Das Gemini Protokoll

  Ralf Hersel   Lesezeit: 7 Minuten  🗪 15 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Gemini bietet eine Alternative zum Anzeigen von Inhalten im Internet. Mit einem eigenen Protokoll, Servern und Webbrowsern eröffnet der Geminispace eine sichere, reduzierte und fokussierte Möglichkeit, das Internet neu zu gestalten.

das gemini protokoll

Wer "Gemini" liest, denkt vermutlich zuerst an Googles KI-Sprachmodell. Doch darum geht es in diesem Artikel nicht, sondern um ein alternatives Protokoll, mit dem man Webseiten erstellen kann. Über dieses Protokoll, bzw. über den Geminispace gibt es bei GNU/Linux.ch ein paar Artikel, die alle in die Jahre gekommen sind. Deshalb möchte ich dieses Thema erneut beleuchten.

Was ist Gemini?

Gemini ist ein Netzwerkprotokoll auf Anwendungsebene zum Abrufen von Dokumenten über das Internet, ähnlich wie das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) und Gopher. Gemini stellt Einfachheit und textorientierte Inhalte in den Vordergrund. Gemini wird kollaborativ entworfen und ist nicht als Internetstandard definiert.

Als Geminispace wird die Gesamtheit der über das Gemini-Protokoll bereitgestellten Inhalte bezeichnet.

Die Internetprotokollfamilie ist eine Sammlung von rund 500 Netzwerkprotokollen, die die Basis und die Standards für die Netzkommunikation im Internet bilden. Bekannte Protokolle sind:

  • HTTP (Hypertext Transfer Protocol)
  • FTP (File Transfer Protocol)
  • IMAP (Internet Message Access Protocol)
  • SSH (Secure Shell)

Gemini gehört nicht zu dieser Protokollfamilie, weil es nicht standardisiert wurde.

Das Design von Gemini ist vom Protokoll Gopher inspiriert, basiert jedoch zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer auf verschlüsselten Verbindungen (TLS mit „Trust-On-First-Use“). Ähnlich wie HTTP funktioniert Gemini als ein Anfrage-Antwort-Protokoll im Client-Server-Modell. Ein Gemini-Browser als Softwareclient läuft auf einem Computer, der eine Gemini-Ressource von einem Gemini-Server abruft. Ressourcen im Geminispace sind Textdateien vom Medientyp „text/gemini“ oder auch Dateien beliebigen Inhalts. Gemini-Ressourcen werden im Netzwerk durch Uniform Resource Locators identifiziert und lokalisiert, wobei das URI-Schema gemini://, etwa analog zu https:// für das HTTPS-Web, verwendet wird.

Server und Clients

Wie beim gewohnten Internet, werden auch bei Gemini Server- und Client-Software benötigt. Die Liste der Gemini-Server und Webbrowser ist lang. Für diesen Artikel habe ich keinen Gemini-Server installiert, wohl aber einen Client. Einer der besten Gemini-Clients ist der Browser Lagrange, den man bequem als Flatpak installieren kann. So sieht er aus:

Was ist zu sehen? Links und rechts habe ich Panels eingeschaltet, die standardmässig ausgeblendet sind. Links seht ihr die Lesezeichen und rechts die Gliederungsansicht der Seite. In der Mitte steht der Gemini-Auftritt der deutschen Zeitung TAZ. Ansonsten verhält sich Lagrange sehr ähnlich zu "normalen" Webbrowsern mit Tabs, Navigation, Lesezeichen, Home-Schaltfläche, usw. Achtet auf die URL-Zeile: gemini://taz.de. Das grüne Schloss neben der URL weist auf die TLS-Verschlüsselung der Übertragung hin.

Inhalte

Wenn wir über Inhalte sprechen, gibt es mindestens zwei Aspekte.

