Material Shell - das Beste aus zwei Welten

Die GNOME-Extension vereinigt Tiling-Management mit der GNOME-Shell

Fr, 18. September 2020, Ralf Hersel

Es geschieht selten, dass ich von einer Anwendung so begeistert bin wie von der GNOME-Shell Extension Material Shell. Der Entwickler PapyElGringo sagt über sein Werk: "because I want a better desktop experience". Und damit ist er mutig und hat Recht. Die grosse Auswahl an Desktop-Umgebungen für GNU/Linux ist gar nicht so vielfältig wie man meint. Grob genommen, basieren alle populären Desktops auf den uralten Konzepten des Xerox Star User Interface von 1982. Windows 10, MacOS, KDE-Plasma, Cinnamon, Mate, Xfce, LXDE, usw. setzen immer noch auf die alten UI-Paradigmen, die vor 40 Jahren erfunden wurden: Menü, Panel, Icon, Fenster. Lediglich bei der GNOME-Shell kann ich einen Aufbruch zu neuen Ideen erkennen. Ach ja, da gibt es noch die kleine Insel der Tiling-Manager, sozusagen eine Melange zwischen Terminal und Fenster-Paradigma. Material Shell schafft es, das Moderne der GNOME-Shell und die Effizienz der Tiling-Manager zu vereinen.

Um das zu erreichen, teilt die Extension den Bildschirm neu auf. Im oberen Panel erscheinen die Tabs für Anwendungen, die im ausgewählten Workspace laufen. Über den 'Layout Switcher' rechts oben, kann man zwischen verschiedenen Tiling-Anordnungen auswählen bzw. umschalten. Das linke Panel übernimmt vier Funktionen: die Lupe führt zur Suche der GNOME-Shell, darunter befinden sich die Workspaces, also Arbeitsbereiche, in denen sich Anwendungen gruppieren lassen. Links unten im Panel liegen die Notifikationen und der System-Tray.

Die Material Shell kann umfangreich konfiguriert werden und unterstützt die Bedienung mit der Tastatur. Dazu können die einzelnen Funktionen der Extension mit eigenen Tastenkombinationen belegt werden. Es braucht eine gewisse Einarbeitungszeit bis man die Möglichkeiten der Material Shell entdeckt hat; ein Test lohnt sich jedoch auf alle Fälle.

Quelle: https://material-shell.com/