GhostBSD: Fertiges Desktop-System auf FreeBSD Basis

Mi, 3. März, Niklas

GhostBSD ist eine Rolling-Release-Distribution, die immer die aktuellste FreeBSD Version als Basis nimmt. Beim Starten sieht es auch sehr nach FreeBSD aus, wechselt dann jedoch direkt in die grafische Desktop Oberfläche MATE, welche in der offiziellen Edition vorinstalliert ist. Es gibt auch eine Community Edition mit Xfce, diese hat in meinem Test jedoch auf drei verschiedenen Geräten nicht funktioniert.

GhostBSD kann auf einen USB-Stick mit mindestens 4 GB Speicher oder auf eine DVD gebrannt werden. Beim Start lädt es das komplette Betriebssystem in den Arbeitsspeicher, wodurch Änderungen temporär gespeichert werden können, aber bei jedem Neustart verloren gehen. Eine Nutzung als live System macht hier also wenig Sinn, auch wenn es grundsätzlich möglich ist und sich für ein kurzes Ausprobieren eignet.

Das GhostBSD Projekt wurde 2010 von zwei FreeBSD Nutzern gestartet, die FreeBSD für jeden einfach nutzbar machen wollten. Es hatte damals schon die Desktop-Oberfläche GNOME 2, die heute als MATE weiterentwickelt wird. Ab 2018 stellte man auf TrueOS, das selbst auf FreeBSD basierte, als Basis um. Da TrueOS inzwischen eingestellt wurde, hat man das wohl zurückgenommen und spricht auf der offiziellen Webseite von FreeBSD als Basis.

Das Betriebssystem bringt die wichtigsten Programme für den alltäglichen Einsatz vorinstalliert, wie etwa den Firefox Browser. Ausserdem ist eine grafische Paketverwaltung vorhanden. GhostBSD betreibt ein eigenes Software-Repository, in dem ich jedoch bei stichprobenartigen Suchen die gleichen Pakete und Versionen wie bei FreeBSD finden konnte: Es ist also auch sehr umfangreich und aktuell.

Für die Installation von GhostBSD kommt man einmalig kurz mit dem Terminal in Berührung: Ein Menüpunkt zum Starten des Installationsprogramms ist nicht vorhanden. Dieses kann mit dem Terminalbefehl gbi gestartet werden. Man wird jetzt durch ein benutzerfreundliches grafisches Installationsprogramm geleitet, welches GhostBSD selbst entwickelt hat.

Nach einem Neustart ist man auch schon in der fertigen GhostBSD Installation, die anders als seine Basis FreeBSD voll und ganz auf den Einsatz auf Desktop Computern und Laptops ausgelegt ist. Das System lässt sich weitestgehend ohne Terminal bedienen und hat ein modernes, benutzerfreundliches Design, das an einigen Stellen an das Material Design von Android erinnert.

Quellen: