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Peter Mack hat ja bereits öfters von einem OnePlus 6 zur Nutzung von Linux auf dem Handy geschwärmt, unter anderem bei uns im Podcast.
Solch ein Gerät heute noch zu ergattern ist gar nicht so einfach, immerhin hat es bereits 7 Jährchen auf dem Buckel. Es glänzt jedoch durch eine sehr gute Linux-Unterstützung und im postmarketOS-Projekt erfreut es sich weiterhin einer grossen Beliebtheit.
Nachdem ich wochenlang fuchsartig auf der Lauer gelegen habe, konnte ich solch ein Gerät im neuen Zustand aus China erwerben. Geliefert wurde es in Originalverpackung, aber halt mit einem chinesischen Netzteil. Mit USB-C stellte das aber keine grössere Hürde dar.
Ich war sehr überrascht über das geringe Gewicht und die geringe Dicke des Gerätes. Mein Pixel 3a, welches aus einer ähnlichen Zeit stammt, ist fast doppelt so dick. Damit einher geht aber auch meine Sorge, dass es recht anfällig auf Kratzer und ähnliches ist, zumindest was die Rückseite des Gerätes betrifft, denn das 2.5D Corning Gorilla Glass 5 Display macht auf mich einen soliden Eindruck.
Ich stand also schon vor der nächsten Herausforderung eine passende Hülle zu finden und nach dem Durchwühlen einer Vielzahl von Reviews kam eigentlich nur eine Originalhülle von OnePlus infrage. Doch auch diese ist eigentlich kaum noch zu bekommen. Selbst auf den gängigen Verkaufsplattformen konnte ich die Hülle nur für andere Modelle finden.
Fündig wurde ich letztendlich bei AliExpress und ich war überrascht, dass schon nach 3 Wochen die Hülle bei mir im Briefkasten lag.
In der Zwischenzeit konnte ich natürlich die Füsse nicht stillhalten. Mich persönlich interessiert aktuell ganz besonders das Projekt Duranium. Dabei handelt es sich um ein ausgeklügeltes Immutable Betriebssystem mit A/B-Slot Funktion auf Basis von postmarketOS. Auf der Webseite https://duranium.postmarketos.org/ konnte ich den passenden Download für das OnePlus 6 (Codename Enchilada) finden. Bei dem Codenamen Fajita handelt es sich um das OnePlus 6a, welches ebenfalls gut unterstützt wird.
Der Download-Assistent bietet zwei Varianten zur Auswahl und ich habe mich zunächst für die Version mit Phosh als Desktopoberfläche entschieden, da diese besonders gut auf mobile Endgeräte optimiert sein soll und mir das Projekt aus anderen Experimenten nicht unbekannt ist. Alternativ stehen Builds mit Plasma Mobile zur Verfügung, welche ebenfalls sehr gut laufen und mit dem sich ein ganzes Universum an spannenden Mobilen-Applikationen auf Qt-Basis auftut.
Als guter Anlaufpunkt gilt für die Suche von Apps, die gut auf einem Linux-Mobile laufen, eignet sich die von Peter initiierte Webseite LinuxPhoneApps.org. Dort lassen sich nicht nur Apps und Spiele anhand von Kategorien entdecken. Die einzelnen Applikationen werden anhand einer Punkteskala von 1 bis 5 auf Mobile-Support bewertet, wobei 5 die bestmögliche Unterstützung darstellt. Doch zurück zu Duranium. Zum Abschluss des Download-Assistenten habe ich ein raw.zst-Archiv zum Herunterladen angeboten bekommen. Leider konnte ich dort keine weiteren Informationen finden, was denn damit jetzt zu tun sei. Also bin ich zunächst die reguläre postmarketOS Webseite für das OnePlus 6 durchgegangen und konnte anhand der bereitgestellten Informationen zunächst einmal den Bootloader entsperren. Ausserdem wird dort empfohlen vor dem Flashen von postmarketOS das vorinstallierte Android auf die zuletzt von OnePlus zur Verfügung gestellte Version zu aktualisieren, um eine bessere GPS-Unterstützung zu gewährleisten.
Die Installation von Duranium unterscheidet sich jedoch etwas von der Installation eines regulären postmarketOS, hier kam ich also mit meinem raw.zst-Archiv nicht weiter. Nach einem Durchstöbern des Wikis bin ich fündig geworden und konnte auf der Duranium Wiki Seite die mir fehlenden Informationen finden. Hier wird beschrieben, dass zunächst ein Image des u-boot Bootloaders geflashed werden muss und erst daraufhin das Duranium Abbild. Das ganze passiert im Fastboot-Mode und funktionierte ohne weiteres.
