Zum Wochenende: Trau, schau, wem

  Ralf Hersel   Lesezeit: 4 Minuten  🗪 19 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Durch die starke Bindung von Online-Accounts an eine E-Mail-Adresse wird der Umzug zu einem anderen E-Mail-Anbieter zu einer grossen Aufgabe.

zum wochenende: trau, schau, wem

Das Sprichwort „Trau, schau, wem“ ist eine klassische Lebensweisheit, die zur Vorsicht im Umgang mit anderen Menschen mahnt. Es ist kurz, prägnant und hat eine lange Tradition. Der Satz ist eine Warnung vor blindem Vertrauen. Grammatikalisch handelt es sich um eine sogenannte Ellipse (eine Satzverkürzung). Ausgeschrieben würde der Satz bedeuten:

„Traue, [aber] schau [vorher genau hin], wem [du dein Vertrauen schenkst].“

Die Kernaussage ist:

  • Gesunde Skepsis: Man sollte nicht jedem sofort alles glauben oder sich jedem anvertrauen.
  • Prüfung: Bevor man eine Bindung eingeht oder Geheimnisse teilt, sollte man den Charakter des Gegenübers prüfen.

Das Sprichwort lässt sich nicht auf einen einzelnen Erfinder (wie Goethe oder Luther) zurückführen. Es handelt sich vielmehr um die Eindeutschung einer lateinischen Maxime, die im Mittelalter und der frühen Neuzeit in ganz Europa verbreitet war.

  • Das lateinische Original: Fide, sed cui, vide. Wörtlich: „Vertraue, aber wem, das sieh dir an“
  • Besonders populär wurde der Spruch im 16. und 17. Jahrhundert. Man fand ihn häufig:
    • Als Inschrift an Häusern (Hausspruch).
    • Auf Waffen (z. B. Degenklingen).
    • In sogenannten Stammbüchern. Das waren die Vorläufer der heutigen Poesiealben, in die sich Studenten und Reisende gegenseitig Sprüche und Wappen eintrugen. „Trau, schau, wem“ war damals ein sehr beliebter Eintrag, da Reisen und neue Bekanntschaften oft gefährlich waren.

Don't call us, we won't call you!

Nun öffnet einmal euren Passwortmanager und schaut, welche Internet-Accounts mit einem eurer (oder nur einem) E-Mail-Konten verbunden sind. Bei mir sind es gut 400 Einträge, die sich auf eine einzige E-Mail-Adresse beziehen. Ich habe mein GMX-Konto am ? eröffnet. Das Fragezeichen ist symptomatisch für viele Internet-Dienste. Dort findet man keine konkreten Kontaktmöglichkeiten, sondern nur noch Hilfeseiten, die keine Hilfe leisten, oder KI-Bots, die auf Abwimmeln trainiert sind. Die mittleren oder grossen Internet-Dienste empfinden ihre Kunden als lästiges Übel. Man ist lediglich an einer Einwegkommunikation interessiert; wehe dem Kunden, der mit der Firma kommunizieren möchte.

Als Kunde wünsche ich mir eine Kommunikation auf Augenhöhe. Anbieter, die diese Selbstverständlichkeit nicht bieten, sind für mich keine ernstzunehmenden Lieferanten. Wer mein Geld, meine Daten, meine Aufmerksamkeit nimmt, sollte zumindest einen fairen Rück-Kanal anbieten. Was hilft, ist: verzichten oder kündigen.

Digitale Identität

Hunderte Konten hängen von einer E-Mail-Adresse ab. Was, wenn euch dieser E-Mail-Anbieter nicht mehr gefällt, die Firma pleitegeht oder sonst etwas geschieht? Dann steht ihr im Regen, weil ihr euer Amazon, Booking, Gemeinde, Verein, Verkaufsplattform, Codeberg, Zeitung, Meetings, Chat, KI-Portal, Frauenhaus, Musik-Forum, Fussball-Verein, Fluggesellschaft, Öffentlicher Verkehr, Bankkonto, Supermarkt nicht mehr erreichen könnt?

