Irgendwas ist immer … manchmal mehr, manchmal weniger. Bei mir kamen in den vergangenen Tagen mehrere Dinge zusammen: Eine Nextcloud, die sich nicht upgraden lässt, ein Raspi, der sich nicht upgraden lässt, und GNOME 50. Bis auf den bockigen Raspi konnte ich mittlerweile alle Herausforderungen abschliessen.
Nextcloud
Vermutlich habe ich darüber schon berichtet oder zumindest im Matrix-Chat herumgeheult. Meine Nextcloud, die auf einem Webhosting läuft, liess sich zum Verrecken nicht von Version 32 auf 33 upgraden. Ich habe es zweimal versucht und der Hoster durfte zweimal auf 'last good' restoren.
Da die Nextcloud von GNU/Linux.ch beim selben Hoster läuft, hatte ich schon Panik. Doch Tim konnte das Upgrade auf 33 ohne nennenswerte Probleme durchführen. Damit das überhaupt funktionieren kann, sind PHP 8.4.x und OCC-Zugang Voraussetzungen. Beim Web-basierten Upgrade bleibt man am Ende im Maintenance-Modus hängen, den man über OCC abschalten muss.
Was der Tim kann, kann ich auch – dachte ich mir. Gleiche Nextcloud-Version beim selben Hoster – das kann doch nicht schiefgehen. Schnell auf PHP 8.4.11 hochgeschaltet und es ging trotzdem schief:
Auch nach längerer Lösungssuche im Internet konnte ich den Datenbankfehler nicht beheben. Man kann die Sache auch positiv betrachten. Eine 10 Jahre alte Nextcloud-Installation muss nicht ewig leben. Manchmal tut eine Neuinstallation gut. Diese funktionierte einwandfrei. Doch nach einer Neuinstallation fängt die Arbeit erst an, wenn man seine Nextcloud mit drölfzig Geräten verbunden hat. Dazu später mehr.
Raspi
Ich habe drei Raspis: Ein Modell 3b fristet ein feuchtes Dasein als Badezimmerradio. Der läuft wie eine Eins und wurde erst kürzlich mit Debian Trixie neu installiert. Mein Raspi4 dient als Musikstreamer (MPD), NAS und Spotify-Streamer (Raspotify). Den habe ich über drei Debian-Versionen bis auf Trixie hochgezogen. Mein Gefühl ist, dass sich Raspberry PI OS irgendwann selbst zerlegt, ohne eigenes Verschulden (haha). In einer Schublade liegt noch ein weiterer Raspi4 und langweilt sich.
Das Problem beim ersten Raspi4 ist, dass sich rpd-common nicht installieren lässt, wodurch der Desktop nicht mehr läuft und sudo apt dist-upgrade nicht funktioniert. Zum Glück benötige ich keinen Desktop auf dem Raspi. Alle benötigten Dienste laufen gut. Dennoch wäre es schön, das System auf den neuesten Stand bringen zu können. Vielleicht hole ich den zweiten Raspi4 aus der Schublade und mache ihn als Ersatz für Nummer 1 parat.
GNOME 50
Ich weiss nie, wie man das schreibt. Heisst es GNOME oder Gnome? Es heisst GNOME. Mittlerweile ist Version 50 auf allen meinen Systemen eingetrudelt. Falls ihr wissen möchtet, was bei der Version 50 höher, schneller und weiter ist, empfehle ich den Artikel von Andreas Proschofsky beim Standard (das ist der mit den 'Gadsen').
Beim neuen Desktop sind mir zwei Sachen aufgefallen. Unter Umständen fehlt im Ausschalt-Menü die Option "Abmelden".
Das ist kein Bug in GNOME 50, sondern eine Design-Entscheidung, die bereits vor 14 Jahren vom GNOME-Team getroffen wurde. Die Überlegung dahinter geht so: Falls ein System nur einen Desktop und nur einen User hat, dann gibt es keinen Grund, sich abzumelden. Das ist natürlich Unsinn, was ich euch nicht zu erzählen brauche. Doch warum taucht dieser Effekt erst jetzt auf? Weil es bis GNOME 49 nicht nur einen Desktop, sondern mit GNOME Classic, Xorg, Wayland mehrere gab, zumindest wenn es um Bedingungen für das Anzeigen der Abmelden-Option geht. Wer sich für die Hintergründe und einen Befehl zur Abhilfe interessiert, kann sich dieses Video von Brodie Robertson ansehen (Achtung: YouTube-Link). Eigentlich wären auf meinen Rechnern die Bedingungen für das Ausblenden von "Abmelden" gegeben. Ich weiss nicht, warum ich die Option dennoch sehe.
