GNOME Shell auf Mobilgeräten

Mo, 12. September 2022, Ralf Hersel

Bereits im Mai berichteten wir über die Entwicklung der GNOME Shell für mobile Geräte. Nun schreibt Jonas Dressler über den aktuellen Stand der Entwicklung im Blog GNOME Shell & Mutter.  GNOME Shell für Mobilgeräte bietet eine Benutzeroberfläche, die für Smartphones und Tablets optimiert ist. Und obwohl sie auf den ersten Blick ein wenig wie Android oder iOS aussieht, gibt es doch ein paar wichtige Unterschiede, die Dressler hervorhebt.


Wie bei anderen mobilen Benutzeroberflächen interagieren man mit der GNOME-Shell durch Tippen, Wischen und andere gestenbasierte Navigation. Der Unterschied besteht darin, dass Android drei verschiedene Ansichten für die Navigation hat: einen Startbildschirm, eine App-Schublade und eine Multitasking-Ansicht. iOS hat zwei: Startbildschirm und Multitasking. Die GNOME-Shell verfügt jedoch über einen einzigen Bildschirm, auf dem man Anwendungen anzeigt, startet und mit Gesten zwischen laufenden Anwendungen wechselt. So muss man nicht warten, bis ein neuer Bildschirm geladen ist.

Die Gesten:

  • Wischen von unten: Liste der installierten Anwendungen, Miniaturansichten aller derzeit laufenden Anwendungen und ein Suchfeld anzeigen
  • App-Symbol tippen: eine neue App zu starten
  • Suchbegriff eingeben: eine App oder Einstellungen finden
  • Zwischen laufenden Apps wischen: Vordergrund-App wechseln
  • Weiter nach oben wischen: die Multitasking-Miniaturansichten verkleinern und mehr Platz für App-Symbole zu schaffen
  • Aus der Miniaturvorschau nach oben streichen: App aus dem Multitasking-Bereich entfernen

Zu den weiteren Neuerungen der GNOME-Shell für Mobilgeräte gehört eine verbesserte Tastatur, die für schmale Bildschirme optimiert ist und die Eingabe über Gesten unterstützt. Die Tastatur erkennt nun besser, wann sie eingeblendet wird und wann sie ausgeblendet bleiben soll, je nachdem, für welche Aktivitäten man das Telefon verwendet. Ausserdem wurde die Ansicht der Schnelleinstellungen aktualisiert und enthält jetzt auch Benachrichtigungen im selben Menü.

Die GNOME-Shell befindet sich weiterhin in der Entwicklungsphase. Einige der Funktionen, die noch nicht verfügbar sind, aber auf der Roadmap stehen, sind Unterstützung für Notrufe, haptisches Feedback, PIN-Entsperrung und Telefonanrufe über den Sperrbildschirm.

Die Videos und Screenshots hat Jonas Dressler auf einem Pinephone-Pro erstellt, welches aufgrund des frühen Entwicklungsstands nicht für den Normalbetrieb geeignet ist. Obwohl das kleinere Pinephone weiterentwickelt ist, bringt es nicht die nötige Leistung, um GNOME Shell darauf betreiben zu können. Am ehesten hält Dressler ein Librem5 für geeignet, welches aber schwer zu erhalten ist.

Wer die GNOME Shell 43 für Mobilgeräte ausprobieren möchte, sollte warten, bis die Entwickler von postmarketOS Unterstützung für GNOME Shell 43 in ihre Distribution integriert haben.

Quelle: https://blogs.gnome.org/shell-dev/2022/09/09/gnome-shell-on-mobile-an-update/

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GNOME-Shell, Smartphone, Mobile, GNOME