Schriftartwechsel bei GNU/Linux.ch

  Core-Team   Lesezeit: 2 Minuten  🗪 28 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Unsere Website hat den Font gewechselt. Statt Microsofts Segoe, verwenden wir jetzt Noto. Das war längst überfällig. Wie gefällt euch das neue Schriftbild?

schriftartwechsel bei gnu/linux.ch

Es ist kaum zu glauben, aber wir verwenden bei GNU/Linux.ch seit fast 6 Jahren eine proprietäre Schriftart. Nämlich Segoe UI. Dabei handelt es sich um eine Schriftfamilie der Firma Microsoft, die 2007 mit Windows Vista die Standardschriftart Tahoma als serifenlose Standardschriftart in Windows ablöste und ausserdem die Hausschriftart von Microsoft ist. Da musste erst Froschi um die Ecke kommen, um uns auf diesen Mangel hinzuweisen.

Um genau zu sein, lautete der Font-Family-Eintrag in unserer CSS-Datei so:

"Segoe UI",Helvetica,Arial,sans-serif,"Apple Color Emoji","Segoe UI Emoji","Segoe UI Symbol"

Warum das bisher niemandem aufgefallen ist, können wir uns nicht erklären. Jetzt haben wir diesen Missstand korrigiert. Ab jetzt verwenden wir die Schriftart "Noto Sans" bei GNU/Linux.ch.

Noto ist eine Schriftfamilie von quelloffenen Schriftarten, die einmal alle im Unicode-Standard enthaltenen Schriftsysteme umfassen soll. Ihr Ziel ist, zwischen den verschiedenen Sprachen und ihren Schriftsystemen eine visuelle Harmonie der Schriftgestalt zu erreichen. Wie Open Sans wurde sie auf der Basis der Droid Fonts entwickelt. Die Fonts der Schriftfamilie werden im Auftrag von Google entwickelt und stehen unter der SIL Open Font License.

Noto bietet mehrere Schriftstärken und -breiten in Sans, Serif, Mono und anderen Stilen. Die Noto-Schriftarten eignen sich für eine harmonische, ästhetische und typografisch korrekte globale Kommunikation in mehr als 1.000 Sprachen und über 150 Schriftsystemen.

„Noto” bedeutet auf Lateinisch „Ich schreibe, ich markiere, ich notiere”. Der Name ist auch die Abkürzung für „no tofu”, da das Projekt darauf abzielt, „Tofu” zu eliminieren: leere Rechtecke, die angezeigt werden, wenn für den Text keine Schriftart verfügbar ist.

Vorher/Nachher

Nachdem wir die Schriftart umgestellt haben, ist es für euch schwer, das bisherige Schriftbild mit dem neuen zu vergleichen. Deshalb zeigen wir euch hier einen Vergleich:

vorher

nachher

Seht ihr die Unterschiede? Da ich kein Font-Experte bin, verwende ich jetzt vermutlich die falschen Fachbegriffe.

  • Bei den Glyphen (einzelne Buchstaben) sehe ich kaum Unterschiede, ausser beim Einführungszeichen des Zitats. Das sieht bei Noto viel Sans-iger aus. Evlt. liegt das daran, dass es kein Zeichen, sondern eine Grafik ist.
  • Die Zeichengrösse kommt mir etwas höher vor, obwohl wir daran nichts geändert haben.
  • Offensichtlich ist das breitere Spacing, also der Abstand zwischen den Zeichen. Das führt zu mehr Umbrüchen im Text.
  • Die Texte wirken lockerer, weniger gedrängt und sind leichter zu lesen.

Wie gefällt euch die neue Schriftart "Noto Sans"? Schreibt es bitte in die Kommentare.

Titelbild: https://fonts.google.com/noto

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Noto_Fonts

Tags

Font, Schriftart, Segoe, Noto

HerrThees
Geschrieben von HerrThees am 16. März 2026 um 09:05

Ich mag Noto und seine gewisse Leichtigkeit. :-)

Thoys
Geschrieben von Thoys am 16. März 2026 um 09:27

Hi,

das ist ein gutes Thema. Gleich mal bei mir schauen :-)

Ich finde sie

  1. besser zu lesen
  2. "höher" (empfinde ich genauso)
  3. Zu Beginn dachte ich, dass es etwas un-edler wirkt. Aber das wird die Gewohnheit nach kurzer Zeit richten.

Eure Beispiele als Bild sprechen klar für die neue Schriftart.

Schön, dass ich auch über solche Themen nachdenkt. Schönen Gruß

Miko
Geschrieben von Miko am 16. März 2026 um 10:06

Mir gefällt das alte Schriftbild etwas besser. Es war etwas kompakter, das Neue wirkt dagegen minimal zu groß/breit/leger (evtl. würde schon eine um 0,5/1 reduzierte Schriftgröße Abhilfe schaffen?).