Im Geminispace stellt der Server den Inhalt bereit, während der Client die Darstellung des Inhalts übernimmt. Hierdurch haben Verfasser von Inhalten weniger Kontrolle darüber, wie ihre Inhalte bei den Empfängern dargestellt werden; vielmehr entscheiden die Nutzer durch die Wahl und Konfiguration ihres Clients über die gewünschte Darstellung der Dokumente.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zum üblichen HTTP-Protokoll, bei dem überwiegend der Verfasser entscheidet, wie sich der Inhalt im Browser präsentiert. Um diesen Unterschied zu verdeutlichen, habe ich mir diese Analogie überlegt. Stellt euch vor, jemand erstellt in einer Textverarbeitung oder in einem Desktop-Publishing-Programm einen Flyer und stellt ihn euch als PDF-Datei zur Verfügung. Am besten noch mit interaktiven und animierten Inhalten. Das ist eine Webseite, wie ihr sie kennt. Eine Gemini-Seite könnt ihr euch eher wie einen Markdown-Text vorstellen. Der Fokus liegt auf dem Textinhalt. Ja, es sind multimediale Elemente möglich, doch diese halten sich vornehm zurück. Bilder auf einer Gemini-Seite erscheinen erst, wenn man sich dafür entscheidet, diese anzuzeigen (opt-in).

Am besten probiert ihr das selbst aus. Installiert euch Lagrange und schaut euch auf den Seiten um. Apropos Seiten: Im Geminispace gibt es nicht viel zu sehen. Die Grösse des Geminispace ist schwer einzuschätzen; eine Statistik vom Dezember 2020 identifiziert ca. 500 Gemini-Auftritte, die durch ein Abgrasen von über 50'000 URIs erstellt wurde. Am 25. November 2021 wurden ca. 1824 Gemini‑Auftritte aus 385'496 URIs ermittelt.

Jeder weiss, wie eine HTML-Seite aussieht, doch wie schreibt man eine Gemini-Seite? Das ist sehr einfach. Gemini-Seiten sind Textdateien mit der Endung *.gmi. Die Seite gemini://skyjake.fi/lagrange/getting_started.gmi sieht so aus:

# Getting Started

New to Gemini? Here are a few bookmarks to get you started.

=> gemini://geminiquickst.art/  Gemini Quickstart: installing a client, finding and publishing content

## Project Gemini

=> gemini://geminiprotocol.net/  Project Gemini
=> gemini://geminiprotocol.net/docs/faq.gmi  FAQ
=> gemini://geminiprotocol.net/software/  Gemini software
=> gemini://geminiprotocol.net/docs/specification.gmi  Protocol and text/gemini specification

Wer schon einmal einen Markdown-Text geschrieben hat, findet sich schnell zurecht. Hier ist ein weiteres Beispiel einer TAZ-Seite:

# taz.de -- Mit Zuversicht ins neue Jahr: Was machen wir aus unserer Mehrheit?

> 2026 stehen politische Weichenstellungen in einigen Bundesländern an. Keine Panik! Es gibt eine Mehrheit für ein liberaldemokratisches Deutschland.

=> /picture/8152743/948/40011054.jpeg Bild: Wir brauchen mehr Zuversicht und sollten ohne Panik aufs neue Jahr schauen. Denn Mehrheit in Deutschland tickt liberaldemokratisch

Was war gut am Jahr 2025? Auf diese Frage kriege ich gern die spontane Antwort: nichts. Oder etwas Privates. Kind hat Abi geschafft oder so. Das entspricht der Kultur, wenn man fragt, wie es geht, und die Leute seufzen: „Persönlich geht es mir ja gut. Aber …“

Wie ihr seht: Es ist alles ganz einfach.

Was soll das?

Diese Frage ist berechtigt. Wer bis hierhin gelesen hat, stellt sich die Frage, wozu das gut sein soll. Für viele besteht das Internet nur aus Google, Zalando und Co. Alleine die Vorstellung, dass es andere Protokolle gibt, übersteigt manches Denkvermögen. Selbstverständlich muss eine HTML-Webseite mindestens ein Gigabyte gross sein, Hunderte von Trackern enthalten und allerlei nachladen.

Haben wir uns darüber geeinigt, dass das heutige Internet tot ist? Ich meine, ja.

