Nextcloud Selfhosting

  Lioh Möller   Lesezeit: 3 Minuten  🗪 16 Kommentare

Eine Nextcloud selbst bei sich zu Hause zu betreiben, ist gar nicht schwer. Mit dieser Anleitung ist die Einrichtung in wenigen Schritten abgeschlossen und deine Cloud ist auch aus dem Internet erreichbar, ohne dass du deinen Router konfigurieren musst.

nextcloud selfhosting

Hast du schon einmal versucht eine Nextcloud bei dir zu Hause zu betreiben und diese auch aus dem Internet erreichbar zu machen? Dann kennst du wahrscheinlich die Hürden. Die Software selbst ist vergleichsweise schnell eingerichtet, aber dann muss der Router umkonfiguriert werden, damit die eigene Cloud auch über Port 80 (http) und 443 (https) erreichbar ist. Dazu benötigt man ausserdem noch einen DNS-Namen über einen DynDNS-Dienst, denn eine statische IP-Adresse haben wohl die wenigsten daheim.

Jetzt kann endlich ein gültiges SSL-Zertifikat, zum Beispiel mit Let's Encrypt, bezogen werden und die eigene Cloud sicher benutzt werden.

In vielen Workshops und Schulungen, die ich zu diesem Thema bereits gehalten habe, sind dies immer wieder die Punkte, an denen viele enthusiastische Einsteiger und auch erfahrene Benutzer scheitern. In meinem Video-Tutorial stelle ich einen anderen Ansatz vor, auf Basis von Snap und dem Dienst Pagekite. So komme ich ganz ohne komplexe Konfigurationen und Router-Anpassungen aus.

Nextcloud einrichten

Alternativen

Nextcloud AIO (Nextcloud All-in-One) kann eine Alternative zu der im Video beschriebenen Vorgehensweise darstellen.

Wer die Cloud nicht bei sich zu Hause im Self Hosting betreiben mag, kann Nextcloud natürlich auch auf einem Server bei einem Anbieter im Internet installieren. Dazu eignet sich Snap ebenfalls sehr gut, auf Pagekite kann hingegen verzichtet werden, solange man einen DNS-Eintrag erstellt hat, der auf die Instanz zeigt und Port 80 und 443 zugänglich sind.

TuxWiz

Auf meinem YouTube-Kanal TuxWiz erkläre ich dir auf unterhaltsame Weise das Linux Betriebssystem. Die Videos sind ausserdem alle auf SpaceFun.ch verfügbar. Hier möchte ich dir jeweils am Wochenende einige der Videos teilen, damit du meine Erklärungen gleich selbst ausprobieren kannst, falls du magst.

Ich freue mich, wenn du mir auf Mastodon folgst. Dort erfährst du immer sofort, wenn es etwas Neues zu entdecken gibt.

Tags

Nextcloud, Selfhosting, Anleitung, Debian, Snap, SpaceFun, TuxWiz

MaM
Geschrieben von MaM am 24. Februar 2024 um 21:20

Ich find es gut Leute zum selfhosting zu ermutigen und NC ist da sicherlich eine sehr dankbare Anwendung, weil das setup simpel ist und es einen unterstützt keinen Unfug zu machen.

Dennoch sollte man aber auch klar sagen, dass es gerade mit dem produktivwn hosten für andere dann auch Themen wie Backup, Updates, Erreichbarkeit usw. eine Rolle spielen. Und dann kommen auch all die kleinen Nettigkeiten wie TURN / STUN für Talk, Office Integration, Caching, ... die dann doch etwas Zeit brauchen ;)

Peter V.
Geschrieben von Peter V. am 24. Februar 2024 um 22:57

Hallo Lioh Interessant Dein Video und einen Versuch wert, mit Deinem wirklich ausgedachten Ansatz. Was mich bisher abgehalten hat, Nextcloud zu installieren, sind die Berichte Anderer, die letztlich an den vielen nachfolgenden, und häufig zur Unzeit zu bewerkstelligen unbedingt notwendigen Updates. Dann plötzlich, der Ablauf des Zertifikates im ungünstigen Moment. Den Versuch würde ich mit einem Raspberry 4 oder 5 wagen. Als Schnell-Leser bin ich nicht so ein Fan von Videos (und auch Podcasts). Eine Transkription des Videos würde nicht viel bringen, aber helfen würde ein rudimentäres Skript mit allen einzugebenden Befehlen. Beste Grüsse Peter

Stephan
Geschrieben von Stephan am 25. Februar 2024 um 14:01

Alles installiert und hat auch alles gut ausgeschaut. Nur auf den letzten Metern spielt anscheinend pagekite nicht (mehr) mit: "Temporarily Unavailable".

