Zugegeben, der Titel ist etwas reisserisch. Er hätte auch heissen können: "Gibt es die eine Textverarbeitung für alle (oder die meisten) Anforderungen?" Die Inspiration für diesen Artikel gab mir Roland mit seinem Kommentar unter diesem Artikel "Typst mit Typesetter schreiben". Das Wort "Textverarbeitung" eröffnet ein weites Feld. In seiner Allgemeinheit reicht es von der einfachen Notiz bis zum geschriebenen Buch oder der wissenschaftlichen Publikation.
Roland kommentiert:
Noch eine weitere Auszeichnungssprache, die man zunächst ersteinmal erlernen muss? Ich verstehe nicht, wieso es (fast) nie den umgekehrten Ansatz gibt: Als Anwender (also kein technisch Begabter, kein gelernter Informatiker, kein Computerfreak) möchte man solche Systeme wie, Markdown, Quarkdown, Typst, LaTeX etc. etc. doch eigentlich immer genau andersherum, als reine WYSIWYG-Editoren, benutzen und dann nur davon profitieren dass man den gesammelten Content auch in einer maschinennahen Auszeichnungssprache verwalten oder weitergeben kann.
Die extremen Enden möchte ich von meiner Betrachtung ausschliessen, nämlich die einfache Notiz und das Buch. Dennoch bleiben genug Anwendungsfälle für eine Textverarbeitung übrig, als da wären:
- Längere Notiz
- Blog-Beitrag
- Wiki-Beitrag
- Brief an das Finanzamt
- Bericht
- (Wissenschaftliche) Publikation
- Programm-Code
Diese Liste ist unvollständig. Gemeint sind Texte, die weder trivial noch syntaktisch elaboriert sind. Warum habe ich Publikationen und Programm-Code nicht ausgeschlossen? Weil es um die Werkzeuge und weniger um die Text-Typen geht.
Zurück zu Rolands Kommentar, dem ich zustimme. Hier lohnt es sich, die Nerd-Brille einmal abzusetzen. Ich möchte in erster Linie einen Text schreiben und formatieren und erst in zweiter Linie den Code sehen und verändern können. Wenn ich auf die anderen Kommentare schaue, befinden sich Roland und ich in der Minderheit. Viele sehen es umgekehrt: Zuerst den Text codieren, danach das Ergebnis rendern. Das spiegelt sich auch in den Markdown-Editoren wider. Bei den meisten steht der Markdown-Code im Vordergrund.
Doch es gibt Ausnahmen:
- Typora - ist sehr gut, aber leider proprietäre Software
- MarkText - kommt nahe an Typora heran, wird aber seit 2022 nicht weiterentwickelt
- MarkNote - ein Editor für und von KDE
- MarkFlowy - befindet sich noch in der Entwicklung
Die letzten beiden Anwendungen kannte ich noch nicht. MarkFlowy habe ich mir (als AppImage) kurz angesehen: läuft nicht. MarkNote fällt eher in die Kategorie der strukturierten Notiz-Anwendungen.
Die Qual der Wahl
Muss man sich drölfzig Anwendungen installieren, um für jeden Text-Typ das passende Werkzeug zu haben? Nein, muss man nicht. Das gilt nicht für diese Sonderfälle:
- Wer Code schreibt, sollte eine richtige IDE verwenden.
- Wer eine Wissensbasis erstellen möchte, dem empfehle ich eine strukturierte Notiz-Anwendung.
- Bei naturwissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt sich ein Satzsystem wie LaTeX oder Typst.
- Für andere wissenschaftliche Arbeiten genügt mehrheitlich eine normale Textverarbeitung wie LibreOffice o. ä.
Für Allerweltstexte verwende ich die kleine IDE Geany. Darin kann man Code schreiben, sie als Text-Editor verwenden und mit einem Plugin auch als Markdown-Editor einsetzen. Darüber gibt es bei uns einen eigenen Artikel. Möchte man den Brief ans Finanzamt schreiben, ist vermutlich eine Office-Textverarbeitung die einfachste Lösung.
