Nützliche GNOME Erweiterungen

Di, 30. März 2021, Frido

Als GNOME-User kann einem die GNOME-Shell schnell langweilig werden oder es fehlen bestimmte Funktionen. Als Lösung für dieses Problem gibt es Erweiterungen für GNOME. Diese werden meist von der GNOME-Community bereitgestellt. Mit verschiedensten Erweiterungen lässt sich so das Erscheinungsbild beliebig ändern.

Im Folgenden erfährst du, welche Erweiterungen die Benutzerfreundlichkeit oder deine Produktivität verbessern können.

1. Dash to Panel

Eine sehr beliebte Erweiterung ist Dash to Panel. Mit dieser Erweiterung verwandelt sich die obere Leiste zu einer größeren mit Icons. Gerade für Nutzer, die von anderen Desktopumgebungen kommen, ist die Leiste mit dem Windows 10 ähnlichen Layout sehr einfach und schnell zu bedienen. Ich selber habe diese Erweiterung ebenfalls lange genutzt und war sehr zufrieden damit. Für Einsteiger der GNOME-Welt ist Dash to Panel auf jeden Fall zu empfehlen. Wenn man stattdessen das Dock statt die Leiste konfigurieren möchte, gibt es auch Dash to Dock.

2. Arc Menu

Das Arc Menu ist eine weitere nützliche Erweiterung für Benutzer, die die Aktivitäten-Übersicht von GNOME nicht mögen. Wenn man diese Erweiterung installiert, bekommt man ein klassisches Menü, wie man es von Xfce, Cinnamon und Co. kennt. Es gibt ausserdem tonnenweise Anpassungsmöglichkeiten und Menü-Stile. Für die, die sich ein traditionelles und anpassungsfähiges Menü wünschen, ist diese Erweiterung auf jeden Fall sehr geeignet.

3. Material Shell

Mit der Material Shell kannst du schnell und einfach deinen Desktop in ein völlig neues Layout umwandeln. Man kann so seine Produktivität erheblich verbessern, indem man zum Beispiel benutzerdefinierte Arbeitsflächen einrichtet. Zudem bietet die Material Shell die Möglichkeit, seine Fenster effizient anzuordnen, ähnlich wie bei Tiling Window Managern. Was das Erscheinungsbild angeht, kann man hier ebenfalls sehr viel einstellen. Meiner Erfahrung nach ist die Material Shell im Alltag leider etwas instabil. Mit häufigen Abstürzen und Fehlern muss man also rechnen. Trotzdem ist die Material Shell auf jeden Fall einen Versuch wert.

4. Top Indicator App

Top Indicator App ist eine Erweiterung, mit der die Anwendungssymbole angezeigt werden. Wenn also eine Anwendung wie Telegram oder Element im Hintergrund läuft, wird ein Icon oben rechts neben der Uhr angezeigt. Das Besondere ist, dass die Menüs von den Anwendungen in GTK-Menüs umgewandelt werden. Bei anderen Erweiterungen, die ich getestet habe, war das nicht der Fall. Für mich als GNOME-User ist diese Erweiterung auf jeden Fall ein Must-Have, damit man Anwendungen, die im Hintergrund laufen, steuern kann.

5. Just Perfection

Die Erweiterung Just Perfection erlaubt es dir, deine gesamte Shell beliebig anzupassen. Mit Just Perfection kannst du unter anderem bestimmte Elemente in der oberen Leiste beziehungsweise der ganzen Shell auszublenden. Das ist besonders praktisch, wenn dir ein bestimmtes Element zu viel Platz wegnimmt oder es dich ganz einfach stört.

Ich habe zum Beispiel mit dieser Erweiterung die Suchleiste in der Aktivitäten-Übersicht entfernt, um Platz einzusparen.

Fazit

Es gibt natürlich viele weitere Erweiterungen für GNOME, und jeder kann selbst eine mitentwickeln. In diesem Artikel habe ich die (für mich) Nützlichsten ausgesucht, die dir die Bedienung des GNOME-Desktops erheblich vereinfachen können.

Welche Erweiterungen findest du am besten? Lass es mich gerne über unsere Kommunikationskanäle wissen!

PraetorCreech
Geschrieben von PraetorCreech am 30. März 2021

Ich versuche ja schon meine Gnome Shell möglichst ohne Erweiterungen zu nutzen, vor allem weil ich die Ideen hinter dem Desktop für sinnvoll und plausibel erachte. Warum aber die Gnome Entwickler die Hintergrundanwendungen unbedingt in den Benachrichtigungsbereich zwingen wollten, und dann auch noch auf ihre Mitarbeit gehofft haben, das verstehe ich bis heute nicht. Ja, wenn ich kein Icon und keinen Counter mit ungelesenen Nachrichten bei Telegram sehe, dann ist das "distraction free", so wie die Gnome Shell sein will, ich kriege aber halt auch nichts mit und ein Messenger kann auf dem Weg seinen Job nicht machen. Klar kann ich das Programm offen halten und auf einen anderen virtuellen Desktop verschieben, das ist aber ein ziemlich uneleganter Workaround für ein Problem, das mir ohne Not eingebrockt wurde. Ich werde mal Top Indicator App ausprobieren, bisher wurde ich mit den von mir getesteten Erweiterungen für den Zweck nicht ganz glücklich. Vielleicht dieses Mal. Und ich hoffe die Erweiterung ist rechtzeitig fit für Fedora 34... noch so ein Grund warum ich das Prinzip von Erweiterungen nicht schätze...

Frido
Geschrieben von Frido am 31. März 2021

Da hast du vollkommen recht. "Top Indicator App" ist deswegen eine meiner wichtigsten Erweiterungen, die ich nach der Installation von GNOME hinzufüge. Ich hoffe, dass die Entwickler von GNOME in dem Optimierungen-Tool eine Funktion bereitstellen, die es erlaubt, ohne Erweiterung die Indikator-Icons in der Taskleiste sich anzeigen zu lassen. Das wird sich aber wahrscheinlich im Laufe der Zeit noch alles verbessern, denke ich.

Author
Geschrieben von am 31. März 2021

Das Konzept der Tray-Icons wird von GNOME strikt abgelehnt, daher wird dies wahrscheinlich nicht kommen. Genaueres kann man hier nachlesen: https://www.omgubuntu.co.uk/2017/09/will-you-miss-gnome-legacy-tray