Ich habe mir von Liohs Videotutorial ein Transskript erstellt. Das hat mir sehr geholfen. Ist da jemand interessiert? Bzw. will Lioh das erst checken? Copyright, etc. :)

Lioh
Geschrieben von Lioh am 25. Februar 2024 um 16:05

Das Video hat Untertitel. Hast du das gesehen? Wenn Pagekite diese Meldung wirft, kann es sein, dass deine NC nicht läuft oder dass der Pagekite Dienst nicht richtig konfiguriert wurde. Bei Fragen komm am besten bei uns in Telegram vorbei: https://spacefun.ch/telegram

Stephan
Geschrieben von Stephan am 25. Februar 2024 um 18:43

Danke, Lioh, für die ergänzenden Hinweise. Inzwischen funktioniert's :)

Lioh Möller
Geschrieben von Lioh Möller am 26. Februar 2024 um 08:01

Super, das freut mich. Auf meiner Seite https://www.spacefun.ch/linux-videos kannst du dir einfach den Seitenquelltext anzeigen lassen und da siehst du die verlinkten Untertitel-Dateien. Die enden jeweils mit .vtt und du kannst sie dir separat herunterladen.

Robert
Geschrieben von Robert am 25. Februar 2024 um 18:47

Braucht man dazu unbedingt den Dienst von Pagekite und welche zusätzlichen Kosten entstehen durch die Nutzung? Weder im Video, noch auf der Webseite von Pagekite werden die Preise vernünftig erklärt. Einerseits nennen sie es "Pay-what-you-want", andererseits sieht man trotzdem Festpreise, je nach Nutzungsdauer. Also was denn jetzt?

Könnte man nicht an Stelle von Pagekite auch einfach alternativ einen dieser - zum Großteil wirklich kostenlosen - Dienste nutzen? https://freedns.afraid.org/ https://www.nsupdate.info/ https://www.duckdns.org/ https://www.dynu.com/

Lioh Möller
Geschrieben von Lioh Möller am 26. Februar 2024 um 07:59

Du kannst die Dienste nicht vergleichen. Bei den von dir genannten Anbietern handelt es sich lediglich um DynDNS Lösungen.

Pagekite ermöglicht es dir, Dienste im Internet bereitzustellen, ohne Konfigurationen an deinem Router durchrühren zu müssen.

Sofern du das vorziehst, bietet sich natürlich ein DynDNS Eintrag an, wobei nsupdate.info (der einzige wirklich vertretbare der genannten), mittlerweile keine neuen Accounts mehr zulässt.

Robert
Geschrieben von Robert am 26. Februar 2024 um 17:24

Ein purer DynDNS reicht also nicht aus. Wäre alternativ eventuell ngrok https://ngrok.com/pricing als Pagekite-Ersatz nutzbar? Wenn ich das richtig vestanden habe, bieten sie das kostenlose erreichen von "HTTP apps, webhooks, and APIs with a free static domain" an, wobei ebenfalls ein automatisches SSL Zerfikat enthalten ist.

Eine Tunnellösung, wie sie https://shadowsocks.org/ bietet, ist vermutlich nicht ausreichend um die NC-Dienste im Internet erreichbar zu machen, ohne den Router zu bemühen?

Norbert
Geschrieben von Norbert am 2. März 2024 um 23:34

Der Ansatz mit Snap ist sicher einfach, aber dann noch Pagekite zu benutzen ist IMHO unnötig. Ports im Router freizuschalten, ist ja keine Raketenwissenschaft. Aber gut wer es nutzen will.

James
Geschrieben von James am 26. Februar 2024 um 06:22

Woran ich - unabhängig von dem Video - Zuhause gescheitert bin war, dass ich aus der Sandbox des SNAPs heraus kein anderes Verzeichnis einbinden konnte. Nextcloud hätte auf einer schnellen SSD laufen sollen und das Datenverzeichnis auf einem RAID.

