lucas Peters   Lesezeit: 3 Minuten  🗪 15 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Freude kam auf, als die Girocard in der Volksbank-App (iOS) angekündigt wurde. Jedoch führte das Ergebnis zu Trauer über die Umsetzung.

liebe bank - so wird das nix

Alles fing an, als die Volks- und Raiffeisenbanken ankündigten, neben „Apple Pay“ mit Mastercard/Visa auf eine eigene Implementierung zu setzen. Dadurch sollte es möglich werden, die Girocard unabhängig von Apple auf dem Handy zu nutzen.

Ja, steinigt mich, dass ich ein Apple-Gerät nutze. Aktuell ist aber kein Wechsel angedacht, da es sonst läuft und nicht alt ist. Darum soll es in diesem Artikel aber auch nicht gehen.

Der Start

Ende 2025 war es dann so weit: Die Funktion wurde für Kunden der Volksbanken freigeschaltet – juhuu.
Also habe ich mich an die Einrichtung gewagt, wo schon die ersten Punkte unstimmig waren.

Zuerst wird man durch einen wahren Bestellprozess gelotst. Man muss das Konto wählen, von dem abgebucht wird, seitenlange AGBs bestätigen, um dann eine Karte „kostenpflichtig“ zu bestellen, welche kostenlos ist.
Ja, es gibt sicherlich einen guten Grund für die kostenlose, kostenpflichtige Bestellung, die Darstellung ist dennoch verwirrend.

Anschließend ist die Bestellung abgeschlossen, dann heißt es erst einmal warten. Ganze zwei Tage hat es gedauert, bis die Karte da war – nein, die kam nicht per Post.
Also die App als Standard hinterlegt und bezahlt, was einfach funktionierte - Wunderbar. Allerdings war es das auch, mit dem positiven Erlebnis.

Und dann?

Ich habe bei derselben Bank noch ein weiteres gemeinschaftliches Konto, dessen Karte ich auch auf dem Handy nutzen möchte. Meine Erwartung war nun nicht, die Karte einer Fremdbank hinzuzufügen – welche Kunden sind schon bei verschiedenen Banken? Das Ökosystem ist doch das Beste, was es gibt, da braucht es nichts anderes (war der Gedanke nun über Apple oder die Volksbank?).

Zuerst stand hier im Artikel, dass es nicht möglich war. Nachdem der Support der Bank mit geantwortet hatte, habe ich die Option gefunden. Dazu geht man nicht in das „Mobile bezahlen“ Menü, wo das ganze drüber eingerichtet wurde. Man muss stattdessen in das Menü „Karten“, wo digitale und physische hinterlegt sind, dort wird eine neue Karte beantragt.
Auch Ansichten, von welchem Konto abgebucht wird, oder weitere Einstellungen: Fehlanzeige.
Auch das Zahlen im Ausland geht, neben Karten von Fremdbanken ebenfalls nicht.

Fazit

Das Ganze macht mich traurig. Da ist eine gute Option vorhanden, um eine Alternative zu den US-Anbietern zu gestalten, und dann so etwas. Aus meiner Sicht ist das Produkt halbfertig, und ja, es gibt bestimmt Gründe dafür. Fakt ist aber, dass viele Nutzer sich das ansehen und merken: Da fehlt einiges – starten dann aber nicht alle halbe Jahr einen neuen Versuch. Diese Nutzer werden also bei den US-Anbietern bleiben.

Somit beginnt die Abwärtsspirale, bis das Ganze vermutlich eingestellt wird.

Falls es dazu Optionen geben sollte, die ich einfach nicht gefunden habe, dann waren diese zu sehr versteckt (wie z.B. das beantragen einer weiteren Karte) – was das Ganze noch schlimmer macht.

Dieser Artikel soll kein reiner Mecker-Artikel sein. Jedoch habe ich großes Potenzial in dieser Funktion gesehen und mich entsprechend darauf gefreut. Traurig ist das Endergebnis eines Produktes, welches es irgendwie durch Freigabeprozesse geschafft haben muss, um an die Kunden ausgegeben zu werden. Mir erscheint es nach einem Produkt, welches nicht genutzt werden soll oder bei dem die Motivation "etwas zu schaffen" auf der Strecke geblieben ist.
Aber ich hoffe einfach mal, dass in absehbarer Zeit eine Version 2.0 kommt, welche dann endlich eine tolle alternative zu Apple Pay ist. Weiter ist es eben eine verspielte Chance für die VR-Banken, diese erneut zu bekommen wird bei vielen Kunden dauern.

