Muse 4.0 im Kurztest

Do, 29. April 2021, Daniel Schär

MusE (nicht zu verwechseln mit der namensgleichen Rockband), wurde 2010 von Werner Schweer (Begründer der Notationssoftware MuseScore) entwickelt.  Es basiert auf QT5, unterstützt JACK und ALSA und versteht sich mit Plugins in den Formaten DSSI, LinuxVST, VST über DSSI und LV2. 

Am vergangenen Samstag ist nun die finale Version von MusE 4.0 erschienen. Seit der letzten stabilen Version vor neun Monaten hatte das Code-Repository seit der Veröffentlichung von MusE 3.1.1 mehr als 700 Commits.

Hier die Liste der wichtigsten Änderungen seit 3.1.1:

Die neu gestaltete Benutzeroberfläche mit Tabbed UI mit Docks für gängige Utility-Editoren wie Markerliste, Mastertrackliste und Ereignisliste. Ebenfalls erscheint MusE nun in einem neuen dunklen Theme mit vielen grafischen Verbesserungen, und neue Symbolleisten für den schnellen Zugriff auf gängige Operationen. Für viele Menüoperationen gibt es jetzt neu entsprechende Tastaturkürzel. Zuletzt ist auch zu erwähnen, dass es nun ein AppImage für die einfache Installation auf allen Distributionen gibt.

Für die komplette Liste der Änderungen siehe: https://github.com/muse-sequencer/muse/blob/4.0.0/src/ChangeLog

Meine persönliche Einschätzung nach einem kurzen Test: 

Minus:

  • Das Interface ist nicht komplett auf Deutsch übersetzt.
  • Kein dezidierter Mixer
  • Immer noch etwas altbackenes Design, das an Ardour oder Reaper erinnert, wie sie früher mal aussahen (besonders die Icons).

Plus: 

  • dunkles Theme
  • Tabs statt Fenster (wie z.B. bei LMMS)
  • sinnvolle Tastaturkürzel

Fazit: Muse ist von mir aus gesehen vergleichbar mit LMMS, nur etwas angenehmer zu bedienen, aber vom Design und Workflow noch nicht ganz auf der Höhe von kommerziellen Konkurrenten. Die Unterstützung vieler Plugin-Typen, die geringe Grösse und Überschaubarkeit der Oberfläche machen es aber zu einer soliden Einsteiger-DAW. 

Quelle: https://muse-sequencer.github.io/

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