Ein E-Mail-Konto ist eure digitale Eintrittskarte zu fast allem, was ihr jeden Tag verwendet und benötigt. Diese digitale Identität verwendet ihr hundertmal öfter, als euren Personalausweis (Identitätskarte). Dabei verlasst ihr euch auf irgendwelche kommerziellen Dienste wie GMX, Gmail (Google), Apple, Microsoft, usw. Da frage ich mich und euch, ob wir noch alle Kerzen auf der Torte haben?

Gut gebrüllt, Löwe!

Nun könnte man einfach den E-Mail-Anbieter wechseln. Der eigentliche Wechsel ist zwar einfach, aber die Account-Bindung vom alten E-Mail-Anbieter zum neuen ist eine Riesenarbeit. In meinem Fall müsste ich 400 Konten ändern, was mich bisher von einem Wechsel abgehalten hat. Ausserdem stellt sich danach die Frage, was man mit dem Wechsel überhaupt gewonnen hat. Nun hat man eine neue E-Mail-Adresse und in mühevoller Arbeit alle Konten umgezogen. Doch eigentlich ist man in der gleichen Situation wie vorher. Was ist, wenn einem der neue E-Mail-Anbieter irgendwann auch nicht mehr passt? Und wohin soll man denn umziehen? Wahrscheinlich zu einem Anbieter für sichere E-Mail-Konten. Also etwa Proton, Tuta oder Mailbox.org usw. Oder vielleicht zum E-Mail-Service, den man bei einem Webhosting ohnehin bekommt.

Auf jeden Fall macht eine Adresse, die an eine eigene Domain gebunden ist, Sinn, also z. B. ralf.hersel@meinedomain.ch. Damit ist man zumindest unabhängig von einem bestimmten Anbieter. Falls der Hoster vom Markt verschwindet, kann man dieselbe Adresse bei einem anderen Hoster einrichten. Das geht natürlich auch bei den klassischen E-Mail-Anbietern. Gegen Bezahlung erhält man dort eine Adresse mit eigener Domain.

Warum braucht man überhaupt eine E-Mail-Adresse, um ein Konto bei einem Dienstleister einrichten zu können? Ganz einfach, weil man einen persönlichen Kommunikationskanal braucht. Theoretisch könnte das auch ein Messenger wie Signal, Threema oder Matrix sein. Der Vorteil von E-Mail ist die Homogenität (Protokoll), die weite Verbreitung und die Föderiertheit. All das ist bei Messengern (noch) nicht gegeben. Ausserdem hat man hier dasselbe Problem beim Umzug der Accounts, wenn man z. B. von Signal zu Threema wechselt.

Die persönliche Identifikation bei einem Online-Dienst liesse sich auch mit dem elektronischen Personalausweis (e-ID) bewerkstelligen. Doch dabei fehlt der Kommunikationskanal. Was soll geschehen, wenn man auf "Passwort vergessen" klickt?

Fazit

Durch die Bindung von Online-Konten an eine E-Mail-Adresse entsteht über die Jahre eine starke Abhängigkeit vom E-Mail-Anbieter. Ein Umzug zu einem anderen Anbieter ist mit grossem Aufwand verbunden. Hat man eine Adresse mit eigener Domain, ist der Umzug wesentlich einfacher.

Wie seht ihr das? Habe ich etwas vergessen? Gibt es bessere Lösungen?