Letztendlich spielen die kleinen Unterschiede aber keine wesentliche Rolle. Quelloffenheit ist auf einer Seite wie dieser natürlich wichtiger. ;-)

stefan
Geschrieben von stefan am 16. März 2026 um 10:15

👍👌

alterknacker
Geschrieben von alterknacker am 16. März 2026 um 10:45

Wenn ich das richtig verstehe hab ihr von Pest (Mircosoft) auf Cholrea (Google) gewechselt. Mir währe es lieber wenn dieser Google-Mist aus allen Linux-Distris veschwinden würde. Bedauerlicherweise lassen sich die Notofonts meist nur umständlich, wenn überhaupt entfernen. Es gibt jede Menge anderer Fonts ohne Konzernhintergrund. Wieso werden diese nicht benutzt?

Charly
Geschrieben von Charly am 16. März 2026 um 20:44

Sehe ich genau so. Gibt doch sicherlich andere Fonts, die man verwenden könnte. Obwohl ich sagen muss, dass der genutzte Font schon gut aussieht.

pit
Geschrieben von pit am 18. März 2026 um 10:52

Wie kommst du zu dieser Behauptung? Einfach mal geraten? Warum schaust du dir das zuvor nicht via Entwicklerwerkzeuge an? => src: url("../font/NotoSans-Regular.woff2") format("woff2");

fr
Geschrieben von fr am 16. März 2026 um 11:23

Na ja, solange die Segoe-Schrift bisher nicht als Webschrift über eine eigene Webfont-Datei eingebunden war (wie jetzt die "Noto") und definiert wurde, daß genau diese zu verwenden ist, hat die wahrscheinlich auch nur der Windows-Besucher gesehen, bei dem "Segoe" als Systemschrift vorhanden ist. Alle anderen - die Linux-Nutzer haben eben ihre Standard-Sans-Serif des Systems zu Gesicht bekommen, die Apple-Nutzer vermutlich "Helvetica" - so wie es in der CSS-Schriften-Liste vorgegeben ist ("Segoe UI",Helvetica,Arial,sans-serif,"Apple Color Emoji","Segoe UI Emoji","Segoe UI Symbol") Diese weist ja den Browser an: Nutze eine der folgenden serifenlosen Schriften, die auf dem System vorhanden ist.

Noto ist jedenfalls keine schlechte Wahl - OpenSans wäre vielleicht auch noch eine gute Alternative.

blackcrack
Geschrieben von blackcrack am 16. März 2026 um 11:27

abhängigkeit von MS wieder ein stentfernt, gut so !

Nxry
Geschrieben von Nxry am 18. März 2026 um 22:12

Stimmt nicht, die gab es auch vorher nicht. Die MS-Schrift war nur die erste in einer Liste mit mehreren Alternativen.

Lenny
Geschrieben von Lenny am 16. März 2026 um 11:27

Wieso habt ihr die Noto Familie nicht mitverlinkt? https://notofonts.github.io/

Fonts lassen sich hier gut testen https://fonttools.github.io/fontspector/ Das ist die Open Source Rust-Version von FontBakery als Web-Version ( siehe https://github.com/fonttools/fontbakery )

Unterschiede sind nur marginal vorhanden. Einfach unglaublich das eine Schriftart Open Source ist und die andere proprietär sein soll.

Tofu
Geschrieben von Tofu am 16. März 2026 um 11:52

👍 Ich nutze Noto Sans Display schon längere Zeit als Standardschriftart.

zeroase
Geschrieben von zeroase am 16. März 2026 um 11:59

Ich will mich ja nicht selbst beweihräuchern, aber im Dezember hatte ich schon mal zart nachgefragt: https://gnulinux.ch/die-richtige-schriftart-finden ;)

Die neue Schriftart gefällt mir jedenfalls deutlich besser! Sie wirkt lockerer, gleichzeitig moderner und ist leserlicher. Meist nutze ich zwar die Leseansicht im Firefox für Artikel aller Art im Netz, auf dieser Seite wird dies von nun an wohl weniger oft zum Einsatz kommen. Eine kleine Änderung mit großer Wirkung! :D

werschreibt
Geschrieben von werschreibt am 16. März 2026 um 12:37

Einer „meckert“ ja immer: Die Vorher-Nachher-Screenshots sind unscharf. Grundsätzlich würde ich für Screenshots kein JPEG-Format empfehlen, sondern PNG, QOI oder (verlustfreies) WebP. Vielleicht hast du die Bilder aber auch runterskaliert, was dann zur Unschärfe führte.

Ansonsten finde ich Noto ganz okay.

