Wer Dateien im lokalen Netzwerk teilen möchte, hat sehr viele Möglichkeiten. Da gibt es:
- SSH
- einen File-Server
- einen Cloud-Speicher (z. B. Nextcloud)
- LocalSend
- RustDesk
- über einen Messenger
- GSConnect (KDEConnect)
- um nur einige Möglichkeiten zu nennen.
Einige davon sind Umwege, die eine Internet-Verbindung voraussetzen. Doch es gibt auch eine direkte Möglichkeit, die (vermutlich) in allen Desktop-Umgebungen vorhanden ist: Das Teilen eines Ordners in der Dateiverwaltung. Beim GNOME-Desktop kommt standardmässig GOME-Dateien (aka. Nautilus) zum Einsatz. Darin gibt es (auch standardmässig) den Ordner "Öffentlich". Klickt man darauf, sieht man das:
In der Info-Box erfährt man, was zu tun ist, nämlich die Dateifreigabe über die "Freigabe-Einstellungen" zu aktivieren. Ein Klick auf die Schaltfläche führt zu einem Kapitel in den Systemeinstellungen:
Wie ihr seht, kann hier eine allgemeine Dateifreigabe, oder der Zugriff auf Medien-Dateien im lokalen Netzwerk freigegeben werden.
Bei der allgemeinen Dateifreigabe handelt es sich um den oben erwähnten Ordner "Öffentlich". Man bekommt eine Freigabe-Adresse (dav://ralf), kann den Zugriff mit einem Passwort sichern und unten den LAN/WLAN-Zugriff erlauben (was automatisch geschieht, sobald man den obersten Schalter umlegt).
So weit, so einfach. Doch nun beginnen die Probleme.
Zugriff auf den freigegebenen Ordner
Nun starte ich ein zweites Notebook im lokalen WLAN, nämlich mein Testgerät mit CachyOS. Von dort möchte ich auf den freigegebenen Ordner zugreifen. Dort öffne ich den GNOME-Dateimanager. Ausgerüstet mit der Dateifreigabe-Adresse, sollte das ohne Probleme möglich sein.
Meinem Instinkt folgend, gebe ich in Nautilus oben in das Pfad-Feld die Freigabe-Adresse ein: dav://ralf.
Tja, das war wohl nichts. Nun gut, dann versuche ich es über eine Netzwerk-Verbindung. Ihr ahnt es:
Mit "dav" kann Nautilus nichts anfangen. Der Dateimanager kennt nur: afp, ftp, ftps, nfs, smb, sftp und ssh. Da mir nun die Ideen fehlen, versuche ich es mit der GNOME-Hilfe. Yeah, sucht man dort nach "Dateifreigabe", findet sich ein Kapitel dazu. Dort erfährt man, dass das Paket "gnome-user-share" installiert sein muss, was bei mir der Fall ist. Ansonsten gibt es dort keine weiteren Informationen, die ich nicht schon kenne. Insbesondere erfährt man nichts darüber, wie auf einen freigegebenen Ordner vom anderen PC aus zugegriffen werden kann.
Da ich mit Bordmitteln nicht weiterkomme, befrage ich das Internet. Dort habe ich im Ubuntuhandbook diese Anleitung gefunden, mit der ich auch nicht weiterkomme. Zielführende Informationen habe ich nicht gefunden. Nun gebe ich auf und hoffe auf eure Unterstützung.
Wurde das Teilen von Ordnern in GNOME abgeschafft? Muss man einen Geheimvertrag unterzeichnen, damit es wieder funktioniert? Ich weiss es nicht.
Nachtrag
Vielen Dank an alle, die in den Kommentaren oder im HELP-Raum zur Lösung dieses Problems beigetragen haben. Wobei "Lösung" das falsche Wort ist. GNOME, bzw. Nautilus, installiert nicht alle nötigen Pakete, um einen WebDAV-Zugriff im Netzwerk zu ermöglichen. Es fehlt das Paket gvfs-dnssd, wie man hier nachlesen kann. Nach dessen Installation, wird das WebDAV-Protokoll im Dateimanager angeboten:
Wer das Paket für das GNOME virtual file system (gvfs) installiert, hat ausserdem keine Probleme mehr mit Nextcloud-Verbindungen, die man über GNOME-Konten eingebunden hat. Doch leider funktioniert der Zugriff auf Ordnerfreigaben im lokalen Netzwerk bei mir weiterhin nicht. Glaubt mir, ich habe alle Varianten ausprobiert:
- dav://ralf
- davs://ralf
- dav:///ralf
- dav+sd://ralf
Eigentlich sollte eine solche Freigabe automatisch in Nautilus im Netzwerk-Ordner erscheinen, was bei mir nicht der Fall ist. Somit gebe ich den Versuch der direkten Freigabe von Ordnern im LAN vorerst auf.