Titelbild: https://pixabay.com/vectors/envelop-email-web-download-25139/

Quellen:

https://lexicanum.de/allgemein/trau-schau-wem-bedeutung/

Tags

E-Mail, Umzug, Konto

Lexi
Geschrieben von Lexi am 5. Juni 2026 um 19:01

Genau dieses Problem habe ich gerade. Ich will meinen Hauptaccount für offizielle Dinge, also alles was mit Geld, Shopping, Behörden, und auf Beruflichem zu tun hat, von GMail nach Proton Mail wechseln. Das ist relativ überschaubar, da ich für Foren, Games (wobei Steam eher Geld/Shopping ist), Messenger, Kommentarsektionen etc andere Accounts habe, die gleichzeitig Spamfänger sind. Eine eigene Domain wäre möglich. Aber dann habe ich das Problem von laufenden Kosten für den Erhalt der Domain. Verfällt die Domainregistrierung, zB wegen zukünftiger finanzieller Probleme, kann sie jemand anderes erwerben, einen Account unter meiner verfallenen ID einrichten und hätte im Handumdrehen volle Kontrolle über eben jene offiziellen Konten, bei denen es teils um kritische finanzielle und ID-bezogene Aspekte meines Lebens geht. Langfristig ist also Freemail mit optionellen Premiumfeatures zum Erhalt des Dienstes bei einem vertrauenswürdigem Anbieter die sicherste Möglichkeit, die ich aktuell sehe.

Roland
Geschrieben von Roland am 6. Juni 2026 um 01:01

Einzelne De-Domains gibts bei diversen Hostern dauerhaft ab knapp 6 Euro pro Jahr, mit Mail-Postfach ab 12€. Ich find ja gut und richtig, die Ewigkeitskosten im Blick zu haben, aber den einen Euro pro Monat wird man sich immer leisten können. Wenn man bedenkt, dass so eine Mail-Domain ohne große Mehrkosten von der ganzen Familie genutzt werden kann, werden die Kosten pro Person komplett vernachlässigbar.

Ich kenne verschiedene Leute, die von web.de, gmx, T-Online, 1&1, outlook.com, etc. gerne weg würden, weil die "Nutzererfahrung" immer übler, die Werbung immer aufdringlicher wird. Aber weil sie gar nicht mehr wissen, wo sie in den letzten 25 Jahren überall diese Mail-Adresse angegeben haben, wäre ein Umzug ein Mammutprojekt über viele Jahre.

Meine allererste Mail-Adresse hatte ich um die Jahrtausendwende tatsächlich auch bei meinem Inernetprovider T-Online, aber als nach zwei oder drei Jahren ein Anbieterwechsel anstand und die Freemail-Einschränkungen von T-Online richtig mies waren, hat mich diese Abhängigkeit so gestört, dass ich direkt eine eigene Domain registriert hab. Trotzdem hab ich ca. zwei Jahre lang gebraucht, alle Accounts auf die neue Adresse umzustellen.

Meine Mail-Adresse(n) und die meiner Angehörigen habe ich in den letzten 23 Jahren schon drei mal ohne größeren Aufwand zu anderen Hostern umgezogen, weil mir Preiserhöhungen, Technik oder Geschäftspolitik des alten Anbieters nicht mehr zugesagt haben. Wenn ich noch eine @web.de oder @t-online.de Adresse hätte, müsste ich wohl oder übel jede Enshittification des Ambieters mittragen. Und die Anbieter wissen ganz genau, dass ihre Kunden abhängig von ihnen sind. Mail-Adressen sind so ein wichtiger Teil der digitalen Identität. Ich kann nur jedem dazu raten, diesen einen Euro pro Monat in die eigene Unabhängigkeit zu investieren.

Marcel
Geschrieben von Marcel am 6. Juni 2026 um 08:01

Mit einer eigenen Domain fährst du so oder so besser, zumal ja auch das Thema Tracking des Mailanbieters eine Rolle spielt. Ja, Proton ist da sicherlich besser als Google, aber die Abhängigkeit von einem Anbieter bleibt. Wie Ralf das schon geschrieben hat: eine eigene Domain hat da mehr Vorteile.

werschreibt
Geschrieben von werschreibt am 6. Juni 2026 um 14:37

Ich stecke nicht in deinen Schuhen, möchte aber zumindest diese Information loswerden: Die Kosten für eine eigene Domain hängen von der gewünschten TLD ab. Eine .de-Domain bei domainssaubillig kostet 0,23 € pro Monat, also 2,76 € pro Jahr und bei Netcup gibt's auch immer mal Aktionen, wo es sogar weniger als 2 € sind.