Doch was bleibt dann noch für die Markdown-Editoren übrig? Die Antwort gibt ein Blick zurück auf den Anfang dieses Artikels:
- Längere Notizen
- Blog- und Wiki-Beiträge
- Ablenkungsfreies Schreiben
- Berichte oder kleinere Publikationen, die ohne anspruchsvolle Strukturen auskommen
Wenn euch der Inhalt wichtiger ist als die Formatierung, sind WYSIWYG-Markdown-Editoren Gold wert. Leider gibt es davon wenige, und die Wenigen überzeugen mich nicht. Das liegt weniger an den Werkzeugen, sondern an den Schwächen des Markdown-Formats. Versucht doch mal, im Markdown-Editor eurer Wahl eine Kapitelnummerierung durchzuziehen. Das geht nicht, weil Markdown zeilenorientiert ist und keine Ahnung von eurem Dokument hat. Falls euch nicht klar ist, was ich meine, hier ist ein Beispiel (geschrieben in Apostrophe):
Ja, ich weiss. Auch in Office-Suiten sind viele Leute mit dieser einfachen Aufgabe überfordert. Hand aufs Herz: Schafft ihr es in LibreOffice nummerierte Kapitel zu erzeugen? Ich habe es selbst gerade ausprobiert; so schwer ist es nicht:
Um ein passendes Ergebnis in Typst hinzu fummeln, brauchte ich eine halbe Stunde:
Während ich diesen Artikel geschrieben habe, wurden die Fragezeichen auf meiner Stirn grösser. Um diese glattzuziehen, hoffe ich auf eure Kommentare. Ich habe Fragen:
- Welche Anwendungsfälle für Textverarbeitung habt ihr (im Allgemeinen)?
- Schwört ihr auf wenige Werkzeuge, die Vieles können?
- Oder habt ihr für jeden Zweck eine spezielle Anwendung?
- Wann sind Markdown-Editoren die richtige Wahl?
- Bevorzugt ihr bei diesen Code-first oder WYSIWYG?
Ich bin gespannt, wie ihr das seht.
Titelbild: https://pixabay.com/illustrations/fighter-boxer-boxing-kickboxing-5489472/ (modifiziert)
Quellen: im Text




MarkText ist in der Community sehr aktiv was den Verbleib vom Maintainer angeht. https://github.com/Benjamin-Loison/marktext/issues/23
Es gibt aber einen Fork der versucht das Projekt wieder auf die Beine zu bekommen. https://github.com/Tkaixiang/marktext
Hier der neue Maintainer. https://github.com/marktext/marktext/issues/1290#issuecomment-3094522616
QOwnNotes für Markdown-Textdateien mit WYSIWYG. Für mich als einer der besten Markdowneditor.
https://www.qownnotes.org/
'Office-Monster' sind ja sehr beliebt, weil die alles können, vom Arbeitgeber verbindlich zur Verfügung gestellt werden und so schön bunt sind. Während meiner aktiven Zeit (ich bin jetzt Rentner) musste ich feststellen, dass der Nutzer (also ich) damit im Regelfall völlig überfordert ist. Obwohl untersagt, habe ich viel mit freier und dienstlich nicht zugelassener Software experimentiert. Für Präsentationen habe ich Latex (Beamer) genutzt. Es hat Spaß gemacht, war aber wirklich eine Herausforderung. Irgendwann bin ich dann doch wieder auf LibreOffice umgestiegen. Für Handouts habe ich versucht die Beamer-Präsentationen zu nutzen, das hat mich aber wirklich nicht befriedigt und ich habe die Handouts dann mit pdfLatex erstellt. Versuche hier auf MS-Office oder LibreOffice umzusteigen haben mich an den Rand des Wahnsinns (wo ist das Bild, warum ist jetzt schon wieder alles verrutscht, ...) getrieben. Dann gab es noch die dienstlichen Schreiben, die natürlich noch im vorgeschriebenen Design erstellt werden mussten. Es waren MS-Office-Vorlagen mit aufwendigen Grafiken, die von einem Künstler mit Corel Draw erstellt waren. Der Import nach LibreOffice war möglich aber die Ergebnisse waren unzumutbar. Ich habe das Design dann selbst mit Inkscape nachgebaut, aber auch das war nicht wirklich gut. Abhilfe: die Vorlage als Hintergrund im Latex-Dokument. Text im Editor erstellen. Mit einem Skript den Latex-Durchlauf starten und fertig. Für die Unterrichtsgestaltung habe ich kleine Programme (Perl, Python) erstellt, als Editor habe ich Kate genutzt. Und weil vim und emacs so toll sein sollten, habe ich die natürlich auch ausprobiert. Die sind aber sehr schnell auf der Tabu-Liste gelandet. Und wie man evtl. ahnt: ich habe Linux benutzt. Auch das war nicht zugelassen und Thema einer jeden IT-Sicherheitsprüfung.