Titelbild: https://pixabay.com/photos/internet-content-portal-search-315132/







Hallo Rlf,
(Archlinux)
Nautilus - Install the gvfs and gvfs-dnssd packages. In Nautilus choose "connect to server" and enter the address with dav:// or davs:// protocol specified...
Grüße Klaus.
Bar jeder Ahnung meinerseits –ich habe mir einen gebrauchten Mini PC verschafft, nur weiß ich nicht, ob ich mir den RAM noch werde leisten können– habe(!) selbst also gar kein 'richtiges' LAN mit verteilten Dateien, ...evtl. fehlt Dir das Paket "davfs2".
Womöglich hilfreich: https://wiki.foxtom.de/index.php/WebDAV/Client#Verbindung_über_Dateimanager
Viel Glück!, ... und vielleicht sollte ich es ja selber mal probieren :D
Benötigst du für dein Setup eine spezielle Art von RAM, oder gibt es da eine andere Hürde? Solange es nicht um Hardware für Server oder KI-Training geht, finde ich die Preise zwar hoch, aber noch im Rahmen – kein Vergleich zum damaligen GPU-Preisschock. Für einen Mini-PC reichen meist auch weniger als 32 GB aus, und wie man sieht, sinken die Preise aktuell sogar tendenziell wieder: https://www.3dcenter.org/artikel/speicherkrise-preisindex-maerz-2026
Wohl eher ein kleines Preisrauschen keine Senkung meiner Meinung nach. Ich finde den Preis schon sehr hoch, da er zur Zeit gleich viel oder mehr als eine CPU kostet. Wann waren GPUs so einer Preissteigerung unterworfen?
Hallo Ralf, ich benutze unter LM den Captain der Nautilus ... "nemo" und verbinde damit per davs: problemlos mein Online-Drive. Als Erweiterung ist "nemo-share" installiert Grüße MotzNix
Ich hoffe es kommt noch eine Art Auflösung / Erlärung und ob es an CachyOS lag. Wieso funktionieren solch fundamentale Dinge eigentlich nicht OOTB (Out Of The Box) oder setzen Expertenwissen voraus? Interessant ist wieder einmal das es bei Linux Mint einfach funktioniert.
Die Serie "Ralf regt sich auf" ist sehr gut und könnte auch "Showstopper für Linux auf dem Desktop" heißen.
gegebenenfalls musst du hinter ralf noch .local, .lan oder .home angeben.
Mir gefällt deine Serie Ralf Regt sich auf. Allerdings hätte ich gerne immer wenn du vor FOSS Software verzweifelst, dass du auch ein Issue publizierst. Du machst das bei den meisten Artikeln und beim einen oder anderen bin ich schon hin und habe dem Ticket ein upvote oder ein 👍 spendiert. Aber beim Nextcloud Rechteproblem und diesem hier fehlt das. Beim hier beschriebenen Problem bin ich auch schon gescheitert und habe dann wieder auf sftp gesetzt.
Moin, ist samba keine Option ?
Nautilus müsst "gio" zum mounten von wevDAV verwenden. Vielleicht fehlen hier noch Abhängigkeiten? https://wiki.ubuntuusers.de/gio/
Funktioniert das mounten ggf direkt mit gio im Terminal:
gio mount dav://adress/public; gio open $_Es könnte natürlich auch sein, dass der webDAV server (über Nautilus) nicht richtig eingerichtet wird.
@Ralf: Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen überrascht, dass Gnome-Nautilus einen webDAV-Server nutzt, um einen Ordner zu teilen. Im Hintergrund braucht es hierfür einen laufenden Apache-Server, nebst einiger Module und eine vergleichweise aufwendigen und fehleranfälligen Konfiguration.
In Nemo (welches auf Nautilus basiert) wird zum Teilen standardmäßig nur smb:// angeboten.