Webloc Self-Defense

  Lioh Möller   Lesezeit: 3 Minuten  🗪 4 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Mit einigen Massnahmen kannst du dich gut gegen Ad-basierte Massenüberwachung wehren. Tipps für Android und Linux PCs.

webloc self-defense

Citizenlab hat einen ausführlichen Bericht zu Webloc veröffentlicht und ein kaum vorstellbares Ausmass an Massenüberwachung enthüllt. Diese zielt in erster Linie auf mobile Endgeräte mit Android ab, die genutzten Techniken sind allerdings auch auf anderen Plattformen nutzbar.

Unter Linux sind wir grundsätzlich schon gut geschützt, wenn du wie ich diese Firefox AddOns nutzt. Das Ganze kannst du ergänzen durch eine Firewall wie ufw oder Portmaster. Hier musst du dich allerdings für eins entscheiden. ufw ist einfach und schnell, Portmaster ist mächtig und bietet auch einen DNS-basierten AdBlocker sowie eine Applikationsfirewall. So kannst du bis auf die einzelne App herunter sagen, was wohin oder ob überhaupt ins Internet kommen soll.

Auf Android sieht die Situation etwas anders aus. Dort ist die Überwachung so tief in das System verankert, dass man eigentlich nur von der Nutzung abraten kann, auch von allen verfügbaren Custom-ROMs und ich dir wirklich nur ein Linux-Telefon empfehlen kann. Zu diesem Thema haben wir zusammen mit Peter vor einigen Monaten eine Status-Report Podcast-Folge aufgenommen.

Wenn du dir das bisher nicht vorstellen kannst, empfehle ich dir, ein Zweitgerät mit Linux aufzusetzen. Und wenn du dich nicht mit bisher nicht unterstützter Hardware herumschlagen willst, dann nimm so etwas wie Droidian oder Ubuntu Touch, da läuft eigentlich alles out-of-the-box. Ergänzen kannst du das mit Waydroid. Das ist so etwas wie ein simuliertes Android, das als App läuft (Achtung, das ist wirklich sehr vereinfacht dargestellt), und dort kannst du dann die meisten Android Apps auch nutzen. So kannst du schnell herausfinden, was läuft und was nicht. Mich hat das zum Beispiel schon zum Wechsel der Bank bewegt ;)

Und wenn du doch Android nutzen willst, dann ist meine Empfehlung ein Gerät mit /e/OS. Nicht weil es unbedingt das sicherste ist, das ist es nicht. Allerdings ist es aus meiner Sicht ein guter Mix aus Sicherheit und Komfort und bietet wirklich einige tolle Schutzfunktionen. So ist unter anderem direkt im OS integriert, dass du den Standort entweder faken, ganz abschalten und/oder nur für einzelne Apps freigeben kannst. 

Ergänzen kannst du das mit einem Host basierten DNS-AdBlocker, wie personalDNSfilter. Diesen findest du im F-Droid Store und dort kannst du dir auch gleich noch den Fennec Webbrowser installieren. Denn wenn immer es geht, solltest du Webseiten verwenden anstatt Apps. Instagram, Facebook und Co? Wenn dann nur im Browser und zwar mit einigen AddOns. Denn auch für Fennec gibt es uBlockOrigin oder den Privacy Badger. Wie das geht, erkläre ich dir in diesem Video.

Vielleicht hast du bereits einiges oder vieles davon umgesetzt oder hast noch für uns einen heissen Tipp? Dann teile diesen doch gerne in den Kommentaren.

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Tags

webloc, Privacy, Security

Lars
Geschrieben von Lars am 10. April 2026 um 11:09

"Auf Android sieht die Situation etwas anders aus. Dort ist die Überwachung so tief in das System verankert, dass man eigentlich nur von der Nutzung abraten kann, auch von allen verfügbaren Custom-ROMs und ich dir wirklich nur ein Linux-Telefon empfehlen kann."

LOL - Android ist Linux. Das Problem besteht vielmehr darin das Google es geschafft hat ihre diversen proprietären Komponenten wie Playstore, Location Services, Push Nachrichten uvm. soweit mit dem Android Open Source Project (AOSP) zu verzahnen, dass ein vollkommen Google freies Gerät eben nicht die gleiche Benutzererfahrung bieten kann. Und die Leute wollen das genau so benutzen und scheren sich nicht um für Sie völlig unsichtbare DatenTrackingÜberwachungs-Geschichten.

Der Report vom Citizenlab über Webloc ist wirklich erschreckend schlimm, aber überrascht uns das alles, mehr als 10 Jahre nach Edward Snowden, überhaupt noch? Die Anstrengungen zur Bewahrung der eigenen Privatsphäre sind IMHO langsam immer mehr zu einer Situation geworden, wo man wie ein Don Quijote mit seinem treuen Pferd Rosinante einsam und alleine gegen große Windmühlen kämpfen tut.

Lioh Möller
Geschrieben von Lioh Möller am 10. April 2026 um 18:30

Lars, es heisst GNU + Linux. Hast du denn gar nichts gelernt 😅

Wiesensohle
Geschrieben von Wiesensohle am 10. April 2026 um 11:54

[Android] »Dort ist die Überwachung so tief in das System verankert, dass man eigentlich nur von der Nutzung abraten kann, auch von allen verfügbaren Custom-ROMs…«

Da werfe ich mal GrapheneOS in den Ring…

Custom-ROM Vergleich

Martin
Geschrieben von Martin am 10. April 2026 um 12:39

Die Geräte von Volla finde ich auch empfehlenswert, sind (sehr vereinfacht gesagt) auf einer ähnlichen Ebene wie e/OS/ anzusiedeln und man hat mit dem "Sicherheitsmodus" eine schon vorinstallierte Lösung, um Apps den Internetzugriff individuell zu verweigern (und mit dem zuschaltbaren MicroG auch noch teilweise die Google-Dienste, wenn man das wirklich nutzen möchte - ich ja nicht...).

Außerdem arbeiten die zwei z.B. hieran (https://linuxnews.de/europaeische-hersteller-bauen-offene-alternative-zu-google-play-integrity/ )auch zusammen, was man zwar auch diskutieren kann, aber besser als der status quo allemal.

Sicher alles nicht die ultimative Lösung aber deutlich besser als das, was jetzt Standard ist. Und halt einfach und mit wenig Umgewöhnung für die Masse. Und wenn man das Gerät selbst auch noch ethisch besser haben will, kauft man sich ein Fairphone, Shiftphone oder ein unterstütztes Gerät aus zweiter Hand und flasht dann ggf. ein System der Wahl.