Tangram - eine neue Art des Webbrowsers (Review)

Mi, 14. April 2021, Frido

Jeder kennt die normalen Webbrowser wie Firefox und Chrome. Doch es gibt außer diesen Webbrowsern auch andere mit einem völlig anderen Konzept.

Ein Beispiel dafür wäre Tangram, worum es in diesem Artikel geht.

Ziel von Tangram ist ein einfacher Webbrowser in Form von einzelnen angehefteten Webapps. Diese ähneln dem Konzept von Tabs wie bei anderen Browsern, bleiben aber nach einem Neustart vorhanden. Das Projekt ist Teil des GNOME-Circle, sodass dementsprechend GTK als Programmtoolkit genutzt wird. Als Web Engine verwendet Tangram WebKitGTK.

Installation

Installieren kannst du Tangram als Flatpak über das Flathub-Repository (https://flathub.org/apps/details/re.sonny.Tangram). Dazu musst du folgenden Befehl im Terminal eingeben:

flatpak install flathub re.sonny.Tangram

Anschließend kannst du Tangram nutzen.

Optional kannst du auch den Quellcode kompilieren: https://github.com/sonnyp/Tangram. Eine Anleitung dazu findest du im README.md.

Für Arch-User bietet sich auch Tangram aus dem AUR an: https://aur.archlinux.org/packages/tangram/

Erstellung einer Webapp

Um eine neue Webapp zu erstellen, musst du als Erstes oben rechts auf das entsprechende Icon klicken (links neben dem Menü-Knopf). Als nächstes kannst du die entsprechende URL deiner gewünschten App einfügen und bestätigen, indem du "Done" drückst.

Anschließend öffnet sich direkt ein neues Fenster, wo du den Namen und auch den User Agent festlegen kannst. Um die Webapp endgültig zu erstellen, musst du "Add" drücken:

Jetzt wurde die WebApp erstellt und sollte folgendermaßen aussehen:

Du kannst diesen Vorgang nun bei allen deiner gewünschten Seiten wiederholen, sodass du am Ende eine große Sammlung erhältst. Die einzelnen Seiten kannst du wie bei einem gewöhnlichen Webbrowser bedienen.

Weitere Einstellungen und Funktionen

Du kannst selbstverständlich auch Webapps verschieben, bearbeiten und löschen. Dafür musst du per Rechtsklick den entsprechenden Eintrag auswählen. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, die Position der Tabs anzuordnen. Zur Auswahl stehen oben, unten, links und rechts.

Wie bei vielen GNOME Anwendungen sind auch viele Tastenkombinationen und Gesten verfügbar, um Tangram zu bedienen. Eine Übersicht erhält man über das Menü:

Fazit

Für mich ist Tangram ein sehr guter Ersatz zu herkömmlichen Internetbrowsern. Das Hinzufügen von neuen Apps kann erheblich die Produktivität des Nutzers verbessern. Außerdem kann man mehrere Apps hinzufügen, und sich mit unterschiedlichen Konten anmelden. Wenn man also zum Beispiel zwei Matrix-Konten nutzt, kann man dies entsprechend mit zwei Web Apps einrichten. Wie schon erwähnt nutzt Tangram WebKit - eine schnelle und datenschutzfreundliche Web Engine, als Alternative zu der Engine von Google (Chromium).

Ein Versuch ist Tangram auf jeden Fall Wert und kann eine Menge an Speicherplatz und Zeit sparen.

Quellen:

Schimy
Geschrieben von Schimy am 16. April 2021

vielen Dank für den Tipp. Hab' ich auch gleich ausprobiert ... leider kann ich nicht mittels [strg]+[F] suchen und es gibt auch kein PW-Management ... daher für mich leider nicht richtig brauchbar ... schade :-(

Horst
Geschrieben von Horst am 14. April 2021

"Tangram" erinnert mich stark an "Epiphany". Mit Epiphany kann man unter Gnome3 Links als Starter erstellen, welche "Web-Anwendungen" heißen. Was mich wiederum an die oben erwähnten "Webapps" erinnert. Beiden Browsern ist imho gelungener Minimalismus zu eigen. Für mich gilt:

  • Firefox oder Vivaldi als Produktivinstrumente.
  • Epiphany als Zweitbrowser, wenn man es weniger komplex haben will.