Heute als Rentner: Ich erfasse zum Spaß noch Grundwasser-Daten und manchmal muss ich mit meinem ehemaligen Arbeitgeber und meiner Versicherung Abrechnen. Mein Anteil an der Arbeit ist das ergänzen einfacher Tabellen. dazu nutze ich den Editor nano. Für die Verarbeitung habe ich mir kleine Perl-Programme erstellt. Für die Plots und die Dokumentenerstellung rufen meine Skripte Octave und pdfLatex auf. Schreiben (Versicherung, Gemeinde, ...) werden mit LibreOffice erstellt,obwohl dafür jeder Texteditor völlig ausreicht. Notizen gibt es auch, die stehen aber auf irgendwelchen Zetteln. Mit Programmen zur Notizverwaltung habe auch schon gespielt, aber irgendwie reichen die Zettel.
Mit Mardown und Typst habe ich auch schon gespielt, die stehen auch weiter auf meine ToDo-List. Aber ich muss ja nicht mehr produktiv sein. Es hat also Zeit.
Notizen, Doku, usw. mache ich mit Emacs/org-mode, kann in alle möglichen Formate exportieren, ist aber direkt als Datei problemlos lesbar und verständlch.
Briefe schreibe ich mit Lyx (Latex-Frontend)
Der Rest hängt auch davon ab, ob die Dokumente ausgetauscht werden sollen. Dabei lassen sich Office-Programme leider oft nicht vermeiden. Mit OnlyOffice habe ich recht gute Erfahrungen gemacht.
Für mich als "Normal" User wäre ein funktionierendes Abi-Word vollständig ausreichend. Leider ist Abi-Word unbrauchbar, auch wenn es den Anschein erweckt all das zu haben, was ein Briefeschreiber braucht. Formatierungen verrutschen ohne Grund, häufige Abstürze, miese Importfunktion, Fenstergrößen werden nicht gespeichert usw. Also schlage ich mit Baumstämmen nach Fliegen und verwende Writer, das absolut zuverlässig funktioniert. Nur nutze ich als "Normal" User vielleicht 5 % der Möglichkeiten, die es hier gibt. Ein abgespecktes Writer mit grundlegenden Textfunktionen und der gewohnten Stabilität wäre ein Traum für mich.
Kurze Ergänzung zu LibreWriter: Der entsprechende Menüpunkt steckt in "Extras", "Kapitelnummerierung". Wahrscheinlich würde ich aktuell meine Markdown-Datei mit Collabora importieren und dort die Kapitelnummerierung kurz einschalten, dann ist die Sache erledigt. Aber im Alltag reicht mir die TOC-/Gliederungsstruktur in der Sidebar meines Editors. Da finde ich es ganz angenehm, dass keine Nummern die Übersicht stören. (Ich benutze Typora und UpNote, leider nicht FOSS.)
Vielen Dank für den Artikel! Ich nutze gelegentlich Ghostwriter, um ablenkungsfrei größere Textentwürfe mit Markdown zu schreiben. https://ghostwriter.kde.org/de/
Für den Hausgebrauch, wenn es gedruckt oder versendet werden soll, nutze ich bis ca. 10 Seiten den LO Writer, aber auch reine (Text)editoren retext oder scite, und andere. Mit Pandoc (u.a.) und (LaTex, odt, Word) Templates ist dann fast egal, wie es weiterbearbeitet werden soll. Collabora kenne ich (noch) nicht.
