StreetComplete

Do, 27. Januar 2022, Alexander Marx

Ich laufe mit meinem Handy herum. Bleibe stehen. Starre gebannt auf den Bildschirm. Schaue mir die Umgebung an und tippe was ins Handy. Passanten schauen mir verwundert nach. Hat er gerade ein seltenes Pokémon gefunden? So muss es wohl für Außenstehende aussehen, wenn ich „Street Complete“ benutze.


„OpenStreetMap“ kennt wohl fast jeder. Viele kennen nur die Karten, aber nicht die Datenbank an Geodaten, auf der diese Karten aufbauen. Diese Datenbank besteht aber aus viel mehr Informationen, als auf Standardkarten zu sehen ist. So gibt es viele individuelle Karten die auf diesen Datensätzen basieren, wie z.B. Fußgängerkarten, Radfahrkarten oder sogar Schiffahrtskarten.

Kontinuierlich ergänzen oder verbessern Freiwillige aus der Community diese Datensätze. Wie kann ich aber selber auf einfachste Weise Daten für dieses Projekt beisteuern?


Genau hier kommt „StreetComplete“ ins Spiel. Um damit starten zu können, brauch es erst mal einen OpenStreetMap-Account, welcher schnell und kostenlos auf deren Homepage erstellt werden kann. Das ist aber auch schon die größte Hürde. Man startet die App, trägt die Benutzerdaten ein und es kann losgehen.

Man befindet sich auf einer Karte, welche die lokale Umgebung anzeigt. Auffällig sind dabei Pins, die in der Umgebung angezeigt werden. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die zu lösen sind. Jedes Pin hat je nach Aufgabe ein anderes Piktogramm. Ziel ist es nun sich eine Aufgabe auszusuchen und dorthin zu laufen. Es gibt vielfältige Herausforderungen zu lösen. Tippt man dann auf das dementsprechende Pin, stellt die App dann eine Frage. Meist handelt es sich um Multiple-Choice-Fragen oder Eintippen von Ergänzungen. Die Fragen sind dabei grafisch ansprechend und mit Abbildungen versehen.

Ein Beispiel dazu: Ich tippe auf einen Pin mit einem Uhrensymbol. Mögliche Fragen sind dann die Öffnungszeiten eines Geschäftes, oder ob diese noch stimmen.


Es gibt Fragen zu Straßennamen, Hausnummern, Untergründen und Parkplätzen - um nur einige Beispiele zu nennen. Selbst Standorte von Mülleimern oder Pollern werden hinterfragt. Die Aufgaben sind so vielfältig, dass ich sie hier gar nicht alle aufführen kann. Nur so viel, sie gehen auch oft sehr ins Detail.
Erwähnenswert wäre auf jeden Fall noch, dass man die Möglichkeit hat, sich Notizen der anderen Freiwilligen anzuschauen, oder auch selber welche zu erstellen. Diese kann man anlegen, wenn eine Frage nicht eindeutig zu beantworten ist, oder man auch nur mal so eine Anmerkung zu Örtlichkeiten hat. Auch Bilder können dabei hinterlegt werden. Diese sind oft eine große Hilfe. Notizen von anderen Nutzern können gegebenenfalls kommentiert werden. Das führt zu teilweise interessanten Interaktionen untereinander.

In bestimmten Intervallen werden die getätigten Ergänzungen und Änderungen hochgeladen. Das beinhaltet übrigens auch alle Notizen.

Motivierend ist übrigens auch, dass es bei „Street Complete“ ein Rangsystem gibt, bei dem man je nach Anzahl der erledigten Aufgaben aufsteigen kann. Auch in den einzelnen Aufgabenbereichen ist dies möglich und man bekommt nach und nach besondere Goodies wie zum Beispiel Links zu speziellen Karten.

Mir persönlich hat es Berührungsängste mit „OpenStreetMap“ genommen. Da ich aber bei diesem Projekt auch mal etwas beitragen wollte und nicht gleich in die, auch mal recht komplexe Thematik des Taggings einsteigen wollte. Wenn man irgendwann mit dieser App an Grenzen stößt, kann man sich immer noch eine weiterführende App wie z.B. „Vespucci“, oder „JOSM“ am Computer installieren.

So, schnell noch die App von „F-Droid“ (gerüchtehalber auch im „Play Store“ möglich) herunterladen, einen Spaziergang machen und ein bisschen die (GEO-)Welt verbessern...

Quelle: https://github.com/streetcomplete

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App, OpenStreetMap, Karten, StreetComplete, Umgebung, Handy, Karte, Frage, Pin, Aufgabe