Serie: Ralf testet Plasma - Teil 4

Fr, 1. Oktober 2021, Ralf Hersel

Die Fülle an Einstellmöglichkeiten in KDE Plasma kann hervorragend genutzt werden, um den Desktop an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. In Teil 3 habe ich geschrieben, dass mir am Aussehen und Verhalten ein paar Dinge nicht gefallen. Nun gilt es diese zu ändern, wobei man von KDE Plasma gut unterstützt wird.

Ich mache mir meine Welt, wie sie mir gefällt.

Beim Theming habe ich mich für das dunkle Thema 'Breath2 Dark 2021' entschieden. KDE bietet einem acht Designvorschläge an, worunter sich jedoch nur 2 dunkle befinden. Allerdings ist es möglich, eine Vielzahl weiterer globale Designs herunterzuladen, was direkt in den Systemeinstellungen möglich ist. Obwohl ich das gewählte Thema etwas zu dunkle finde, habe ich es aus Zeitgründen dabei belassen.

Des Weiteren habe ich die Fensterdekoration von Breeze auf Plastik umgestellt, weil mir die Vorgabe etwas zu klein und schlecht erkennbar erschien. Nun habe ich fettere Schalter zum Maximieren/Minimieren/Schliessen von Fenstern. Das ist auch noch nicht optimal, aber immerhin.

Eingangs habe ich die gute Unterstützung von KDE Plasma beim Einrichten des Desktops erwähnt. Ein Beispiel dafür ist der Menüpunkt 'Alternativen anzeigen', der an verschiedenen Stellen vorhanden ist, zum Beispiel beim Startmenü. Im Screenshot sieht man, dass vier unterschiedliche Varianten für das Startmenü zur Auswahl stehen. Ich habe mich für das klassische Anwendungsmenü entschieden.

Wie man sieht, habe ich das Panel an den oberen Rand verschoben; kein Wunder bei einem GNOME-Fanboy. Dann wurden alle (für mich) überflüssigen Miniprogramme aus dem Systray entfernt. Funktionen wie 'Desktop zeigen', 'Virtuelle Desktops', 'Aktivitäten' brauche ich nicht. Die Höhe der Kontrolleiste (Panel) habe ich von 45 auf 40 reduziert; besser gesagt, wollte ich reduzieren. Hier sind nur ungerade Werte erlaubt. Ganz zufrieden bin ich mit dem Panel nicht, ich finde das Grössenverhältnis zwischen den App-Starter Icons und den Systray-Icons nicht gut. Die einen sind zu gross, die anderen sind zu klein. So wie ich KDE Plasma bisher kennengelernt habe, kann man auch das konfigurieren, falls man die Einstellung findet.

In der vorherigen Folge habe ich über den Anwendungsumschalter gejammert. Die Seitenleiste mit den Vorschaubildern war mir zu gross und ungewohnt. Insbesondere das Umschalten in der Vertikalen hat mich irritiert. Dank sachdienlichen Hinweisen aus der Community, habe ich den Systemeinstellungen unter Fensterverwaltung, Anwendungsumschalter die Stelle gefunden, an der man sich eine andere Darstellung aussuchen kann. Dort gibt es ca. 15 Optionen, wie der Umschalter aussehen kann. Das ist typisch für KDE Plasma, nicht kleckern, sondern klotzen.

Jetzt gefällt mir mein Desktop schon recht gut, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Dank der unendlichen Einstellmöglichkeiten von KDE Plasma sollte jeder Anwender das optimale Aussehen und Verhalten der Arbeitsumgebung erreichen können. Die Frage ist, ob man das möchte, oder lieber auf gute Vorgaben setzt, die keine Konfigurationsorgien brauchen.

Im fünften und letzten Teil der Serie werde ich ein Fazit ziehen. Darin erfahrt ihr, ob KDE Plasma die beste Desktop Umgebung für mich ist und wem ich es empfehlen würde.