Tusky aus dem Play Store geworfen

Mi, 17. März 2021, Niklas

Heute, am 17. März um 8:40 Uhr gab der Entwickler des beliebten Clients Tusky für das dezentrale soziale Netzwerk Mastodon auf selbigem bekannt, dass die App aus dem Google Play Store entfernt wurde. In den Kommentaren weisen Nutzer auf die Downloadmöglichkeit über den freien F-Droid App Store hin, der exklusiv für open source Apps angeboten wird und aus Datenschutzgründen sowieso zu bevorzugen ist.

Für weniger technisch erfahrene Nutzer, die erstmal im Play Store nach Programmen suchen, macht es die Installation allerdings schwieriger und schadet der Verbreitung der App, die immerhin zu den beliebtesten Clients für den wachsenden nicht-kommerziellen Twitter Konkurrenten zählt.

Neben dem F-Droid App Store wird die App auch direkt im Github Repository des Projekts zum Download angeboten. Hier lädt der Entwickler immer sofort die neueste Version hoch, während man bei F-Droid in der Regel immer einige Tage auf Updates warten muss.

Als Grund für den Rauswurf gibt Google in einer E-Mail an den Entwickler an, dass man gegen die User Generated Content Policy verstossen habe. Dieser Vorwurf ist höchst problematisch, da Tusky selbst gar keine Kontrolle über die Inhalte hat. Das Fediverse, ein grosses Netzwerk aus Instanzen von Mastodon und anderen kompatiblen Softwares, besteht aus tausenden Instanzen, die alle ihre eigenen Administratoren und eigenen Regeln haben.

Parallelen zum Rauswurf der App Element für das dezentrale Messenger-Netzwerk Matrix im Januar sind unschwer zu erkennen. Damals hat Google die App wieder freigeschaltet, wobei man sich auch sehr lange Zeit gelassen hat mit der Reaktion. Dass man die Bitte seitens Element überhaupt beachtet hat, dürfte auch hauptsächlich dem öffentlichen Druck geschuldet sein. Ob und wie sich Google im aktuellen Fall mit Tusky äussern wird, bleibt abzuwarten.

In der Zwischenzeit sollte man sich vielleicht noch einmal die Frage stellen, ob das aktuelle Konzept der grossen zentralisierten App-Stores, die ganz alleine darüber entscheiden können, welche App ein Nutzer installieren kann und welche nicht, nicht eher von Nachteil ist. Mit SkyDroid haben wir bereits eine gute Alternative vorgestellt, die dieses Problem lösen könnte.

Quellen: