Kontrovers: Ein Linux das wie Windows 10 aussieht

Sa, 6. Juni 2020, Lioh Möller

Eine der stärken von Linux ist die Anpassbarkeit und die Vielzahl von zur Verfügung stehenden Desktop-Umgebungen. So findet sich für jeden nach einiger Suche etwas Passendes. Zum Teil überfordert dies aber Einsteiger auch und Microsoft hat bereits im Jahre 2000 aktiv dagegen beworben. Heute bändelt der Redmonder Softwareriese allerdings aktiv mit dem Freien Betriebssystem an.

Quelle: Microsoft

Um den Einstig in die Linux-Welt zu vereinfachen geben sich viele Distributionen Mühe, einen gut vorkonfigurierten Desktop auszuliefern. Wer schon länger dabei ist hat wahrscheinlich dennoch etwas Arbeit investiert und sich sein Linux-System passend für die individuellen Bedürfnisse gestaltet.

Seit einiger Zeit hat sich das brasilianische Projekt Linuxfx mit der Distribution Windowsfx auf die Fahne geschrieben einen Linux-Desktop anzubieten, der dem Windows 10 Betriebssystem verblüffend ähnelt. Die Firma hinter dem Projekt bietet ausserdem Produkte zur Überwachung, dem Tracking und der Gesichtserkennung an.

Nun stellt sich die Frage ob es so etwas wirklich benötigt. Es wird damit geworben, den Umstieg für ehemalige Windows-Nutzer zu erleichtern. Dies ist allerdings fraglich, da man über kurz oder lang zwangsläufig mit dem darunterliegenden Linux-Betriebssystem konfrontiert wird. Spätestens dann, wenn etwas nicht so funktioniert wie es sollte. Besonders fällt bei der Distribution die Nutzung der offiziellen Microsoft Icons sowie des Windows-Logos an unterschiedlichsten Stellen auf. Selbst LibreOffice wurde mit einem Microsoft Office Skin versehen und ähnelt daher zumindest optisch dem proprietären Büroprogramm. Als Basis kommt die Mate-Desktopumgebung zum Einsatz, welche durch entsprechende Themes auf eine Ähnlichkeit mit dem Redmonder Vorbild getrimmt wurde.

.exe Dateien lassen sich mittels Wine per Klick installieren.

Ob es da wirklich einen Windows-Clone (zumindest optisch) braucht, muss jeder für sich selbst beantworten. Auf Distrowatch platziert sich die Distribution aktuell auf Position 83. Dort wird es allerdings unter dem Projektnamen Linuxfx und nicht unter dem Distributionsnamen Windowsfx aufgeführt.

Wir freuen uns jedoch weiter auf viele GNU/Linux-Unikate, bunt und vielfältig wie bis anhin.

Quelle: https://windowsfx.org/