Neues in GNOME 3.38

Di, 28. Juli 2020, Ralf Hersel

Emmanuele Bassi ist langjähriger Entwickler im GNOME-Projekt und hat in einem Interview für das Portal OpenSource.com einige Neuigkeiten für die Version GNOME 3.38 erläutert. Neue Versionen der Desktop-Umgebung erscheinen im halbjährlichen Rhythmus. Das aktuelle GNOME 3.36 erschien im März und die nächste Version 3.38 wird im September 2020 stabil sein. Damit wird sie in vielen Rolling Release Distributionen zum Einsatz kommen, aber auch Bestandteil von Ubuntu 20.10 sein.

Ein mit einem Vektorprogramm gezeichneter Laptop mit GNOME

Eine Änderung, an der zur Zeit gearbeitet wird, ist die Anpassbarkeit des Anwendungsrasters. Im Moment sind die Anwendungen alphabetisch aufgelistet. Zukünftig können sie in beliebiger Reihenfolge angeordnet werden. Ziel ist es, dem Benutzer mehr Kontrolle über die Anordnung der Apps zu geben.

Auch mit dem Übersichts-Layout der GNOME-Shell wird experimentiert. Aktuell gibt es ein Dashboard auf der linken und rechten Seite und Fenster in der Mitte. Die Designer und Entwickler versuchen, das Dashboard zu entfernen, weil es insbesondere für den Einsatz auf Mobilgeräten nicht hilfreich ist. Auf dem Desktop befindet man sich im Querformat, und hat viel horizontalen Platz, um Dinge auf dem Bildschirm anzuordnen. Aber auf dem Handy hat man meistens ein Hochformat mit wenig Platz an den Seiten.

In den GNOME-Einstellungen soll es weitere Funktionen geben. Ein Multi-Tasking-Panel ist in GNOME 3.38 geplant. Einige dieser Einstellungen sind bereits in der GNOME-Anwendung Tweaks vorhanden, und einige davon werden von Tweaks in die normalen GNOME-Einstellungen verschoben. So zum Beispiel die Möglichkeit, die 'Hot Corner' zu deaktivieren, da einige Leute diese Funktion nicht mögen. Auch die Kontrolle über die Benutzeroberfläche soll verbessert werden, wenn es um mehrere Bildschirme geht, z.B. wenn man Arbeitsbereiche auf mehreren Bildschirmen oder nur Arbeitsbereiche auf dem Hauptbildschirm haben möchte.

In die Leistungsoptimierung des GNOME-Desktops wurde in den letzten Versionen viel Arbeit gesteckt. Auch dabei wird es weitere Verbesserungen geben, damit GNOME auch auf leistungsschwachen Systemen, wie dem Raspberry Pi, flüssig laufen kann.

Quelle: https://opensource.com/article/20/7/new-gnome-features