Zuhause werde ich mal testen, ob (im Template) "nummerierte Kapitel" sich auch im erzeugten "odt/docx" entsprechend niederschlagen, und für den LaTex Workflow mag u.a. das hier helfen, bzw. die dortige Diskussion:
[https://stackoverflow.com/questions/24208889/how-to-specify-numbered-sections-in-pandocs-front-matter] (https://stackoverflow.com/questions/24208889/how-to-specify-numbered-sections-in-pandocs-front-matter)
Legen wir besser den Mantel des Schweigens darüber, wie ich im LO eine Dokumentenvorlage mit numerierten Überschriften gebastelt habe, und was genau passiert ist, weiß ich noch immer nicht. ...Ich kam mir dabei vor wie ein Höhlenmensch!!! :D
Irgendwann war die Vorlage aber fertig, und ich habe sie als
nick1.ottabgespeichert. Mitpandoc -s -f markdown article.md --toc --citeproc --reference-doc=./template/nick1.ott --output=nick.odtfunktioniert die Sache.Man kann also tatsächlich (für Worddateien und odt/LO) die Vorlage mit nummerierten Überschriften verwenden, und zusätzlich in der LaTex Vorlage/ YAML Vorspann die Nummerierung regeln. Übersetzen kann man dann seinen
*.mdKram je nach Bedarf.Bei allen Tools, die Markdown einsetzen, muss man sich vor der Nutzung mit den Lock-In-Effekten beschäftigen: https://karl-voit.at/2025/08/17/Markdown-disaster/
Ich selbst bin mit Org-mode https://karl-voit.at/orgmode/ mehr als zufrieden. Das skaliert für mich von simplen Einkaufslisten über README.org-Dateien bis hin zu Projektmanagement, wissenschaftlichen Arbeiten, Präsentationen, Diagrammen, ...
YMMV HTH
Um dem eigentlichen Problem auf die Spur zu kommen, muss man wohl etwas weiter ausholen. Die Verarbeitung von Text ist eine der Primäraufgaben eines PC und deshalb gibt es Textverarbeitungen schon seit etwa 40 Jahren. Anfangs schrieb man alles in ASCII-konformen Zeichen und für die Formatierung wurden sogenannte "Steuerzeichen" eingesetzt und verwendet. Diese Extra-Zeichen legten Zeilenumbrüche, Text-Formatierungen, Kapitelmarken und alles weitere fest. Die Erstellung von Texten erfolgte also sehr ähnlich wie es heute noch bei den ganzen verschiedenen Markup- bzw. Auszeichnungsprachen der Fall ist. Eine wichtige Besonderheit - und das stellte sehr lange ein großes Problem dar - war die verschiedenartige Ansteuerung der eingesetzten Drucker, die je nach Modell, Druckertreiber, Papierformat und Betriebssystem unterschiedliche Ergebnisse lieferten. (Verschiedenartige Grafikkarten & Bildschirmauflösungen taten ihr übriges dazu). Kurzum: Man konnte sich nicht darauf verlassen, dass Texte & Dokumente identisch beim Empfänger ankamen.
Mit dem Aufkommen von WYSIWYG-Textverarbeitungen wurde die Situation zwar etwas besser aber das grundlegende Problem blieb ungelöst. Man konnte sich nie sicher sein ob der Gesamtinhalt einer Seite auch wirklich genau so auf einem anderen Drucker herauskam, auch weil es immer unterschiedlich große Ränder (oben, unten und links, rechts) gab, entweder durch Vorgabe des Druckertreibers oder weil der Drucker dort einfach nicht drucken konnte. Es war auch die Zeit sehr vieler verschiedener Druckerhersteller und Druckertechniken (Nadel-Matrix, Thermo, Typenrad).
Soweit ich es in Erinnerung habe kam genau wegen diesen Problemen das PDF-Format von Adobe Anfang bzw. Mitte der 90er Jahre als universelles Dateiformat für den elektronischen Dokumentenaustausch. Das Format sollte sicherstellen, dass Dokumente beim Empfänger stets in Layout und Inhalt exakt so erscheinen wie beim Absender, unabhängig von Betriebssystem, Software oder Hardware. Damit war diese Herausforderung gelöst und zumindest der PDF Reader war immer kostenlos. Leider hat Adobe das PDF-Format erst sehr spät 2008 als ISO freigegeben.
Zurück zum Thema: Das man heute immer noch Software benutzt, wo man notwendigerweise eine Markup-"Sprache" für die Erstellung von Texten erlernen muss ist ein rückgreifender Anachronismus. Eigentlich sollten wir alle nur noch reine WYSIWYG-Editoren benutzen, die jederzeit den genau umgekehrten Weg von Pandox & Co gehen können sollten und uns die Wahl lassen, ob ich den von mir erstellten Text, das Dokument, die Notizen, meinen Artikel in irgendeinem Markdown-Dialekt, als Plain ASCII Text oder in einem PDF speichern möchte.