Der Schreck kam erst kurz danach. Mit viel Freude startete ich das Gerät neu und sah bereits die lustigen Pinguine (Tux wird übrigens dieses Jahr 30) über den Bildschirm flackern.
Es startete ein Assistent, bei dem ich aufgefordert wurde, ein Passwort für die Festplattenverschlüsselung (FDE) und einen Pin zum Entsperren des Gerätes zu vergeben. Gesagt, getan, startete nach einer kurzen Wartezeit auch der Phosh Anmeldebildschirm.
Ich konnte mich mit dem Gerät vertraut machen und bereits einen guten Eindruck gewinnen. Nun wollte ich aber natürlich sehen wie das mit der FDE umgesetzt worden ist und hab das Handy neu gestartet. Und dann kam der Schock. Das Display flackerte nur kurz und dann startete es wieder neu. Auch fastboot liess sich nicht mehr öffnen. Ich dachte schon, es wäre bricked und habe fast die Hoffnung aufgegeben.
Zunächst habe ich versucht zurück an den Start zu gehen, also das Stock-Android-ROM neu zu installieren. Aber wie, ohne fastboot? Tatsächlich gibt es einen kleinen Helfer namens edl mit dem das flashen auch so noch möglich ist. Im Issue Tracker von Duranium habe ich zwischenzeitlich auch noch einen anderen User gefunden, der schon ganz traurig war und fast die Hoffnung aufgegeben hat, sein Gerät nochmal nutzen zu können. Dort habe ich dann auch meine Erkenntnisse zum Flashen des Stock-Android-ROMs mit edl dokumentiert, denn das ging soweit.
Aber leider war fastboot damit immer noch nicht wieder zugänglich. Ich hatte also ein Android Device, das man zwar nutzen konnte, aber viel mehr auch nicht. Und genau das wollte ich ja nicht, ich wünsche mir ja mehr Freiheit und nicht weniger.
Nach ein oder zwei Nächten, in denen ich darüber geschlafen habe, wie es nun weitergehen sol, habe ich mein Problem in der Duranium Matrix-Gruppe geschildert. Ich habe mich dort schnell ernstgenommen gefühlt und schon bald konnten die ersten Entwickler_innen das Verhalten reproduzieren. Aufgrund der komplexen Partitionsstruktur von Duranium, die genutzt wird, um unter anderem A/B-Slots zu realisieren und den langen Partitionsbezeichnungen, kam wohl das OnePlus 6 an seine Grenzen und verweigerte dann grad den Start von fastboot. Die Lösung war die vorhandenen Partitionen mit edl zu löschen und dann ein korrigiertes Abbild zu flashen.
Dieser kurze Ausflug hat dazu geführt, dass sich die Abbilder insbesondere für diese Geräteklasse ab sofort deutlich sorgenfreier installieren lassen.
Und für diejenigen unter euch, die das ganze mal selbst probieren möchten, vergebe ich das OnePlus 6 mit Originalhülle an einen glücklichen Gewinner. Teilnehmen kann jede Person die meine Arbeit mit einem Betrag von CHF 10 unterstützt. Um es etwas spannender zu gestalten, darf jede Person maximal 2 Lose in den Topf werfen. Falls du das möchtest, dann Spende bitte einmal CHF 10 und danach nochmals CHF 10, damit es für mich klar wird.
Um euch ausreichend Zeit zu lassen habt ihr bis zum 28. Mai, dann fallen die Würfel. Die Auslosung erfolgt in der Spacefun-Telegram Gruppe, sofern ich es denn hinbekomme den Würfel-Bot zu bedienen.
Die Person, die das Gerät gewonnen hat, wird dann auch namentlich hier unter dem Beitrag genannt werden. Wenn ihr nicht möchtet, dass dort euer Klarname erscheint, dann schreibt im Spendenvorgang bitte euer Alias mit dazu.
Ich wünsche euch schon jetzt viel Spass mit Linux auf dem Handy!
Bildquelle: auch ein blindes Huhn findet einmal ein Linux-Phone, Blogpost von postmarketOS bei der ersten Ankündigung von Duranium


Danke an alle Unterstützer_innen für die Teilnahme und herzlichen Glückwunsch an den Gewinner Ole S.