Raspberry Pi Desktop Kurztest

Mo, 22. Juni 2020, Lioh Möller

Bereits im Jahre 2016 gab es erste Ansätze den Raspberry Pi PIXEL Desktop auf für x86-PCs zur Verfügung zu stellen. Die erste Version basierte noch auf Debian Jessie und wurde bereits nach einiger Zeit nicht mehr weiter entwickelt. Mit der Debian Buster basierten Version von Raspberry Pi OS (ehemals Raspian) steht auch eine neue Version für x86 bereit. Letztere trägt den Namen Raspberry Pi Desktop. Das Betriebssystem kann entweder im Live-Modus mit oder ohne Persistenz genutzt werden oder mit Hilfe des Debian Installers auf eine Festplatte installiert werden.

Nach dem ersten Start wird man von einem Assistenten begrüsst der die Einstellung der Sprache und die Vergabe eines Passwortes ermöglicht. Daraufhin können Updates eingespielt werden. Wie auch auf dem Raspberry Pi lautet der Standard-Benutzername pi für den sudo ohne Passworteingabe konfiguriert ist. Die grafische Anmeldung erfolgt standardmässig automatisch.

Die LXDE basierte Oberfläche kommt auch auf dem Pi zum Einsatz und wirkt durch die Comic-artigen Icons etwas kindlich. Die Softwareauswahl enthält neben Chromium, LibreOffice und Gimp die vom Pi gewohnten Lern- und Entwicklungstools wie zum Beispiel Scratch. Auch die Konfigurationswerkzeuge mit denen sich zum Beispiel der Hostname vergeben lässt, sind mit an Board. Die erst kürzlich veröffentlichte Bücherregal-Applikation ist ebenfalls enthalten. Über die Anwendung Recommended Software lassen sich installierte Anwendungen entfernen und neue hinzufügen. Die Auswahl ist allerdings recht klein, so dass man zwangsläufig nach einiger Zeit zu apt auf der Kommandozeile oder dem etwas mächtigen pi-packages Tool greifen muss.

Der Raspberry Pi Desktop ist für diejenigen empfehlenswert, die ein leichtgewichtiges Debian-basiertes Betriebssystem suchen, welches sich auch im Live-Modus dank der Persistenz-Funktion gut nutzen lässt. Die Softwareauswahl ist wie vom Rapsberry Pi gewohnt eher minimalistisch, erlaubt aber eine einfache Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Das Betriebssystem steht bisher nur für x86 und nicht für x86_64 zur Verfügung. Auch auf ältere Computer läuft es flüssig und bietet ausreichend Komfort.

Quelle: https://www.raspberrypi.org/downloads/raspberry-pi-desktop/