3rd Party Apps unter Fedora mit Fedy verwalten

Di, 14. September 2021, Lioh Möller

Die Lizenzpolitik von Fedora verbietet das Ausliefern bestimmter Drittanbieter-Anwendungen wie beispielsweise des Multimedia-Codecs H.264. Für letzteren steht zwar mit OpenH264 eine Freie Implementierung zur Verfügung, es kann allerdings dennoch in bestimmten Fällen notwendig sein, auf die unfreie Variante zurückgreifen zu müssen. Ein ähnliches Beispiel stellt Oracle Java sowie dessen Freier Pendant OpenJDK dar.

In vielen Fällen lassen sich solche unfreien Komponenten mithilfe des integrierten Paketmanagers über das RPM Fusion Repository nachrüsten.

Die Applikation Fedy vereinfacht die Installation und bietet eine grafische Oberfläche zur Verwaltung an. Die Software ist über sogenannte Plugins erweiterbar, von denen bereits eine Vielzahl zur Verfügung stehen.

Neben Applikationen, Entwicklertools und Treibern können mit Fedy auch Themes eingerichtet werden. Darüber hinaus bietet die Anwendung einige Hilfsprogramme an, über die sich aktuell folgende Aktionen auslösen lassen:

  • Bereinigen Sie Junk-Dateien
  • Wayland deaktivieren
  • Mausbeschleunigung abschalten
  • Farben zum Bash-Prompt hinzufügen
  • GRUB2 konfigurieren
  • SELinux in den permissiven Modus versetzen,
  • Aktivieren der systemweiten Touchpad-Tap-to-Click-Funktion
  • Behebung von Intel-Throttelingproblemen auf Lenovo-Notebooks

Eine Anleitung zur Installation von Fedy findet man auf dem GitHub-Repository des Projektes. Das Projekt bietet neben Fedora eine experimentelle Unterstützung für CentOS / Red Hat 8 an.

Wie bei Anwendungen dieser Art üblich, sollte man sich vor der Nutzung eines Plugins dessen Funktionalität genau ansehen, da teilweise tiefgreifende Änderungen am System vorgenommen werden und je nach Plugin Teilschritte mit Root-Rechten ausführen werden können.

Wer darauf vertraut und nicht ohne proprietäre Komponenten auskommt, dem bietet Fedy eine einfache Möglichkeit zur Verwaltung und Optimierung des Systems.