Stefan
Geschrieben von Stefan am 16. März 2026 um 12:43

Deutlich besser, Klarer und ruhiger. Leider ist der "vorher/nachher" Vergleich mit Images statt echter Schrift und mit dem "weiß-auf-schwarz" Theme nicht wirklich ideal. Die geringfügig größere Höhe macht die Schrift (in/für meine Augen) auch deutlich angenehmer.

Gute Wahl !

Pia
Geschrieben von Pia am 16. März 2026 um 13:44

Glückwunsch - für mich deutlich einfacher zu lesen, da das Schriftbild wesentlich weniger gedrängt und einfach 'luftiger' wirkt. Vielleicht liegt's aber auch daran, dass ich mittlerweile Ü60 bin :-)))

Jens
Geschrieben von Jens am 16. März 2026 um 14:41

wird bei mir offenbar geblockt, warum auch immer:

Content-Security-Policy: Die Einstellungen der Seite haben das Laden einer Ressource auf https://gnulinux.ch/bl-plugins/prism/js/prism.js blockiert ("script-src-elem"). Content-Security-Policy: Die Einstellungen der Seite haben das Laden einer Ressource auf data: blockiert ("media-src"). 4 schriftartwechsel-bei-gnulinux-ch downloadable font: download failed (font-family: "Noto Sans" style:normal weight:400 stretch:100 src index:0): status=2147500036 source: https://gnulinux.ch/bl-themes/celestia/font/NotoSans-Regular.woff2

Stefan Draxlbauer
Geschrieben von Stefan Draxlbauer am 16. März 2026 um 20:44

Ich fand Noto auch super, bis mir aufgefallen ist, dass das große i und das kleine L gleich aussehen: I vs. l. Was ist was davon? Ich bin Chemielehrer und da sind dann Chlor und Kohlenstoff-Iod gleich. 😱 Für Menschen mit LRS oder so auch schwierig.

Aktuell verwende ich Fira Sans von Mozilla (AI), da hat das kleine L einen "Haken". Gefällt mir nicht, dass es von Mozilla mit ihrem FireSlop ist, aber was besseres durch Linux unterstützte Schriftart habe ich noch nicht gefunden.

aynoS
Geschrieben von aynoS am 16. März 2026 um 21:24

Für gute Unterscheidung von klein-L und groß-i sowie null und oh kann ich unter Linux Cantarell und Atkinson Hyperlegible (https://www.brailleinstitute.org/freefont/) empfehlen.

Robert
Geschrieben von Robert am 17. März 2026 um 01:12

Hm, ich verstehe nun night mit welcher Schriftart ich hier nun browse. Das große I hat nach Veröffentlichung Balken oben und unten zum unterscheiden vom kleinen l.

Wäre schön, wenn auch der Editor die Schrift nutzen könnte?

Froschi
Geschrieben von Froschi am 17. März 2026 um 06:37

Toll!

Detlef
Geschrieben von Detlef am 17. März 2026 um 06:38

ist ok

Simon
Geschrieben von Simon am 17. März 2026 um 18:38

Ich fand die Schriftart vorher sowieso echt doof, und die neue ist Super!

mnt
Geschrieben von mnt am 18. März 2026 um 10:25

Super, der neue Font ist für mich deutlich besser lesbar! Und ein Font unter einer freien Lizenz passt natürlich viel besser zu GNU/Linux.ch :)

Wie schon jemand anders hier bemerkte, verwendet der Kommentar-Editor immer noch den alten Font. Wenn ich das richtig sehe, müsste das in

view-source:https://gnulinux.ch/bl-plugins/zz_snicker/themes/default/snicker.css

korrigiert werden. Vielleicht kann das noch jemand machen?

mnt
Geschrieben von mnt am 18. März 2026 um 10:29

https://gnulinux.ch/bl-plugins/zz_snicker/themes/default/snicker.css war gemeint.

niels
Geschrieben von niels am 18. März 2026 um 13:08

Schrift sieht super aus - Opera Mini auf dem Smartphone. Prima zu Lesen, mit 54 ohne Brille ...

kamome
Geschrieben von kamome am 19. März 2026 um 10:51

Auf jeden Fall besser, wenn man vorher mit Segoe unterwegs war (vermutlich nicht viele hier) – ich würde den Webfont rausschmeißen und die Regel etwas erweitern (aber dennoch übersichtlich halten):

font-family: "Noto Sans", system-ui, sans-serif;.

Dann muss die Schrift nie runtergeladen werden, wer sie hat, verwendet sie, wer nicht, verwendet die Systemschrift, sonst (sollte ein Browser system-ui nicht kennen) die Standard-Sans-Serif. Oder Ihr lasst den Webfont (hoffentlich im Cache), aber nehmt wenigstens das sans-serif noch mit dazu.

Hesti
Geschrieben von Hesti am 19. März 2026 um 18:57

Ein bischen mehr ohne Microsoft. Und sowieso eine Verbesserung