Quelle: Titelbild Pexels Foto von cottonbro studio von Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hande-reich-geld-papier-3943735/Foto von cottonbro studio von Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hande-reich-geld-papier-3943735/

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Bezahlsystem, Digitale Souveränität, Ios

Gorden
Geschrieben von Gorden am 2. Februar 2026 um 09:25

Um eine Alternative zu dem US Anbietern zu sein müsste die Zahlung auch Ausserhalb von Deutschland funktionieren. Kann damit wenigstens auch in einem Nachbarland gezhalt werden?

Stefan
Geschrieben von Stefan am 2. Februar 2026 um 13:44

Das ist der Punkt. Solange die Girokart nichtmal innerhalb der "EU" Funktioniert, ist es nur Aktionismus. Natürlich könnte man Easy altarnativen bieten,aber das will man nicht, wie sollten die Poliker denn sonst ihre "Foderungen" begründen?

Auch WERO ist ja so eien Totgeburt, wo man plötzlich genötigt wird sein ganze Konto auf App umzustellen, wenn man es benutzen will.

Aber Fakt ist: Nichtmal echte Reisefreihiet gibt es innerhalb der EU, wer Sozialleistunegn bezieht,muss jeden Auslandaufenhalt beim Amt melden.

Es geht den Parteien um Show,nicht um Lösungen.

Lucas Peters Admin
Geschrieben von Lucas Peters am 2. Februar 2026 um 18:02

Nein. Die Girocard ist eigentlich der neue Name für die EC-Karte. Ein rein deutsches Produkt, welches auch nur hier fuktioniert. Daher haben Bankkarten normalerweise einen Co-Badge, wie z.B: Mastercard. Im Inland zahlst du dann per Girocard, im Ausland läuft das über Mastercard. So gesehen 2 Karten in einer. Da die virtuelle eben nur eine Girocard ist, ist diese im Ausland nicht brauchbar.

Gorden
Geschrieben von Gorden am 2. Februar 2026 um 19:32

Bankkarten sind eigentlich noch mal etwas anderes. Diese funktionieren eigentlich nur an Bankeigenen ATMs und sind nicht für den normalen Zahlungsverkehr gedacht. Aber es scheint da eine Umgangssprachliche Verwaschung zu geben.

Aber zum eigentlich Thema, dann ist es keine US alternative sondern wie immer im Zahlungsverkehr in Deutschland eine Insellösung. Keine Ahnung warum man sich in Deutschland immer so schlecht anstellt, aber dem Ruf im Ausland wird Deutschland gerecht. (Wenn du Zahlungsverkehr Projekte machst, mach es nicht mit Deutschland sonst wird es nix)

Johannes
Geschrieben von Johannes am 2. Februar 2026 um 09:30

Diese Erfahrung, mit halbfertigen Softwarelösungen beglückt zu werden, die auch noch viel zu spät erscheinen, habe ich schon oft gemacht. Meist aus dem deutschen Sprachraum. Egal ob von Banken oder Krankenkassen. Staatlichen Strukturen ähnelnde Organisationen mit Führungspersonal mit dem Horizont aus dem letzten Jahrtausend. Wenn diese Personen hoffentlich als Babyboomer in die unverdiente Rente gehn, bleibt vielleicht noch Zeit, um die digitale Kolonialisierung, zementiert für lange Zeit, abzuwenden.

V wie Vendetta
Geschrieben von V wie Vendetta am 2. Februar 2026 um 13:20

Ja, Software made in Tschörmanie hat zurecht keinen guten Ruf.

Digitale Kolonialisierung abwenden? Mit der von US-Anbietern abhängigen Generation Smartphone, die einen schon komisch ansieht, wenn man komplizierte Wörter wie "Festplatte" und "Speicherort" benutzt? Bin da leider etwas pessimistisch.

onli
Geschrieben von onli am 2. Februar 2026 um 11:16

Hi :) Im Artikel wird nicht klar, was das Problem genau war. Der Absatz unter "und dann?" ist unklar. "Die Erwartung war nun nicht" - was wurde denn dann erwartet?

Kostenpflichtige kostenlose Bestellung ist davon abgesehen verständlich absurd und onboarding in solchen Apps manchmal echt viel zu aufwendig. Ich hatte hier im Umfeld das bei einem sparkassenkonto mitbekommen, wo die verschiedenen Pins völlig verwirrend waren und das ganze nach der Einrichtung bald nicht mehr ging, der Link zum Telefon zum Einloggen scheiterte dann. Normales onlinebanking war das sogar nur.

