Microsoft verärgert Open Source Community

Mo, 25. Oktober 2021, Lioh Möller

Im Laufe der letzten Woche sorgte Microsoft im Umgang mit der Community erneut für rote Köpfe. Auslöser war die Entfernung der Hot Reload Funktion aus dem Open Source .NET SDK. Begründet wurde dies damit, dass die Funktionalität, mit der es möglich ist, Änderungen am Code durchzuführen und unmittelbar eine Vorschau der Ergebnisse in der App zu erhalten, ausschliesslich für das kommerzielle Produkt Visual Studio 2022 zur Verfügung stehen solle.

Im Gegensatz zur Freien Variante Visual Studio Code ist der kostenpflichtige Ableger nur für Windows und in einer Preview Version für macOS erhältlich. Letztere ist aus der Freien Software MonoDevelop mit einigen proprietären AddOns entstanden. MonoDevelop erfuhr seither keinerlei Änderungen mehr.

Interessanterweise wird die .NET Unterstützung im hauseigenen Visual Studio Code seit Jahren eher stiefmütterlich behandelt und .NET gilt als eine der am schlechtesten unterstützten Sprachen in der Anwendung. Das dazu benötigte Plugin OmniSharp wird seitens Microsoft kaum weiterentwickelt, wohl möglich auch in der Absicht Entwickler zur Nutzung von Visual Studio zu drängen.

Die Entscheidung über die Entfernung der Hot Reload Funktionalität sorge für so viel Aufsehen, dass sich der Hersteller letztendlich gezwungen sah, die Funktion wieder zu aktivieren. Unter den Kritikern im eigenen Hause befand sich unter anderem der bekannte Microsoft Entwickler Scott Hunter.

Grundsätzlich verdeutlicht dieses Beispiel neben vielen Anderen, dass es sich bei Microsofts Liebe für Open Source eher um eine Lippenbekenntnis handelt, als um ein echtes Commitment. Open Source ja, solange die Kunden weiterhin für die teuren Anwendungen und Dienstleistungen des Anbieters zahlen.

Quelle: https://dusted.codes/can-we-trust-microsoft-with-open-source
Bildquelle: Microsoft, künstlerisch modifiziert mit einem ? nach der Aussage.