From Cloud to Edge and Beyond

Von der Cloud zu Edge oder doch weiterhin selber hosten?

Fr, 16. Oktober 2020, Lioh Möller

Hype-Themen gibt es immer wieder in der IT-Industrie. In den vergangenen Jahren ging es erst über skalierbare Infrastruktur-Projekte wie OpenStack hin zu Containern und letztendlich in Richtung Kubernetes. Dabei wird oftmals viel zu früh auf den Zug aufgesprungen und mit einem grossen Kraftakt versucht, klassische Projekte auf die vermeintlich neuen Technologien hin anzupassen. Ob dadurch letztendlich etwas gewonnen und ein tatsächlicher Mehrwert entsteht, spielt erst einmal keine Rolle.

Cloudlösungen wie k8s haben beispielsweise dann einen Sinn, wenn es um Skalierbarkeit geht. Ressourcen können bei Bedarf angefragt und erweitert werden, letztendlich sollten diese aber konsequenterweise auch bei Nichtbenutzung wieder abgebaut werden. In erster Linie wurde k8s für Webprojekte geschaffen und zunächst einmal für Google-Dienste denn es stammt ursprünglich aus dem Hause Alphabet Inc. und genau auf deren Anforderungen hin wurde es optimiert. Seit dem fluchen viele Administratoren über die Komplexität und in sozialen Netzwerken sieht man immer wieder Menschen, die sich genau darüber lustig machen (zumeist Betroffene, die ihre gute Laune bewahren möchten).

Aktuelles Trend-Thema ist Edge. Dabei wird versucht Compute-Ressourcen von Endkunden mitzunutzen. Auch hinter dieser Idee stehen massgeblich grosse Anbieter wie Google, Amazon und Co. die mittlerweile festgestellt haben, dass der Betrieb einer Cloud-Infrastruktur richtig viel Geld kostet. Der letztendlich logische Schritt ist da natürlich, dass man den Kunden wieder selbst Server betreiben lässt, doch diesmal sind sie nicht mehr dessen volles Eigentum, denn sie stellen letztendlich nur einen verlängerten Arm der grossen Cloud dar. Bezahlen darf der Kunde natürlich weiterhin, einerseits für die Hardware, aber auch für den Betrieb.

Bevor man also in die Migration hin zu einer externen Cloud nachdenkt, sollte man sich fragen, ob es nicht sinnvoller wäre, weiterhin selbstständig die eigene Infrastruktur zu betreiben. Und wenn es wirklich Microservices und Scale-Out sein sollen, dann lassen sich diese ebenfalls sehr gut selbst betreiben. Projekte wie Rancher können dabei unterstützen und die Komplexität teilweise verringern. Und möglicherweise gibt es dann auch einen Anwendungsfall für die eigene Edge-Lösung. Selbstgehosted und unabhängig. Eine Herausforderung bleibt ein solcher Technologiewechsel dennoch in jedem Fall.