Gemini geht einen anderen Weg und bietet eine Alternative. Manche sehen darin eine Retro-Sache, die uns in die 90er-Jahre zurückführt. Das sehe ich nicht so. "Höher, schneller, weiter" ist nicht mit Fortschritt gleichzusetzen. Häufig liegt der Fortschritt in der Besinnung auf das Wesentliche. Wer tiefer in die Gründe für Gemini einsteigen möchte, kann sich die FAQ des Projektes durchlesen. Hier ist ein kleiner (übersetzter) Ausschnitt:

Der Hauptunterschied besteht darin, dass Gemini diese Aufgabe mit einer starken Philosophie von „Keep it simple” und „Less is enough” angeht. Dadurch kann Gemini viele der Probleme, die das moderne Web plagen und die sich trotz zahlreicher Browser-Add-ons und gut gemeinter Vorschriften immer weiter zu verschlimmern scheinen, einfach umgehen, anstatt zu versuchen, sie zu lösen, was wahrscheinlich scheitern würde.

Gemini könnte für Sie interessant sein, wenn Sie:

  • Wert auf Ihre Privatsphäre legen und gegen die allgegenwärtige Nachverfolgung von Nutzern im Web sind
  • Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Zeit schätzen und sich ohne Ablenkungen konzentriert lesen möchten
  • Die nervigen Pop-ups für Newsletter-Abonnements, aufdringliche Werbung, automatisch abspielende Videos, die Sie beim Scrollen verfolgen, und andere Fehlfunktionen des modernen Internets satt haben
  • An einem Ort mit langsamem Internet leben, sich kein schnelles Internet leisten können oder abseits der Zivilisation leben und wertvollen Akku sparen und die teure Nutzung von Satellitendaten minimieren müssen
  • Sie sind Hobbyprogrammierer mit einer „Do it yourself”-Einstellung, der gerne seine eigenen Tools entwickelt und diese jeden Tag nutzt.

Wenn mehrere der oben genannten Punkte auf Sie zutreffen und Sie das Internet seit einigen Jahren als zunehmend unangenehmen Ort empfinden, könnte Gemini für Sie wie ein Hauch frischer Luft oder sogar wie eine Oase wirken – aber es ist nicht unbedingt für jeden geeignet. Um sicherzustellen, dass Gemini auch in Zukunft eine einfache, leichtgewichtige Technologie bleibt, die die Privatsphäre und Autonomie ihrer Nutzer respektiert, wurde der Funktionsumfang bewusst recht minimal gehalten. Es ist definitiv nicht zu minimal, um nützlich zu sein, aber es kann sicherlich nicht alles, was Sie vielleicht gewohnt sind, und vielleicht fehlt etwas, das für Sie ein Ausschlusskriterium ist. Seien Sie offen, probieren Sie es aus und sehen Sie, wie Sie sich dabei fühlen. Viele Menschen waren überrascht, wie schnell sie aufgehört haben, Dinge zu vermissen, ohne die sie nicht leben konnten!

Butter bei die Fische! Wird GNU/Linux.ch im Geminispace erscheinen?

Ich fände das toll. Ob sich jemand die Arbeit macht, kann ich nicht beurteilen. Das wäre zu tun:

  • Gemini-Server einrichten
  • Programm schreiben, welches den HTML-Code unserer Artikel in Gemini-Markdown übersetzt
  • Programm schreiben, das neue Artikel auf den Gemini-Server pusht
  • Gemini-Domäne kaufen
  • und alles, was ich vergessen habe

Was haltet ihr vom Gemini-Protokoll? Ist das eine Alternative für das tote Internet oder unnützes Retro-Gesülze?

Titelbild: https://dl.flathub.org/media/fi/skyjake/Lagrange/08de0d9f73dbe5433c1935b12958c83f/icons/128x128/fi.skyjake.Lagrange.png

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Internetprotokollfamilie

https://de.wikipedia.org/wiki/Gemini_(Protokoll)

https://portal.mozz.us/gemini/geminiprotocol.net/software/

Tags

Gemini, Protokoll, Geminispace, Lagrange

S0niX
Geschrieben von S0niX am 8. Januar 2026 um 09:34

Was ist denn gemeint mit "Gemini-Domäne kaufen"? Ich denke dieser Punkt ist überflüssig.

