Der Affe ist raus - Ubuntu 20.10

Fr, 23. Oktober 2020, Ralf Hersel

Ubuntu 20.10, genannt Groovy Gorilla, befindet sich seit sechs Monaten in der Entwicklung und setzt damit den sechsmonatigen Release-Zyklus von Ubuntu fort. Es ersetzt die Vorgängerversion Ubuntu 20.04 LTS (Focal Fossa). Da 20.04 eine Version mit Langzeitunterstützung ist, werden die meisten Anwenderinnen auf ein Upgrade auf 20.10 verzichten, da sie noch mindestens viereinhalb Jahre lang kostenlose Updates erhalten werden. Was ist neu in Ubuntu 20.10?

Die Desktop-Umgebung wurde auf GNOME 3.38 erneuert. Über die Neuerungen dieser Version habe ich bereits im August berichtet und sie halten sich in Grenzen. Erwähnenswert ist die verbesserte Unterstützung für das Flatpak-Format, ein überarbeiteter Willkommen-Bildschirm, die Möglichkeit, Apps in der Anwendungsübersicht nach Wunsch anzuordnen und Verbesserungen beim Aufnehmen von Screenshots.

Die wahrscheinlich beste Neuerung von Ubuntu 20.10 ist die Verfügbarkeit von ISO-Images für den Raspberry Pi 4. Die Desktop-Images des Raspberry Pi 4 sind jedoch nur für die AArch64 (ARM64)-Architektur und Modelle mit mindestens 4 GB RAM vorgesehen. Canonical sagt, dass die neuen Raspberry-Pi-ISOs auf Raspberry-Pi-4-Modellen mit weniger als 4 GB RAM sowie auf Raspberry-Pi-3- oder -2-Modellen funktionieren, aber nicht offiziell unterstützt werden. Darüber hinaus bietet Ubuntu 20.10 sowohl Desktop- als auch Server-Images für das neu veröffentlichte Raspberry Pi Compute Module 4-Board. Auch hierbei werden nur Modelle mit 4 GB RAM oder höher unterstützt.

Aufseiten der Software gibt es erwartungsgemäss Versionsaktualisierungen. So kommt nun der Linux Kernel 5.8 zum Einsatz, Firefox ist in Version 81 enthalten, LibreOffice wurde auf Version 7.0.2 und der E-Mail-Client Thunderbird auf 78.3.2.

Dies ist die erste Version von Ubuntu, die nftables, ein Subsystem des Linux-Kernels, das die Filterung und Klassifizierung von Netzwerkpaketen, Datagrammen und Frames als Standard-Backend für die Firewall anstelle von iptables bietet, sowie Unterstützung für Active Directory (AD)-Anmeldungen hat. Ubuntu 20.10 bringt auch Unterstützung für zertifizierte Geräte, wie Dell XPS 2-in-1 und Lenovo Yoga, da Bildschirmtastaturen jetzt vollständig unterstützt werden.

Falls jemand auf dieses Zwischenrelease wechseln möchte oder eine Neuinstallation erwägt, kann sich bei Joey Sneddon vom OMG!Ubuntu! Portal die obligatorischen "10 things to do" anschauen.

Bei den Ubuntu-Varianten stehen bereits einige als 20.10er-Version bereit:

  • Kubuntu (KDE Plasma 2.19)
  • Ubuntu Budgie
  • Xubuntu (Xfce 4.16)
  • Ubuntu Kylin (UKUI 3.0)
  • Ubuntu Studio (KDE Plasma)
  • Ubuntu MATE (MATE Desktop 1.24.1)

Ubuntu 20.10 (Groovy Gorilla) kann ab sofort von der Webseite heruntergeladen werden. Die Varianten können über die jeweiligen Projektseiten bezogen werden oder direkt vom CD-Image Server.

Quelle: https://ubuntu.com/