Roland
Geschrieben von Roland am 9. Juni 2026 um 23:11

Wenn man sich die Bewertungen anguckt, die domainssaubillig in den letzten paar Jahren auf verschiedenen Portalen so eingefahren hat, möchte man da ganz sicher kein Kunde sein. Nicht funktionierende DNS-Einträge, falsche Rechnungen und ein monatelang nicht reagierender Support sind nicht das, womit ich mich rumschlagen will. Nichtsdestotrotz sind die schon lange im Geschäft und kein kurzfristiger Scam. Hab mich aber früher schon gefragt, wie dieses Business kostendeckend betrieben werden kann. Abgesehen von domainssaubillig scheint die magische Preisgrenze für DE-Domains irgendwo knapp unter 6€ pro Jahr zu liegen, also doppelt so hoch. Ist interessant, dass man keine Angebote findet, die preislich dazwischen liegen. Gibts irgendwo nen Preisvergleich für Domain-Anbieter? Ich hab ne zweistellige Anzahl Domains und hätte nichts dagegen, ein paar Euro im Jahr zu sparen, so lang man nicht in die Service-Hölle kommt.

werschreibt
Geschrieben von werschreibt am 11. Juni 2026 um 12:29

> Wenn man sich die Bewertungen anguckt, die domainssaubillig in den letzten paar Jahren auf verschiedenen Portalen so eingefahren hat, möchte man da ganz sicher kein Kunde sein.

Ich habe seit zwei Jahren zwei .de-Domains bei domainssaubillig und habe bislang keine negativen Erfahrungen dort gemacht. Ich kannte die Bewertungen aus den Portalen vorher, aber habe mich dennoch dafür entschieden.

> Gibts irgendwo nen Preisvergleich für Domain-Anbieter?

Hast du einfach schon mal danach gegoogelt? Eine recht gute Seite ist https://tld-list.com/, weil dort auch die Preise für Verlängerung und Domain Transfer und die Info, ob WHOIS Privacy und DNSSEC angeboten werden. Tipp, um die Ergebnisliste kurz zu halten: Gib .de$ ein, um wirklich nur Domains zu sehen, die auf de enden. Das schließt dann zwar auch z. B. trade mit ein, aber gefällt mir dennoch besser.

Dann gibt es z. B. auch noch www.webhosterwissen.de/domains/ und www.domainpreisvergleich.de/domain-preise/, aber da wird nur der Einstiegspreis genannt, der evtl. nur für die ersten 12 Monate gilt.

Marco
Geschrieben von Marco am 5. Juni 2026 um 23:38

Hatte kürzlich das Problem, nicht mehr auf mein bluewin mail account zugreifen zu können weil eine persönliche Identifizierung abgeschlossen werden muss. Zum Glück hatte ich mich mit dieser Thematik bereits früher auseinandergesetzt. Das hat mir den nötigen Anstoss gegeben, die gemachten Pläne umzusetzen

  • löschen von nicht genutzren Accounts
  • ändern von Passwörtern
  • backup lösung für mail und account recovery

Fühlte sich an wie den leiden Keller zu entrümpeln - hat gut getan :)

Frank
Geschrieben von Frank am 6. Juni 2026 um 05:59

Lieber Ralf, danke für die sehr schöne Einleitung mit dem Sprichwort, der Einordnung als Ellipse (noch nie gehört und daher umso faszinierender, was es alles gibt) sowie dem historischen Abriss hierzu. Solche Einleitungen sind für mich das Salz in der Suppe und erfreuen mich bei vielen Deiner Artikel :-)

Zur Sache: Email-Account, der mit vielen Konten verknüpft ist, ist seit paar Jahren mit Zweifach-Authentifizierung geschützt (2FA). Dies nach einer Erzählung und Warnung eines Freundes, dessen Email Konto seiner Frau gehackt wurde. Da eben mit vielen Konten verknüpft, wäre dann möglich, dass der / die / das / Gauner*in beim Anbieter das Passwörter wechselt, so einen selbst dann vom Zugang ausschließt und selbst in der Zwischenzeit Großeinkäufe getätigt werden. So passiert.

