Orchid Linux

Mi, 29. Juni 2022, Lioh Möller

Wem die Installation und Konfiguration von Gentoo zu aufwändig oder zu kompliziert ist, der kann einen Blick auf Orchid Linux werfen. Das aus Frankreich stammende Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Gentoo für eine grössere Nutzergruppe zur Verfügung zu stellen. Dennoch richtet sich auch diese Distribution nicht an Einsteiger.

Dabei wird versucht, dem Geiste Gentoos treu zu bleiben und möglichst wenige Modifikationen durchzuführen. Lediglich die Installation wird durch vorcompilierte Paketgruppen beschleunigt, welche beispielsweise als KDE Plasma, Xfce, GNOME oder eine Variante mit dwm angeboten werden.

Darüber hinaus werden Tools bereitgestellt, welche die Arbeit mit dem System vereinfachen sollen und zum Beispiel Systemaktualisierungen ermöglichen.

Die Installation selbst ähnelt hingegen aktuell eher einem klassischen Gentoo Installationsvorgang. Es wird weder ein grafisches noch ein textbasiertes Installationsprogramm angeboten und die erforderlichen Schritte müssen manuell durchgeführt werden. Englischkenntnisse werden dazu zwingend vorausgesetzt. Sofern das System einmal auf die Festplatte gebannt wurde, kann es auf Wunsch mit dem sogenannten Tkg-Kernel ausgestattet werden, der Optimierungen insbesondere für das Gaming- und die Desktop-Nutzung enthält. Mithilfe des Kommandos orchid-nvidia lässt sich bei Bedarf auf einfache Weise NVIDIA Treiber installieren.

Viele der enthaltenen Tools sind lediglich Wrapper in Gentoo enthaltene Standardwerzeuge wie emerge oder eix-sync. Ob es sinnvoller wäre, sich direkt mit der Mutterdistribution auseinanderzusetzen und deren Befehle zu erlernen, oder ob man von den Vereinfachungen des Orchid Linux Projektes profitieren möchte, bleibt letztendlich die Entscheidung des interessierten Anwenders. Mittels orchid-transform lässt sich alternativ auch ein bereits installiertes Gentoo in ein Orchid Linux verwandeln.

Quelle: https://orchid-linux.org/en/index.html

Tags

Gentoo, Sourcecode, Compilation, emerge