Lucas Peters Admin
Geschrieben von Lucas Peters am 2. Februar 2026 um 18:00

Das hätte ich tatsächlich etwas besser schreiben können. Zuerst stand im Artikel, dass es nicht möglich war eine weitere Karte hinzuzufügen. Dies hatte sich in letzter Minute durch die Antwort der Bank geändert - es ist möglich nur an einer völlig anderen Stelle in der App. Erwartet habe ich eigentlich eine Alternative zur Apple Wallet :D War wohl nix.

Thomas
Geschrieben von Thomas am 2. Februar 2026 um 20:15

So unterschiedlich sind die Erfahrungen. Mein Konto habe ich ebenfalls bei der VR-Bank. Auf meinem Android-Gerät nutze ich die App Pay von der VR-Bank. Bei mir funktioniert die App gut, die Einrichtung war - soweit ich mich zumindest erinnere - recht einfach und verständlich. Auch konnte ich meine Giro- und meine Mastercard digital bestellen und hinzufügen. Die Bereitstellung der digitalen Karten war auch am selben Tag abgeschlossen und verfügbar - zumindest bei mir.

Das zahlen mit Pay klappt hervorragend, wenn ich mit der Girocard zahlen möchte, muss ich die App nicht mal öffnen. Also, ich bin begeistert und froh, nicht über Apple-Pay oder Google-Pay oder ähnliches zahlen zu müssen. Auch das meine getätigten Ausgaben in der App angezeigt werden, ist ein nettes Feature.

Vielleicht liegen die Probleme ja am iPhone?

Thomas Gutte
Geschrieben von Thomas Gutte am 2. Februar 2026 um 22:27

Meine Girocard benutze ich sowieso nur im Inland und im Ausland benutze ich die Kreditkarte. Also sehe ich darin erst einmal kein Problem. Nun zum Thema: Neben dem Fairphone mit e/OS habe ich eben auch noch ein iPhone, dich es mir nicht erlauben kann Versuche mit Banking-Apps zu machen. Soweit so gut, ich habe Anfang diesen Jahres in der VR-App auch meine Girocard für das mobile Bezahlen freischalten lassen. Es ist nicht ganz so komfortabel wie mit der Kreditkarte über Apple-Pay, hat aber bisher bei allen Zahlvorgängen problemlos funktioniert - es gibt also nichts zu beanstanden. Und nun kann ich auch diese Karte daheim lassen, somit kann ich sie nirgendwo verlieren oder von jemanden stehlen lassen.

Urs Pfister
Geschrieben von Urs Pfister am 3. Februar 2026 um 08:30

Nun ja, was soll dazu gesagt werden. Soll gnulinux.ch Apple-Artikel beinhalten? Haben diese irgendeinen Kontext zu den Themen, worum es hier an sich geht? Offen gesagt, ich sehe diese Zusammenhänge nicht. Auch das Thema, neben ApplePay mit anderer Technologie zahlen zu können, der Zusammenhang zu den Kernthemen ergibt sich mir nicht.

Ich wünschte mir primär den Fokus auf Themen rund um Open Source. Bereits die "Ausweitung" zu "freier Gesellschaft" ist nicht unproblematisch, je nach "Gesinnung" (links, rechts) wird unter freier Gesellschaft dann doch fast zu 100% etwas anderes verstanden. Beispiel: Ob eine eID zu einer freien Gesellschaft führt, dazu habe ich bis heute keine Meinung -- und die Abstimmung zeigte ja auch, wenn 50.x Prozent dafür sind, dann gilt es in einer Demokratie. Bei einer eID kann immerhin angeführt werden, dass die Frage in der digitalen Gesellschaft grundsätzlicher Natur ist.

In diesem Sinn denke ich, dass eine Diskussion (nicht ein einseitiger Pro-Artikel, wie er publiziert wurde!) rund um eine eID eher zu gnulinux.ch passt, als das iPhone, denn letztlich sind die Apple-Geräte nun mal schon verdammt "geschlossen". Der Vermerk des Autors "Ja, steinigt mich..." hilft auch nicht wirklich weiter. In einer offenen Gesellschaft wird niemand (auch nicht gedanklich) gesteinigt, es macht die Sache deswegen aber nicht besser. Weder ist das iPhone offen, noch die besprochene App. Punkt!

