GLN031 - Hegemonie, Proxmox, Singularität, Schule, Schach und Flatpak

  Ralf Hersel   Lesezeit: 10 Minuten  🗪 8 Kommentare

Shownotes der Folge 31 des GnuLinuxNews-Podcasts

Folge 31 des GLN-Podcasts, aufgenommen am 26. Januar 2023.

In dieser Folge sprechen Lioh, Ralf und Ferdinand über die Einschränkungen bei Smartphones mit Custom-ROMs und wir lernen etwas über den Proxmox Backup Server. Ausserdem diskutieren wir, ob die künstlichen Intelligenzien uns in die technische Singularität führen. Im Interview erzählt uns Roland von seiner Schule, dem Schachspiel und über den Bau von Flatpaks.

Für ein optimales Hörerlebnis, empfehlen wir eine Podcatcher-App zu verwenden. Zum Beispiel AntennaPod (Android) oder gPodder (Desktop) oder GNOME-Podcast (GNOME-Desktop).

Shownotes

Die Google Hegemonie

Proxmox Backup Server

Neben Proxmox VE gibt es den Proxmox Backup Server (PBS), der in der Lage ist, VMs und Container von PVE automatisiert zu sichern. Darüber hinaus kann er auch Hosts sichern, die kein PVE verwenden.

Technologische Singularität

Interview mit Roland

  • Schule, Schach und Flatpak-Bau

Tags

Podcast, GLN-Podcast, GLN, Proxmox, Singularität, Smartphones

Roland
Geschrieben von Roland am 1. Februar 2023 um 22:42

Zum Computerschach meine Anmerkungen (als Schach-IM):

  • Der aktuell stärkste menschliche Spieler Magnus Carlsen hat ca. 2850 Elo (nicht 2580). Gegen einen 2580 Spieler müsste Magnus Carlsen ca. 83% der Punkte holen. Gegen das aktuell stärkste Computer-Programm (Stockfish 15) würde Magnus Carlsen noch ca. 1% der Punkte erzielen, was in der Tat einen Wettkampf uninteressant und frustrierend machen würde.

  • Die Aussagen,"das Spiel untereinander im professionellen Bereich sei witzlos geworden" und "man müsse sich nur auf eine Computer-generierte Variante vorbereiten", "es habe nichts mehr mit dem eigentlichen Schachspiel zu tun", kann ich nicht unterstützen. Ja, im Fernschach (wo Computer-Unterstützung nicht nur in der Vorbereitung erlaubt ist, sondern während der ganzen Partie) ist die Remis-Quote sehr hoch und in einem Weltermeisterschafts-Finale, wo sich die beiden Finalisten monatelange intensivst aufeinander vorbereiten, ist es schwierig geworden, den Gegner in der Eröffnung zu überraschen. Da ist es von spezieller Bedeutung, Varianten zu finden, die von den Schach-Engines erstmals als minderwertig (abstrus) erachtet werden, sich jedoch bei tieferer Berechnung als spielbar und chancenreich erweisen. Das Spiel bleibt aber auch oft noch höchst komplex, selbst wenn der Gegner nicht die stärksten Züge findet, und ausserdem gibt es unzählige Eröffnungsvarianten, mit denen man konfrontiert werden könnte. Menschen machen Fehler und eine einzelne Ungenauigkeit kann das Ergebnis der Partie beeinflussen. Kreativität ist nicht nur in der Eröffnung nötig, sondern auch im Mittelspiel und Endspiel und diese zeigt sich auch in heutigen Top-Turnieren noch in Hülle und Fülle.

Lioh
Geschrieben von Lioh am 2. Februar 2023 um 06:00

Als langjähriger Hörer des Podcasts ist dir wahrscheinlich aufgefallen, dass Ralf des öfteren mal Zahlendreher drin hat. In dieser Folge gibt es noch einen 2. Wer findet ihn?

Er ist übrigens selber leidenschaftlicher Schachspieler ;)

Ralf Hersel
Geschrieben von Ralf Hersel am 2. Februar 2023 um 10:00

Danke für die Richtigstellung der Zahlen und Deine Einschätzung. Ich bezog mich auf die Aussagen von Georg Seul im verlinkten Golem-Artikel. Darin habe ich ein gutes Beispiel für das Erreichen der technischen Singularität in einem Bereich erkannt. Selbstverständlich ist und bleibt das Schachspiel (unter Menschen) spannend, was man auch am steigenden Interesse in der Altersgruppe 18 - 24 sehen kann.

Max Bialystock
Geschrieben von Max Bialystock am 4. Februar 2023 um 00:58

Hallo Ihr. Bezüglich Alternativen zur Google - Hegemonie.

Warum sind so viele freie/Open Source Apps(Software) noch immer so sinnlos umständlich zu bedienen ist? Es gibt ausreichend interessierte User die zwar nicht die Fähigkeit haben um das selbst zu programmieren aber viel Erfahrung in der Benutzung haben.

Wie gestört ist da der Austausch?

Zwei Beispiele die mir am Herzen liegen:

Bei ~00:45:20 erwähnt Ralf F-Droid.

Ansich ist das eine hervorragende Idee! Ein Store für freie Software, über den ich Software suchen, installieren und aktualisieren kann. Aber! Es gibt keine Startseite bei F-Droid die für Leute, die bisher nur den App/Play-Store kennen, eine Hilfe beim Einstieg wäre.