> Das man heute immer noch Software benutzt, wo man notwendigerweise eine Markup-"Sprache" für die Erstellung von Texten erlernen muss ist ein rückgreifender Anachronismus. Eigentlich sollten wir alle nur noch reine WYSIWYG-Editoren benutzen,
Das sehe ich nicht so. Denn _wie _bedienst Du denn Deinen WYSIWYG-Editor? Durch den Klick auf einen Button oder sonstige Mausbewegungen? Genau das möchte ich nicht mehr haben - ich will fließend und schnell schreiben können, ohne auf den Bildschirm schauen zu müssen. Und das mit dem "erlernen muss" sehe ich bei Markdown recht entspannt. Halt 1 x 10 Minuten Zeit einsetzen. Fertig. Aber klar, auch hier gilt: Jede(r) hat seinen eigenen Workflow, so dass es ohnehin keine Lösung gibt, die für alle passt.
Ich verstehe dein Problem nicht und sehe da überhaupt keinen Widerspruch. Du kannst doch Texte auch fließend und schnell in einem WYIWYG-Editor schreiben und Tastaturkürzel bzw. Shortcuts zur Formatierung sind dort genauso vorhanden. Im Gegenteil würde mich jetzt interessieren wie du mit Hilfe von Markdown deine Texte zentrierst, rechtsbündig ausrichtest oder Absatzformate und das Seitenlayout festlegst? Wie wählst du mit Markdown Fonts und Schriftgrößen aus? Wie bekommst du Kopf- und Fußzeilen oder eine Seitennummerierung in dein Markdown Dokument?
Genau darum geht es: Die Trennung von Form und Inhalt. Wenn ich einen Markdown-Editor verwende, so konzentriere ich mich auf Inhalt (und Struktur) - und auf sonst nichts. Natürlich kann ich das auch in einem Office-Programm machen, nur muss ich dort in der Regel erst einmal etliche Dinge "ausblenden", die unnötiger Ballast sind. Und die Shortcuts sind eben nicht einheitlich (bei Office-Programm A ist es Strg + B(old), bei Office-Programm B ist es Strg + F(ett) usw. - Aber es kommt halt darauf an, in welcher Situation man ist. Ich muss (fast nie) ausgedruckte Briefe verschicken oder PDF-Dateien mit Logo versehen usw. 90 % meines Textalltags hat mit der Erstellung von Inhalten zu tun. 5 % ab und an mal mit Formatierungen - z. B. wenn ich von Verlagen für die Endredaktion Vorlagen zugeschickt bekomme, ich die ich meine (Markdown-)Texte gieße. - Aber wie gesagt: Das kann doch jeder so machen, wie er möchte und je nach Arbeitssituation können die Anforderungen ganz unterschiedlich sein. Mir erschien nur die Zuordnung "Anachronismus" nicht korrekt, da ich finde, dass gerade bei den digitalen Erfordernissen der heutigen Zeit ein "wenig-formatierter" Text sehr zeitgemäß sein kann.
Hilfreicher Überblick! Als Rentner mittlerweile: Für Notizen und kleine Skripte Kate und Geany, im Terminal Nano, ansonsten SoftMaker Office NX. An das bin ich geraten, weil ich dienstlich eine Broschüre mit sich permanent verändernden Spaltenbreiten erstellen musste - mit Word war kein konsistentes Layout zu erzeugen. SoftMaker ist wahrscheinlich nicht Open Source, für mich jedoch ein regionaler Betrieb. Mittlerweile arbeite ich viel mit LibreOffice Writer, was ich als umständlicher empfinde; das kann auch Gewohnheit sein. Als ich noch berufstätig war, stand hin und wieder Arbeit mit Pages und Numbers an. Das war richtig sperrig.
"Die eine" Anwendung wird es vermutlich nie geben. Ich bin auch immer noch in manchen Bereichen erschlagen. Nicht selten habe ich eine Vorlaufphase, in der ich darüber sinniere, welches System zum Einsatz kommen soll.
