Mutter & GNOME Shell 3.38

Mi, 09. September 2020, Ralf Hersel

Im GNOME-Blog fasst das Projektteam den endgültigen Entwicklungsstand für die kommende Version 3.38 der Benutzeroberfläche GNOME Shell und des zugehörigen Compositors Mutter zusammen. Die neue Version soll am 16. September erscheinen. Als Ergänzung zu unserem Bericht vom August, erläutert der GNOME Blogpost weitere Details.

Split Frame Clock
Ein einziger Bildtakt ist für Multi-Monitor Umgebungen nicht mehr zeitgemäss, weil der Bildschirm mit der langsamsten Bildwiederholrate andere Monitore einschränken würde. Eine grössere Änderung beim Compositor Mutter erlaubt nun eigene Bildtakte pro Monitor, so dass dieses sich nicht gegenseitig stören.

Compositor Bypass
Anwendungen wie Spiele, Mediaplayer usw. können im Vollbildmodus ausgeführt werden. Im Idealfall sollte eine Anwendung im Vollbildmodus in der Lage sein, eine unnötige Aufbereitung des Desktops zu vermeiden, wenn das einzige sichtbare Element das Vollbildschirmfenster ist. Dies wird üblicherweise "Compositor-Bypass" oder "Fullscreen unredirect" genannt, welches von Mutter nun unterstützt wird. Wenn der Compositor umgangen wird, wird der Fensterinhalt direkt auf den Bildschirm gebracht, ohne unnötiges Compositing. Die Ergebnisse variieren von Hardware zu Hardware, aber im Prinzip sollte dies die CPU- und GPU-Nutzung reduzieren und folglich die Leistung verbessern.

Screencast
Auch für den Bildschirm-Recorder gibt es Verbesserungen in Mutter. Das Screencasting funktioniert jetzt auch dann korrekt, wenn eine Anwendung den Compositor umgeht. In diesem Fall kopiert Mutter den Inhalt der Anwendung direkt in den Screencast-Stream. Darüber hinaus erhielt das Fenster-Screencasting eine Reihe von Fehlerbehebungen und Verbesserungen. Der Recorder der GNOME-Shell ist nun ein separater Systemdienst, was das Aufzeichnen des Bildschirms flüssiger machen soll.

Anpassbares App-Raster
Eine grosse Änderung in der GNOME-Shell ist die Möglichkeit, das Anwendungsraster anzupassen. Diese Funktion war ein lang gehegter Wunsch und erforderte eine beträchtliche Anzahl von Verbesserungen unter der Haube und andere Änderungen, um sie zu unterstützen. Derzeit wird die Erstellung von Ordnern durch das Übereinanderziehen von Anwendungssymbolen, das Verschieben von Anwendungen aus und in Ordner und die Neupositionierung von Anwendungen innerhalb des Gitters unterstützt.

Kalendermenü
Auch das Kalendermenü erhielt eine Handvoll visueller Verbesserungen. Kalenderereignisse werden jetzt unterhalb des eigentlichen Kalenders angezeigt, und die Abschnitte werden visuell stärker hervorgehoben. Es gibt weitere Verbesserungen für dieses Menü, die für die nächste Version anstehen, z.B. bei der Gruppierung von Benachrichtigungen.

Elternkontrolle
Verschiedene Komponenten des Desktops, einschließlich der GNOME-Shell und den Einstellungen, können nun optional mit dem Kindersicherungsdienst integriert werden, der Teil von GNOME 3.38 ist. Damit können Eltern, Erziehungsberechtigte, Aufsichtspersonen, Schulen usw. einschränken, auf welche Anwendungen ein bestimmter Benutzer zugreifen kann.

Der Beitrag im GNOME-Blog erwähnt noch weitere Kleinigkeiten an denen gearbeitet wurde. Einige der Änderungen werden mit Videos veranschaulicht. In diesem Zusammenhang sind auch Videos der GUADEC und Linux Plumber Conference eingebunden.

Quelle: https://blogs.gnome.org/shell-dev/2020/09/08/the-road-to-mutter-gnome-shell-3-38/