Microsoft 365 an Schulen in Baden-Württemberg?

Die Initiative Digital Souveräne Schule analysiert Stellungnahme des Kultusministeriums

Fr, 28. August 2020, Ralf Hersel

In den vergangenen Wochen stand das Kultusministerium in Baden-Württemberg wegen seiner Vorgehensweise bei der Realisierung einer „neuen“ Bildungsplattform zunehmend in der Kritik. Bislang wurde nicht bestätigt, dass MS 365 ein Bestandteil der Bildungsplattform werden soll. Mit der Stellungnahme vom 27.08.2020 lässt das Kultusministerium zwar offen, ob eine (Vor-)Entscheidung gefallen ist – die Ausführlichkeit mit der anschliessend jedoch auf Aspekte der Verwendung von MS 365 in der Schule eingegangen wird, transportiert sicherlich auch eine Botschaft.

Die Initiative Digital Souveräne Schule hat nun die Stellungnahme des Kultusministeriums analysiert und kommentiert. Diese Analyse könnte man auch als Faktencheck bezeichnen. Im Fazit ihres lesenswerten Beitrags, schreibt die Initiative:

Auch nach der Stellungnahme des Ministeriums bleibt es aus unserer Sicht dabei, dass MS 365 der kleinste gemeinsame Nenner wäre. Die Einführung als zentraler Bausteine einer „Bildungsplattform“ würde echte Medienkompetenz behindern und einem Konzern direkten Zugriff auf unsere Schüler:innen ermöglichen.

Es bleibt aus unserer Sicht unklar, warum das Ministerium die erfolgreiche Strategie mit Moodle und BBB nicht um weitere Dienste wie Matrix, Nextcloud oder Cryptpad ergänzt und die Mailadressen der Lehrpersonen nicht bei einem Anbieter in Deutschland hosten lässt. Ein solches Vorgehen würde den Standort stärken, die digitale Souveränität sowie die Medienkompetenz aller Teilnehmer:innen fördern – und sogar die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag erfüllen.

Quelle: https://digital-souveraene-schule.de/2020/08/27/replik-stellungnahme-kultusministerium/