Zum Wochenende: Attention Please!

Fr, 14. Oktober 2022, Lioh Möller

Alle kommerziellen sozialen Netzwerke haben eins gemeinsam: sie leben von deiner Aufmerksamkeit. Dabei scheint im Menschen tief verankert zu sein, dass negative Nachrichten stärkere Reaktionen hervorrufen. Mögliche Ursachen dafür liegen tief. Bereits im Kindesalter erfahren viele von uns, dass es sich lohnt zu schreien, um zu bekommen, was man möchte. Oder dass ein Abschneiden der Tulpen im Garten, des zugegebenermassen unfreundlichen Nachbarn zwar Empörung hervorruft und möglicherweise eine Entschuldigung nach sich zieht, die gewünschte Aufmerksamkeit jedoch generiert wird.


Empörung gilt als politischer Ausdruck und ist durch die permanente Verfügbarkeit sozialer Medien jederzeit möglich. Viele Anbieter gehen sogar noch weiter. So spielt die YouTube Android App beispielsweise nur Inhalte ab, solange diese im Vordergrund läuft. Eine mögliche Alternative stellt der Einsatz des Browsers Fennec mit dem Add-On 'Videowiedergabe im Hintergrund' dar. Grundsätzlich ist der Browser in den meisten Fällen das bessere Mittel der Wahl für den Zugriff auf soziale Netzwerke, da dort Tracking-Schutzmechanismen oder Adblocker wie uBlock Origin greifen. Andere Apps lassen sich nur durch Sicherheitsmechanismen oder systemweite Adblocker wie Rethink-DNS in ihre Schranken weisen.

Auch wir selbst sind von dem Thema der Aufmerksamkeitsgenerierung direkt betroffen. So sind Artikel wie der kürzlich erschienene Beitrag zu ungelösten Fragen bei Nextcloud Garant für hohe Klickzahlen. Dazu kommt es bei uns jedoch nicht, weil wir darauf angewiesen wären, sondern weil wir als Community-Projekt auch Raum für persönliche Anliegen unserer Autoren bieten. Auch wenn viele der im Artikel aufgeführten Punkte in kürzester Zeit von euch widerlegt werden konnten, kam es dennoch zu einer angeregten Diskussion mit vielen spannenden Beiträgen. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass natürlich auch Raum für Gegendarstellung und andere Erfahrungen gegeben ist. Ihr seid gefordert eure Meinung einzubringen und eine gute Recherche liegt in der Verantwortung des jeweiligen Autors. Denn dieser steht letztendlich mit seinem Namen für die von ihm oder ihr angebrachten Punkte. Im konkreten Falle hatte der Autor des Artikels klar die Intention, Feedback von der Community zu erhalten und zum Erfahrungsaustausch aufzurufen. Im Resultat scheint dies gelungen zu sein, dennoch würden wir uns über weitere Berichte von euch freuen.

Tags

WzS, Aufmerksamkeit