Welcher Browser-Typ bist du?

Mi, 2. Juni 2021, Redaktionsteam

Heute hat sich im GNU/Linux.ch-TALK Raum eine Diskussion entsponnen, in der es um die verschiedenen Arten der Verwendung und der Organisation in Web-Browsern ging. Dabei haben wir bemerkt, dass es ganz unterschiedliche Ansätze gibt. Bist du der Bookmarker, oder der Tabber, vielleicht auch der Sucher oder der Externalist? In diesem Artikel legt das GNU/Linux.ch Redaktionsteam dar, wie wir im Browser schalten und walten.

Dabei geht es weniger darum, welchen Web-Browser wir verwenden, sondern eher darum, wie wir uns im Browser organisieren. Das Thema ist die Verwaltung von Webseiten in Tabs, Bookmarks, Tags oder auf andere Art. Seid gespannt, welche Unterschiede wir aufzeigen und diskutiert über unsere Kanäle mit.

Ralf

Ich verwende Firefox auf allen meinen Geräten (PC, Laptop, Tablet), wobei es auf dem Smartphone Fennec ist. Die Datenschutz-Einstellungen habe ich auf 'Streng' gestellt und ich lösche nach dem Beenden einer Sitzung alle gespeicherten Daten. Auf meine Add-ons gehe ich hier nicht näher ein, weil es nicht zum Thema gehört.

Bei der Suche nach Webseiten verlasse ich mich einerseits auf die Suche (DuckDuckGo) und auf meine grosse Bookmark-Sammlung. Meine Lesezeichen umfassen ca. 3500 Einträge, die thematisch in Ordnern organisiert sind. Darin kann ich suchen oder mich an der Ordner-Hierarchie entlang hangeln. Viele offene Tabs mag ich gar nicht. Bei mir sind maximal 7 Tabs gleichzeitig offen. Das sind diejenigen, die ich für eine momentane Arbeit brauche. Wenn ich den Web-Browser schliesse, wird alles geschlossen und gelöscht, was möglich ist. Bei einem Start des Browsers möchte ich einen leeren und frischen Firefox sehen.

Browser-Typ: Bookmarker

Denys

Meine Firefox-Konfiguration unterscheidet sich nicht besonders von Ralf's.

Die Suche nach Inhalt erfolgt ebenfalls über DuckDuckGo, wobei ich alle Funde in neuen Tabs öffne, um später damit zu arbeiten. Das hat zur Folge, dass ich durchschnittlich über 100 Tabs offen habe.

Um sich einigermassen zurechtzufinden, setze ich auf das Anheften von wichtigen Tabs und andererseits auf die von Mozilla angebotene Erweiterung "Multi-Account Containers". Dabei werden die Tabs jeweils einem Container nach dem Inhalt zugeordnet und können mithilfe farbiger Markierungen unterschieden werden.

Die Nutzung von Hierarchien und Bookmarks konnte ich mir nicht angewöhnen. Wenn ich den Browser schliesse, bedeutet es, dass ich den Inhalt vollständig abgearbeitet habe und nun nicht mehr brauche.

Beim Start mag ich, wie auch Ralf, einen sauberen Firefox sehen.

Browser-Typ: Tab-Sortierer

Marco

Ich verwende die Möglichkeit, unterschiedliche Profile von Firefox anzulegen. So habe ich ein Hauptprofil, welches ich für das tägliche Surfen nutze. Neben diesem Hauptprofil habe ich unterschiedliche Profile für gewisse Aufgaben erstellt. Die wichtigsten Profile kann ich durch den Einsatz einer .desktop-Datei direkt über die grafische Oberfläche aufrufen.

In meinem Hauptprofil verwende ich eine Searx-Instanz zur Suche und in den meisten Fällen öffne ich die Suchergebnisse in separaten Tabs. Ausserdem nutze ich die Bookmark-Leiste und versuche die einzelnen Bookmarks nach Kategorien zu ordnen. Da mir das nicht immer gelingt, habe ich noch eine Kategorie, welche ich für verschiedene Sachen nutze. Da ich meistens mit dem Add-On Vimium-FF arbeite, muss ich mich weder durch die offenen Tabs noch durch meine Bookmarks durchforsten. Für gewisse Aufgaben erstelle ich eine eigene Kategorie mit den allgemein Informationen dazu und nutze dann die Funktion "Open all in tabs". In meinem Hauptprofil werden alle Daten nach dem Beenden gelöscht.

In den anderen Profilen habe ich zum Teil andere Add-Ons installiert oder gewisse Einstellungen (z.B. Startseite oder Proxy) anders vorgenommen.

Browser-Typ: angepasstes Wirrwarr

Joël

Ich verwende Firefox sowohl auf meinen Laptop als auch auf meinem Handy, wobei ich bei letzterem Fennec nutze. Die Datenschutz-Einstellungen habe ich wie auch Ralf auf 'streng' eingestellt, jedoch lösche ich beim Beenden des Browsers keine Browserdaten, um bei einem Neustart des Browsers schneller wieder im Workflow zu sein (z.B. dadurch, dass ich bei manchen Webseiten noch eingeloggt bin).

Beim Verwalten resp. Organisieren von Links setze ich auf Bookmarks, die ich jedoch bisher nie in Unterordner sortiert habe. Daneben verwende ich auch die sog. Lesezeichen-Symbolleiste, worüber ich meine wichtigsten Seiten mit einem Klick aufrufen kann. Des Öfteren speichere ich mir einzelne Links auch einfach in meinem eigenen Telegram- oder Matrix-Chat, wo ich dann aber meistens Wochen später keine Ahnung mehr habe, wie ich danach suchen soll...

Dadurch, dass ich beim Schliessen des Browsers keine Daten lösche, dient mir die Chronik resp. der Suchverlauf bei den Suchvorschlägen auch als Fundgrube.

In den allermeisten Fällen verlasse ich mich aber auf meine Suchmaschine (Swisscows). Bei einer Suche in meiner Suchmaschine öffne ich alle Seiten, die ich gebrauchen könnte, als Tabs, wodurch sich manchmal 20-30 Tabs ansammeln können. Meist sind aber nur die Tabs offen, die ich für die aktuelle Arbeit gerade benötige.

Anmerkung: beim Schreiben meines Teils in diesem Artikel habe ich gemerkt, dass ich mein Verhalten im Browser vielleicht mal anpassen sollte...

Browser-Typ: (un)strukturiertes Chaos

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