2FA also inzwischen Pflicht und daher KO-Kriterium bei Auswahl neuer Email-Anbieter. In der Regel auch überall angeboten, genutzt wird es dennoch viel zu selten, daher erwähne ich es hier auch als allgemeinen Appell. Obiges Beispiel hatte mir die Augen geöffnet.

Mein Konto selbst ist inzwischen über 30 Jahre alt und ich will es nun loswerden: Spam-Mails plus Werbemails, die ich nicht mehr erhalten möchte. Auch Werbemails von Anbietern, die offensichtlich anderweitig an diese Email gekommen sind. Einfach ein Neuanfang!

Nun ist meine Email glücklicherweise nicht annähernd mit so viel Konten verknüpft wie bei Dir - aber genau das möchte ich Dir als Anregung mitgeben: Gar nicht alle Konten umstellen, sondern diese Aktion zum Entmisten benutzen. Werde das alte Geraffel los - ganz im Sinne der digitalen Souveränität, digitale Sauberkeit, Entschleunigung, Simplifizierung des Lebens im Allgemeinen.

Minimalistische Grüße, Frank

Marta
Geschrieben von Marta am 6. Juni 2026 um 09:54

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wenn man sich die Arbeit machen möchte, die Konten umzustellen: Überlegen, ob die wirklich meine echte E-Mail brauchen (und die wiederkehrende Frage: Kann das weg?). Es gibt ja viele Leute, die einem raten, für jeden Dienst eine andere E-Mailadresse zu verwenden. Dafür kann man z.B. Addy.io (AdminForge) nutzen. Damit ist ein zukünftiger Umzug leichter, Empfängeradresse ändern im Dienst genügt. Und es schützt auch deine eigene Domainadresse vor Spam. Addy.io wird nicht von allen Diensten akzeptiert, das ist der Nachteil. Auch hier können Kosten entstehen. Es gibt da keine Ideallösung, muss jeder selbst entscheiden.

DaTux
Geschrieben von DaTux am 6. Juni 2026 um 12:22

Vielen Dank für diesen interessanten Artikel, der ein Kernproblem im Umgang mit Internet-Diensten thematisiert und wohl alle NutzerInnen in irgendeiner Weise betrifft. Meine "Lösung" des Problems:

  • ich unterhalte einen E-Mail-Account (seit über 10 Jahren bei Posteo, Berlin). Mit der Hauptadresse und weiteren Aliase erledige ich hier meine beruflichen und privaten Mail-Verkehr. Die Mail-Adressen werden nie zur Anmeldung bei einem Internetdienst verwendet.
  • zur Anmeldung bei Diensten verwende ich E-Mail-Masken, in meinem Fall Firefox Relay von Mozilla. Mozilla vertraue ich weitgehend, auch wenn das eine US-Stiftung ist. Vorteile: - meine eigentliche Mail-Adresse erscheint nicht in den Datenbanken der Dienstleister.
  • Sollte ich meinen E-Mail-Provider wechseln, müsste ich FF-Relay nur mit der neuen Mail-Adresse verknüpfen; die benutzten Dienste würden also weiter mit der bestehenden Mail-Maske und dem bestehenden Passwort zugänglich bleiben.
  • Der Wechsel in den einzelnen Diensten auf die FF-Relay-Masken erfolgte schrittweise jeweils dann, wenn ich mich bei einem Dienst wieder mal einloggte. Eine Arbeit, die ich also so nebenher erledigen konnte und nach ein paar Wochen erledigt war.