tux0r
Geschrieben von tux0r am 8. Januar 2026 um 12:59

Auch das. Jede gängige Domain klappt für Gemini und Gopher und IMAP und …

goebbe
Geschrieben von goebbe am 8. Januar 2026 um 10:10

Vielen Dank für den interessanten Artikel! Komisch finde ich, dass man für Gemini einen eigenen Browser/ Client benötigt. Wäre es nicht naheliegend, die bestehenden Internet-Browser wie Firefox zu erweitern, so, dass man mit ihnen auch Gemini Seiten lesen kann?

kaligule
Geschrieben von kaligule am 9. Januar 2026 um 19:28

Dann muss der Firefox das halt unterstützen. Ich würde erwarten, dass das eher nocht so bald passiert. Das tolle an Gemini ist ja eben aich, das jeder selbst einen Browser schreiben kann, weil das rendering nicht den gesammten Css Standard unterstützen muss.

tux0r
Geschrieben von tux0r am 8. Januar 2026 um 10:24

Gemini ist m.M.n. einfach nur ein aufgeblähtes Gopher. Retro ist das nicht, aber es füllt eine Nische, die es schlicht nicht gibt, weil Gopher bereits existiert (sogar etwas länger als das Web, so weit mir bekannt ist).

Bisher konnte mir noch niemand erklären, wofür ein Nur-lesen-Protokoll wie Gopher unbedingt TLS bräuchte, daher hat Gemini keinen ersichtlichen Vorteil.

Übrigens: Nein, man kann in Gemini keine „Webseiten“ erstellen. Gemini ist Gemini und Web ist HTTP. Da schreibst du schon von unterschiedlichen Protokollen und wirfst sie dann trotzdem in einen Topf. Seufz.

Rigobert Müller
Geschrieben von Rigobert Müller am 8. Januar 2026 um 12:34

Danke für den guten Artikel. Das Thema ist sehr interessant und ich werde mir das einmal genauer ansehen. Vielleicht ist das auch eine Lösung für private Webseiten auf meinem Heim-Server. Gruß Rigo

V wie Vendetta
Geschrieben von V wie Vendetta am 8. Januar 2026 um 12:53

Das Gemini-Protokoll kenne ich schon seit ein paar Jahren und finde die Idee dahinter unterstützenswert, aber ohne Bilder und Tabellen wären viele Seiten (z.B Wikis) nicht umsetzbar. Die Anzahl an Gemini-Kapseln scheint aber kontinuierlich zuzunehmen. Hat Google sein Slop-Modell absichtlich "Gemini" genannt, um von diesem Googles Geschäftsmodell bedrohenden Protokoll abzulenken?

tux0r
Geschrieben von tux0r am 8. Januar 2026 um 13:07

Google hat das Maskottchen seiner Programmiersprache ja auch Gopher genannt. Zufälle gibt’s.

Werner
Geschrieben von Werner am 8. Januar 2026 um 16:32

Auf dem Campus der Universität von Minnesota, wo das Gopher Protocol erfunden und entwicklelt worden ist, gab es damals einige Taschenratten https://en.wikipedia.org/wiki/Gopher Und genau daher kommt dieser ausgefeilte Name 😎

Karl Voit
Geschrieben von Karl Voit am 8. Januar 2026 um 16:29

Meine Kritik konzentriert sich hauptsächlich auf die Wahl des Syntax-Formates.

Einerseits finde ich, sind zu wenige Syntaxelemente eingeflossen. AFAIR fehlen beispielsweise Tabellen und andere doch häufig benötigte Dinge.

Andererseits finde ich es (wieder) schade, dass beim Vorbild auf Markdown geschaut wurde. Aus Gründen hätte ich eine Syntax mit weniger Problemen bevorzugt: https://karl-voit.at/2025/08/17/Markdown-disaster/ + https://gnulinux.ch/ciw151-podcast

Spannend finde ich mal https://org-social.org/ welches etliche Kritikpunkte von mir an Gemini aufgegriffen hat und eine Alternative vorschlägt. Allerdings ist aktuell leider der Bezug zu Emacs als Plattform strenger als bei Gemini.

tux0r
Geschrieben von tux0r am 8. Januar 2026 um 16:50

org-social ist aber immerhin einigermaßen protokollagnostisch und funktioniert zumindest theoretisch auch auf Gemini.