Standardmässig zeigt GNOME nach dem Anmelden den Desktop im Übersichts-Modus:
Die Logik dahinter verstehe ich. Man möchte nicht auf einen leeren Hintergrund starren, sondern eine Anwendung starten oder einen Suchbegriff eingeben. Noch mehr Sinn ergibt diese Erstansicht, falls GNOME endlich einmal die Funktion "Session Save" bringt, die für GNOME 51 geplant ist. Damit merkt sich der Desktop alle offenen Anwendungen und deren Verteilung über die Arbeitsflächen. Beim Starten hätte man sofort einen Überblick über die Situation.
Bis es so weit ist, irritiert mich diese Erstansicht und ich klicke sofort auf die erste Arbeitsfläche, um "meinen Normalzustand" herzustellen. Leider gibt es in den Einstellungen von GNOME keine Möglichkeit, dieses Verhalten umzuschalten. Auch in den "Optimierungen" und in "gsettings" findet man nichts. In der Erweiterung "Dash to Panel" findet man die Option "Übersicht beim Start nicht anzeigen". Da ich sowieso "Dash to Panel" verwende, passte das für mich. Seit GNOME 50 funktioniert das nicht mehr. Stattdessen kann man die Erweiterung "No overview at start-up" verwenden, die genau diesem einen Zweck dient. Während "Dash to Panel" direkt auf den Fullscreen schaltet, lässt sich die neue Erweiterung einen kurzen Moment Zeit damit.
Doch zurück zur Nextcloud. Nachdem ich Version 33 unter einer neuen URL eingerichtet hatte, musste ich die Settings bei den GNOME-Konten und beim Nextcloud-Desktop-Client anpassen. Leider war es nicht mit der Anpassung der URL getan. Ich musste das alte Konto entfernen und ein neues einrichten. Das ist einfach und mit ein paar Klicks erledigt. Schwieriger wurde es beim Nextcloud-Client, weil der unter GNOME 50 nicht mehr richtig funktioniert. In der Flatpak-Version öffnet sich das Fenster, in dem Konten gelöscht oder hinzugefügt werden können, nicht mehr. In der nativen Version öffnet sich das Fenster, doch die Funktion zum Löschen eines Kontos (Dreipunkt-Menü neben einem Konto) ist nicht zugreifbar. Zum Schluss durfte ich das alte Konto in der Datei ~/.config/Nextcloud/nextcloud.cfg von Hand löschen. Zum Glück ist diese Config selbsterklärend.
Und womit habt ihr euch in dieser Woche herumgeschlagen? Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.
Titelbild: https://pixabay.com/illustrations/man-hands-headache-burnout-5967466/
Quellen: im Text




Was den Raspi betrifft: Ich habs schon mehrfach gesagt -> Probier DietPi! 😁 Und was meine Woche angeht:
Ich habe diese Woche ein mega cooles Plymouth-Theme für das Notebook von meinem Sohn erstellt (Joker von Batman). 🤩 Er hatte unglaublich freude daran. Tja, leider friert es bei jedem ca. 10. boot ein. 😭 Die Suche nach der Lösung hat mich unglaubliche 2 Tage gekostet. 🙈 Aber ich habe es glöst und ich weiss vermutlich (noch nicht 100% sicher) woran es liegt. Woche gerettet würde ich sagen! 😎
Ich habe geplant, auf meinem freien Raspi das Setup (NAS, MPD, Raspotify) mit DietPi nachzubilden. Ich werde darüber berichten, wenn es so weit ist.
Plymouth-Theme ändern interessiert mich auch. Hatte ich mal probiert, bin aber gescheitert. Wenn Du magst, wäre ein Artikel darüber willkommen.
Klar kann ich machen. Muss nur zuerst herausfinden wie man einen Artikel einreicht. 😬
Nimm das Artikel-Formular: https://gnulinux.ch/mitschreiben Das ist der einfachste Weg.