GNOME und der Weg zu GTK4 und libadwaita

Di, 21. Dezember 2021, Denys Konovalov

Die ewige alte Endlosschleife: eine neue Version von einem Toolkit kommt heraus und bis alle Apps auf diese umgestiegen sind, ist wieder eine neue Version in den Startlöchern. GTK4 kam vor rund einem Jahr zur Welt, doch mit GNOME 40 distanzierte sich die Desktop-Umgebung von der GTK-Versionierung. Dann passierte eine längere Zeit nichts, und es sah so aus, als würde es ewig dauern, bis wir die GNOME Core-Apps in GTK4 sehen. Doch dann passierte etwas Unerwartetes: GNOME stellte libadwaita vor. Damit schaffte GNOME eine einfache Möglichkeit, neue GNOME-Apps zu bauen. Doch libadwaita ermöglichte auch ein einfacheres und schnelleres Portieren bestehender Core-Apps.

Schon seit Monaten sind in den GitLab-Repositorys unterschiedlichster GNOME-Apps Tickets offen, welche den Ablauf der GTK4-Portierung dokumentieren.

Viele Cirlce-Apps wurden schnell portiert. So gibt es bereits funktionierende Libadwaita-Versionen populärer Apps wie NewsFlash, Fragments, Pika Backup u. a.

Das Portieren der Core-Apps läuft etwas langsamer ab, aber machte ebenfalls in den letzten Monaten bedeutende Fortschritte.

So wurden sowohl Systemapps wie die Einstellungen oder GNOME Software, als auch viele Werkzeuge wie Evince, der GNOME-eigene PDF-Reader, oder der GNOME-Taschenrechner.

Dabei muss man zur Acht nehmen, dass viele der Core-Apps auf anderen Systemkomponenten basieren, welche eventuell vor der Portierung zu GTK4 ebenfalls angepasst werden müssen. So mussten z. B. für die GNOME-Einstellungen mehrere Systembibliotheken aufgespalten werden.

Daher läuft die Portierung von Drittanbieteranwendungen schneller ab, als die der Core-Apps.

Insgesamt sind folgende Core-Apps schon an die Nutzung von libadwaita angepasst worden:

  • Einstellungen
  • Zeichen
  • Taschenrechner
  • Festplattenbelegung
  • Nautilus (noch nicht vollständig)
  • Tour
  • Software
  • Uhren
  • Evince
  • Wetter

Doch nicht alle Apps werden portiert. So wurde z. B. als Ersatz für den GNOME-Texteditor gedit eine vollständig neue Anwendung entwickelt worden. Andere, wie das Screenshot-Werkzeug, werden durch zukünftige Integration in den GNOME Shell Desktop obsolet gemacht, und benötigen so keine Portierung.

Insgesamt können wir erwarten, dass zur nächsten GNOME-Version viele, wenn nicht die meisten Anwendungen das GTK4-Toolkit benutzen werden. Wer jetzt schon Libadwaita-Anwendungen ausprobieren möchte, kann eine der bereits portierten Circle-Apps wie Video Trimmer installieren.

Quellen:

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GNOME, GTK4, Core-Apps, GNOME-Apps, Libadwaita, Anwendung, Apps, Core