Warum ist das nicht besser kuratiert, dargestellt ... einfach angepaßt auf die Bedürfnisse normaler User?

Welcher Normal-User braucht "Neues"(unten links) in dieser App? Wenn es Updates für meine installierten Apps gibt erscheint das unter Aufgaben.

Dieser "App-Store" ist noch immer so "dumm" und spuckt z.B. für die Suche nach ’Dateibrowser’ 3 völlig irrelevante Ergebnisse( keinen Dateibrowser/Manager) aus. Nein, man muß 'Dateimanager' eingeben um überhaupt ein paar relevante Ergebnisse zu erhalten. Wie intelligent ist das Ganze eigentlich.

Und wie kann man Suchergebnisse sortieren oder gar filtern? Nach z.B. Downloads usw .... garnicht!

Es gibt nicht mal hilfreiche Anleitungen bei YouTube.

Ist das vielleicht nur ein Konstrukt, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten?

Zweites Beispiel - AntennaPod:

Das ist eigentlich die einzigste App die Podcasten genau so versteht und kann, wie ursprünglich gedacht. Mit Allem drum und dran.

Anstatt nun endlich mal sinnvolle/logische Fortschritte im Handling, der sinnvollem Bedienung zu forcieren ... verpufft der Hirnschmals einiger Schlauen bei den Bemühungen zur geräteteübergreifenden Synchronisation.

Schlauer bzw sinnvoller wäre es von Anfang an gewesen, wenn man das Wisch-Menu so aufgeteilt hätte ... Playlist/Warteschlange(links), Neu/Eingang(mitte) und zuletzt gespielt/Downloads (rechts).

Und klar, da könnte man noch viel machen.

Und nun der Hammer ... seit Neustem ist alles, Warteschlange, Posteingang usw, nur noch über das Burgermenu oben links zu erreichen ... total umständlich, wie zu Urzeiten anno 1995. Was ist da los?

Roland
Geschrieben von Roland am 8. Februar 2023 um 17:12

Hallo Max

Zu F-Droid oder AntennaPod kann ich wenig sagen, aber zum Punkt

Warum sind so viele freie/Open Source Apps(Software) noch immer so sinnlos umständlich zu bedienen ist? Es gibt ausreichend interessierte User die zwar nicht die Fähigkeit haben um das selbst zu programmieren aber viel Erfahrung in der Benutzung haben. Wie gestört ist da der Austausch?

kann ich aus Sicht eines Entwicklers (von Xournal++) sprechen. Die meisten Beiträge an freie Software, auch bei der Gestaltung der Benutzeroberfläche, kommen von Leuten, welche sich im Programmieren auskennen. Die Programmierer sind aber nicht unbedingt diejenigen, die am meisten über das Benutzererlebnis verstehen und sich in den Durchschnittsbenutzer hineinversetzen können. Hier sind "interessierte User, die viel Erfahrung in der Benutzung haben" durchaus aufgerufen, mehr substantielle Beiträge im Design zu leisten. Sie müssen sich dazu in die Repositories vorwagen und konkrete, detaillierte, mit den verwendeten Programm-Bibliotheken realisierbare Vorschläge machen. Es reicht nicht zu schreiben "die App sieht veraltet aus; (proprietäre App) XY ist viel cooler", sondern es braucht wohl durchdachte, detailliert formulierte realisierbare Vorschläge.

Im Beispiel von Xournal++, welches noch auf GTK 3 basiert ist, jedoch den Schritt zu GTK 4 in Angriff nimmt, habe ich (als Maintainer/Entwickler) einen Thread gestartet um das Redesign mit GTK 4 / Libadwaita zu diskutieren und zu Ideen und Vorschlägen für Mockups aufgerufen. Ich habe dabei auch die Guidelines und relevanten Blog-Artikel aufgelistet, die bei der Erzeugung von Mockups behilflich sind. Dies ist eine Aufgabe, die eigentlich keine Programmier-Kenntnisse voraussetzen, sondern bloss Anwender-Kenntnisse und designerische Fähigkeiten. Jedoch gibt es gut einen Monat später noch keinen einzigen Vorschlag dazu (auch wenn eine Person mal Interesse angemeldet hat und vielleicht irgendwann mal einen Vorschlag macht). Wenn sich keiner der interessierten User zu einem substantiellen Beitrag durchringt, wird es irgendwann das Maintainer-Team selbst in die Hand nehmen und die Benutzeroberfläche umgestalten müssen (oder aus Zeitgründen nur oberflächliche minimalistische Änderungen am bisherigen Design vornehmen).

Ich empfehle dir, bei der Software, die dich interessiert, den Issue Tracker (soweit relevant) durchzulesen und dich dann mit konkreten Vorschlägen zu Wort zu melden. Bei AntennaPod wäre etwa dies der Ausgangspunkt. Beste Grüsse, Roland

onli
Geschrieben von onli am 5. Februar 2023 um 23:33

Ich hab mir euer Gespräch als Anlass genommen, CalyxOS zu sustaphones hinzuzufügen. Danke :)

Matthias
Geschrieben von Matthias am 26. Februar 2023 um 17:43

Bitte Bitte Bitte nehmt Ferdinand vor den Podcast den Kugelschreiber ab. Klicken, Klatschen und auf den Tisch schlagen sind zumindest für mich schlimme Nebengeräusche. Vielen Dank. Sonst wie immer tiptop.

Lioh
Geschrieben von Lioh am 26. Februar 2023 um 17:48

Ich gebe es gerne weiter.