Robert
Geschrieben von Robert am 8. Januar 2026 um 17:34

Neben Gopher gab es früher noch eine ganze Reihe anderer Protokolle & Dienste im Netz:

Ich fand es sehr Schade als man irgendwann die Unterstützung für Gopher aus den Web-Browsern entfernt hat und bei FTP und Telnet ist es AFAIK inzwischen leider genauso.

klausb
Geschrieben von klausb am 11. Januar 2026 um 15:04

Nun ja, Du könntest theoretisch FTP und Telnet noch benutzen, aber wie Du sicher selbst weisst, es ist eben aus einer Zeit "als die Welt noch in Ordnung war" ;) man die Haustüren nicht abschliessen musste und die Protokolle völlig unverschlüsselt im Netz umhersausten. Kann man sich heutzutage nicht mehr leisten, deshalb gibt es statt dessen die sicheren Geschwister ssh und sftp oder telnet-ssl. Aber ftp, telnet und auch finger existiert durchaus noch, zumindest in den Repos von Debian. Auch ein gopher-client ist dort vorrätig. Aber da ich deine nostalgischen Gefühle teile, sei als Ergänzung zu deiner Liste noch hytelnet genannt. https://www.floodgap.com/retrotech/hytelnet/

spriggins
Geschrieben von spriggins am 12. Januar 2026 um 15:38

"Diese Frage ist berechtigt. Wer bis hierhin gelesen hat, stellt sich die Frage, wozu das gut sein soll. Für viele besteht das Internet nur aus Google, Zalando und Co. Alleine die Vorstellung, dass es andere Protokolle gibt, übersteigt manches Denkvermögen. Selbstverständlich muss eine HTML-Webseite mindestens ein Gigabyte gross sein, Hunderte von Trackern enthalten und allerlei nachladen."

Bitte?

Das ist doch kein Argument. Das ist purer Populismus, Übertreibe den Gegensatz maßlos und benutze ihn als Scheinargument (Schopenhauer, Eristische Dialektik $23).

HTML ist maximal ein paar kByte groß, nur die eingebetteten Inhalte blähen die 'Seite auf. Das geht sicherlich auch mit Gemini. Markdown kann auch Bilder einbinden. Und wenn Gemini vom normalen Browser nicht verstanden wird, nutzt es wenig, dann bleibt es ein Nerdprotokoll, das sonst keiner kennt - ein Art Internet neben dem Internet. Es wäre cool gewesen, hätte man so etwas statt dem recht umständlichen XML für Newsfeeds implementiert. Hat man aber nicht.

Armakuni
Geschrieben von Armakuni am 16. Januar 2026 um 13:42

Hm... Dieser Artikel lässt mich irgendwie ratlos zurück…

Mir geht es auch so, dass ich das Internet in Form von Webseiten als absolut over-powered empfinde. Am besten merke ich das immer auf dem Smartphone. Es gibt extremst wenig Seiten, die mobil gut funktionieren. Und das, obwohl so Ansätze wie "mobile first" schon ewig existieren oder mit CSS wirklich superviel umsetzbar ist. Der Rest ist irgendwie Schnickschnack. Schon früher gab es Ansätze, einfach Javascript im Browser auszuknipsen. Heutzutage quasi unmöglich.

Irgendwie kann ich das Projekt verstehen, alles noch mal neu zu bauen. Aber im Prinzip ist das auch der falsche Weg. Es ist ja nicht so, dass HTML & Co. jetzt eine kaputte Technik wäre. Es geht darum, dass die Webseiten i.d.R. zu 90% aus Müll bestehen. Bei vielen News-Seiten wurden die letzten Jahre sogar die RSS-Feeds entfernt.

Die Motivation für das Gemini-Protokoll kann ich schon nachvollziehen, aber da wird wieder was Neues gebaut, was auch wieder nur Interessierte/Nerds mitkriegen und wir dann wieder x verschiedene Systeme am Laufen haben. Naja…