In einer früheren Tätigkeit hatte ich die Software-Dokumentation als Aufgabe. Natürlich hat mein Vorgänger alles in Word geschrieben, der kannte nix anderes. Da habe ich dann AsciiDoc eingeführt, welches sowohl die gedruckte Doku, eine PDF Fassung als auch eine Variante als Hilfesystem in der App umsetzen konnte. Markdown bot mir hier zu wenig Intelligenz, da würde Typst sicher eine gute Figur machen.
Nebenbei konnte die Übersetzung aus meinen Dateien schneller Umsetzungen liefern als aus Word heraus. Zuguterletzt konnte die Dokumentation auch in das Git-Repo integriert werden.
Ich schreibe Prosa in WordTsar, Notizen mit org-mode und Wissenschaftliches mit groff. Ich brauche also nur WordTsar (Prosa) und GNU Emacs (alles andere - Code kann es auch ganz gut).
Ich nutze Typora. Der Preis ist moderat (und gilt lebenslang für drei Installationen), die Unterstützung von LaTeX und Mermaid ist prima, der Import über Copy-Paste spitzenmäßig - läuft halt auf einer Browser-Engine. Dazu das minimale Menü. Einfach nur schick. Gleichzeitig wird Markdown in nicht selten in Notiz-Programmen oder auch in Browsern (Vivaldi: Notizen) unterstützt.
Als Alternative kann ich das leider nicht halb so populäre AsciiDoc empfehlen. Das kann noch deutlich mehr (z.B. Tabellen ohne Kopfzeile) und ist immer noch genauso simpel. Für Android gibt es mittlerweile einen Editor (Markor) der beides kann und auch pandoc versteht das.
Einen ganz guten Vergleich findet man hier: https://www.embarc.de/markdown-vs-asciidoc/
Ich bin Programmierer. Ich will mit Plaintext arbeiten und ihn in git verwalten. Deshalb benutze ich Markdown und Typst. Alles andere ist mir zu kompliziert - die tollen Guis mit 30 buttons finde ich nicht praktisch. Lyx ist ganz cool, wenn man in LaTeX einsteigt.
Danke für die gute Übersicht. Ich bin privater Anwender und finde keine Anwendung, mit der ich Texte, Tabellen, pdf und Bilder zusammenfassen und lokal abspeichern kann. Bisher nutzte ich die Notizen auf dem Ipad. Zum Abspeichern auf dem Rechner kann man die Notiz zwar exportieren, hierbei ist für die Übertragung in Libreoffice einiges an Nacharbeiten erforderlich. Es wird auch nicht alles übertragen, wie z.B. Fotos und in Notizen eingebundene pdf als Anhang.
Hallo! Ich nutze LaTeX und arbeite mit Kile. Ich schreibe damit Briefe, geschäftlich und privat, Aktennotizen, Artikel und mein Tagebuch, das mit etwa 150 Seiten jährlich zum Buch wird. Einfachere Dinge erledige ich mit Libre Office. Schade finde ich, dass ich die Dokumente nicht oder nur schwer in andere Formate konvertieren kann. Ein langer LaTeX-Text, den jemand nicht als pdf sondern als .docx, .rtf oder .odt haben möchte, bereitet mir Schwierigkeiten, auch wenn ich sie in ein Notiz-Programm einfügen möchte. Das Handeln von großen Word-Dokumenten (bis zum Datenverlust) ist anscheinend sehr problematisch. Von einem kommerziellen Produkt muss eigentlich Qualität erwartet werden können. Das Beispiel mit LibreOffice kannte ich nicht, finde ich aber "zum Fürchten".
Ich verwende nur noch Markdown zusammen mit Visual Studio Code. Das hat für mich Libreoffice praktisch überflüssig gemacht. Worin besteht der Vorteil. Die KI Claude Code kann direkt in Markdownfiles schreiben. Ich schreibe etwas in MD und kann es dann in Präsentationen einfügen oder in Textdokumente. Ich transformiere das dann einfach mit pandoc. Dazu habe ich mir mit der KI pandoc templates erstellt.
Also kurz zusammmengefasst. Markdown ist von allen Textsatzsystemen am besten für KI-Textassistenz. Latex arbeitet über pandoc hervorragend mit Markdown zusammen.