Mir ist bewusst, dass mit der Verwendung von FF-Relay hinsichtlich Datenschutz ein kleines Restrisiko einhergeht. Für mich bleibt dieses Vorgehen trotzdem die für mich beste Lösung, da ich keine eigene Domain betreibe.

kamome
Geschrieben von kamome am 14. Juni 2026 um 20:03

Größer wohl das Problem, dass FF Relay einfach mal wegfallen könnte!

Miller
Geschrieben von Miller am 7. Juni 2026 um 19:12

Zitat: "Das geht natürlich auch bei den klassischen E-Mail-Anbietern. Gegen Bezahlung erhält man dort eine Adresse mit eigener Domain." Hab ich was verpasst? Welcher Mailprovider bietet die Möglichkeit, eine eigene TLD zu benutzen?

werschreibt
Geschrieben von werschreibt am 11. Juni 2026 um 12:36

Und was ist mit „klassischen E-Mail-Anbietern“ überhaupt gemeint? So etwas wie mailbox.org? Ja, da kann aber dem Standard-Tarif (2,50 €/Monat) eigene Domains verwenden: https://mailbox.org/de/preise/

kamome
Geschrieben von kamome am 14. Juni 2026 um 20:05

mailbox.org wäre sicher eine der besten Optionen, aber gemeint waren hier vermutlich Gmail etc. (geht mit eigener Domain).

Julian
Geschrieben von Julian am 7. Juni 2026 um 21:36

Danke für den Artikel.

Mailanbieter-wechsel ist ein Mammutprojekt, wenn man viele accounts hat. Allerdings ist es ein Projekt, das sehr gut in Häppchen aufgeteilt werden kann. Man muss ja nicht von einem auf den anderen Tag und alle accounts auf einmal umstellen. Wenn man ein ein mailprogramm wie Thunderbird (Linux, Android, Windows) nutzt, kann man in einem Programm den alten und neuen account verwalten.

Der erste schritt ist allerdings, das Konzept zu erstellen. Mein aktuelles ist:

  • Mailaccount bei Posteo.de (datensparsam, grüner Strom und in de gehostet)
  • Einmaladressen über unbox.at (addy.io) mit eigener domain
  • jeder online account bekommt seine eigene Adresse (bsp: "gnulinux.ch@mydomain.de")

So erkenne ich zum einen gleich, welcher Dienst meine Adresse verkauft oder geleakt hat, wenn ich spam bekomme. Außerdem kann ich den haupt mailaccount leicht wechseln, weil ich nur die Zieladresse über die addy.io app ändern muss.

Ich mache das seit ein paar Jahren so und bin bisher sehr zufrieden.

Die kosten sind:

  • 1€/Monat für Posteo
  • ca. 5€/Jahr für .de domain
  • selbst zu definierender Betrag für adminforge für die vielen tollen dienste
  • Spende für addy.io fürs bereitstellen der SW
werschreibt
Geschrieben von werschreibt am 11. Juni 2026 um 13:15

> jeder online account bekommt seine eigene Adresse (bsp: "gnulinux.ch@mydomain.de")

Im Sinne einer Weiterleitung? Oder meinst du separate Postfächer?

Mich interessiert das Thema gerade sehr, aber ich schiebe irgendwelche Entscheidungen dazu schon seit einigen Wochen vor mir her.

Ralf Hersel Admin
Geschrieben von Ralf Hersel am 11. Juni 2026 um 18:03

Wenn Du eine eigene Domain für Deine E-Mail-Adresse hast, dann kann Dir der E-Mail-Provider egal sein. Du kannst zu einem anderen Provider wechseln, ohne dass sich die E-Mail-Adresse ändert.

werschreibt
Geschrieben von werschreibt am 11. Juni 2026 um 19:25

Danke Ralf, aber ich kann nicht erkennen, wie das meine Frage beantwortet. (Die ging ja eigentlich auch an Julian.)

Bruno
Geschrieben von Bruno am 11. Juni 2026 um 17:11

Aber klar doch, Eugene Domain. Und besser heute als morgen. Mensch muss ja nicht gleich alle Accounts umziehen. Einfach mal anfangen.