Abschliessend würde ich es so sagen, der Fokus sollte auf Open Source liegen, von mir aus können politische Themen ("freie Gesellschaft"), bei der es um Fragen, wie unser Leben in der digitalen Welt ausschaut, auch Platz haben, wenn sie ausgewogen sind (was ich bei der eID jetzt nicht wirklich sah).

Bei reinen Apple-Artikeln sehe ich dies nicht. Wie sagt es sich doch schön: "Schuster/in, bleib bei deinen Leisten". In diesem Sinne, sorry, Apple-Artikel passen nicht wirklich zu dieser Seite. Das ist im Einzelfall jetzt nicht tragisch, aber sollte der Einzelfall Schule machen, doch, dann wäre ich dann irgendwann weg.

Lucas Peters Admin
Geschrieben von Lucas Peters am 4. Februar 2026 um 18:03

Hallo Urs,

danke für deinen Kommentar. Die Aussage kann ich nachvollziehen, sehe das aber anders. Hier geht es auch um "Freie Gesellschaft" und ich denke eine freie Gesellschaft benötigt Zahlungsmethoden, welche unabhängig von dritten Staaten sind (aktuell sind die USA ja besonders im Fokus dazu, damit eben auch MasterCard etc.). Ja die Softwarelösungen der Bank sind nicht Opensource, was zwar wünschenswert wäre, aber aktuell eben nicht ist.

Dennoch handelt es sich dabei um einen Artikel welcher eben eine unabhängigere Alternative zu ApplePay bieten sollte, bzw. um den Wunsch danach. Da ist eine Karte wo nur Händler, Kunde und Bank mitspielt ziemlich das minimum was an Abhängigkeiten erreicht werden kann (außer vielleicht GNU Taler?). Diese kommen hier sogar alle aus dem selben Land, wo man schon von einem Souveränen Teil sprechen kann.

Den Punkt, dass es ein reiner Apple Artikel sei, kann ich nicht nachvollziehen. Ja das Wort findet da sicherlich erwähnung, aber wie gesagt als Rahmenbedingung und nicht als "Oh Apple ist so toll und frei".

Mutant77
Geschrieben von Mutant77 am 3. Februar 2026 um 09:42

Da ich keine banking APP nutze, verstehe ich den Artikel nicht. Aber ich Frage mich auch, was er mit GNU/Linux zu tun hat?

Klaus
Geschrieben von Klaus am 3. Februar 2026 um 12:05

Armer Lucas Peters, letztlich haben dich doch einige gesteinigt, obwohl du darum gebeten hast es nicht zu tun. Das passiert in so aufgeschlossenen, alternativen, ..., FOSS -orientierten Foren schon mal, wenn man von der wahren Lehre abweicht und noch kein150%-tiger ist. Der Weg in die Freiheit muss steinig sein oder es ist der falsche Weg.

Jede Person, die einmal erkannt hat, dass es so mit der digitalen Auslieferung nicht witergehen kann, steht vor einer Mamutaufgabe. Persönlich. Technisch. Finanziell. Dass man sich auch noch sehr viel Wissen aneignen muss, macht es auch nicht einfacher. Jeder von uns startet woanders. Manche, wenige, haben schon früh erkannt, dass es einen Käfig gibt und haben ihn, mehr oder weniger, vermieden.

Die meisten anderen, so wie du und ich, sitzen noch mitten drin, und suchen einen Weg hinaus. Das läuft halt selten gradlienig und Kompromisse sind unvermeidlich. Es gibt ja Altlasten wie kostspieleg Hardware aus eine Zeit, in der man sich noch nicht bewusst war.

Ich finde es gut, dass du versuchst im Rahmen deiner Möglichkeiten deine Abhängigkeiten zu verringern. Und das du bereit bist, über deine Erfahrungen zu berichten. Lass dich nicht beirren. Weiter so.

Lucas Peters Admin
Geschrieben von Lucas Peters am 4. Februar 2026 um 18:05

Danke für deinen Kommentar. Ja es geht sicherlich mehr. Man könnte nun das iPhone und iPad in die Tonne Werfen (und damit eine Stange Geld) und alles auf einmal umziehen. Das ist hier aber eben nicht machbar, wodurch das ganze in verschiedenen Bereichen Schritt für Schritt läuft. Ich denke da hilft jeder Punkt, wo man weniger Abhängig ist - somit war der Wunsch nach einer tollen Umsetzung der digitalen Girocard eben so groß.