Seufz James

Lioh Möller
Geschrieben von Lioh Möller am 26. Februar 2024 um 12:46

Dazu gibt es im Wiki des Projektes einen Hinweis. Vielleicht hilft er dir ja weiter: https://github.com/nextcloud-snap/nextcloud-snap/wiki/Change-data-directory-to-use-another-disk-partition

Understater
Geschrieben von Understater am 26. Februar 2024 um 10:19

Eine selbstgehostete Cloud ist schon was feines. Da mir die private Cloud auf dem RaspberryPi jetzt schon zwei mal kaputt gegangen ist (Ausfall der USB-Festplatte) verwende ich die Lösung die wir auch in der Firma haben. Ich betreibe auf dem Raspberry einen leichten Debian Server der eine KVM Virtualisierung hat. Da kann man den Cloudserver einfach als Snapshot komplett "backuppen". Derzeit kommt der 2te Raspi-KVM_Hypervisor hinzu, so dass ich den Cloudserver schnell von einem auf den anderen verschieben kann. Auf der Arbeit haben wir natürlich ordentliche Hypervisoren.
Sollte ich mal eine "schmale" Backup-Lösung für eine Nextcloud finden, würde ich das gerne mal ausprobieren. Da ich aber da ich ständig unter Zeitnot leide ist die o.g. Lösung derzeit für mich am besten.

The_Raven
Geschrieben von The_Raven am 27. Februar 2024 um 09:11

Ich nutze NC (bez. damals noch OwnCloud) schon sehr sehr lange und bin auch echt begeistert davon. Aber das grösste Problem das ich sehe (vor allem für unerfahrene User) sind die Updates und die damit immer neuen Fehler welche auftreten. Gerade die neuste Version 28.x.x hat so einige echt nervige Bugs. Dazu kommt, dass nach wirklich jedem Update neue "Probleme" in den Grundeinstellungen angezeigt werden die es zu beheben gilt. Die würde lieber mal aufhören dauernd neues Zeug einzubauen und dafür mehr Fokus auf Stabilität und Benutzerfreundlichkeit legen. Was ich damit sagen will: Eine NC-Instanz zu administrieren ist recht aufwändig und wohl leider kaum für jeden User machbar.

Urs Pfister
Geschrieben von Urs Pfister am 28. Februar 2024 um 15:32

An sich würde ich es (ebenfalls) begrüssen, wenn direkt im Text die gesamte Anleitung stünde. Angefügt sei aber, sowohl Text wie Video benötigen viel Zeit, von daher erst mal Danke für den Beitrag.

Der wesentliche Teil der Lösung beruht darauf, dass pagekite.net verwendet wird. Ich habe etwas mit pagekite.net herumgespielt. Folgende Punkte sind mir aufgefallen:

a) Der Server (Betreiber) von pagekite.net ist in Island beheimatet (EFTA) b) Datenverkehr vom lokalen Rechner zum Zielrechner wird darüber abgewickelt c) Im "freien" Modus ist nach ca. 2.5 GB der Zähler zurückzusetzen. d) Zahl-Optionen scheinen passabel zu sein, sind jedoch im Datenvolumen limitiert e) Lösung ist Open Source (eigene Instanzen sollten möglich sein)

Positiv bei pagekite.net erscheint mir, dass die Installation direkt über Python noch einfacher als im Video gezeigt ist:

$ curl -O https://pagekite.net/pk/pagekite.py $ python pagekite.py 80 yourname.pagekite.me

Die zwei drei Fragen dürften nicht wirklich Kopfzerbrechen verursachen, der Mail-Account wohl auch nicht. Nicht ganz so positiv würde ich werten, dass bei einer solchen Lösung Man-in-the-middle doch relativ einfach ist. Ein neues Passwort für den hinterlegten Mail-Account kann jederzeit zugeschickt werden, das darauf folgende Kapern der Instanzen sehr einfach.

Ansonsten würde ich gerne noch anfügen, dass Nextcloud eine tolle Sache ist, wenn es darum geht, ein System aufzusetzen. Weit schwieriger ist es aber, Nextcloud-Instanzen später am "Leben" zu erhalten.

Bugs (insbesondere bei Plugins) können ein hohes Mass an Wissen erfordern, ansonsten Nextcloud nach einem Update nicht mehr läuft. Und zwar nicht einfach dort, wo es letztlich happert, sondern die Instanzen können komplett unbrauchbar sein.

Wer sich auf das Nextcloud-Abenteuer einlässt, dürfte gut bedient sein, die Instanz(en) wenigstens virtualisiert zu betreiben und vor jedem Update das gesamte Betriebssystem zu sichern. Das erspart manch böse Überraschung und kann bei der Fehlersuche enorm helfen.

V wie Vendetta
Geschrieben von V wie Vendetta am 7. März 2024 um 15:44

Nextcloud ist echt praktisch. Die vielen Addons sind auch reizvoll, wie Element, Kanban usw. Leider habe ich mittlerweile eine gewisse Furcht vor den Updates entwickelt, da diese nicht immer rund laufen.