Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 - Grundlagen
- Teil 2 - Oberfläche
- Teil 3 - Office
- Teil 4 - Personal Information Management
- Teil 5 - Kommunikation (das ist dieser Artikel)
- Teil 6 – Projekte und Wissen
Freundlicherweise hat die Adfinis AG meinen Testzugang zum openDesk um einen Monat verlängert, weil ich mit dieser Serie bislang nicht fertig bin. Aus Transparenzgründen weise ich erneut darauf hin, dass die Adfinis AG ein Sponsor von GNU/Linux.ch ist, was aber nichts mit dieser Serie zu tun hat. Beim Hinweis auf den Ablauf des Testmonats, wurde mir der Digital Sovereign Workplace Discovery Workshop angeboten. Selbstverständlich möchte Adfinis mit der Teilnahme am Netzwerk SDS und der Teststellung von openDesk neue Kunden gewinnen. Das ist völlig in Ordnung, wenn es darum geht, Ausgaben in die lokale IT-Wirtschaft umzulenken. Ich freue mich auf diesen Workshop und bin gespannt, ob die IT-Entscheider bei meinem Arbeitgeber, sich auch darauf freuen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf diesen Kommentar bei Heise hinheisen (sorry, musste sein :).
Genug der Vorrede. Im fünften Teil dieser Serie geht es um zwei Kommunikationsanwendungen, nämlich Videokonferenz und Chat. Zur Kommunikation gehört auch E-Mail, aber diese Anwendung habe ich bereits in Teil 4 behandelt. Ich bezweifle, ob ich das in der Testinstallation richtig ausprobieren kann; wir werden es sehen.
Videokonferenz
Oh, ich bin überrascht: Jitsi!
An dieser Stelle hätte ich Nextcloud-Talk erwartet. Jitsi ist eine etablierte Video-Call-Lösung, die ich ständig verwende. Sie basiert auf dem Standard WebRTC und wird von allen Browsern nativ unterstützt. Doch wenn es um eine integrierte Büro-Lösung geht, frage ich mich, wie man Jitsi in die übrigen Anwendungen einbinden kann. Ein typisches Beispiel ist die Einladung zu einem Video-Call im Kalender oder per E-Mail.
Falls ihr Jitsi nicht kennt, erläutere ich kurz die wesentlichen Funktionen:
- Man erstellt einen Konferenzraum, indem man ihm einen Namen gibt (siehe Screenshot)
- Dann gibt man im Webbrowser ein Mikrofon und eine Webcam frei (oder nicht)
Im laufenden Video-Call hat man mehrere Optionen (von links nach rechts):
- Mikrofon ein-/ausschalten oder Gerät auswählen
- Kamera ein-/ausschalten oder Gerät auswählen
- Eigenen Bildschirm teilen (ganzer Bildschirm oder einzelne Anwendungsfenster)
- Chat einblenden
- Mit Emojis reagieren (z. B.: Hand heben)
- Liste der Anwesenden anzeigen
- Videos der Anwesenden als Kacheln anzeigen
- Weitere Personen zum Call einladen
- Weitere Einstellungen
- Auflegen: Call beenden
Doch wie geht das jetzt mit der Integration?
Exkurs: Microsoft 365
Ich kann es mir nicht verkneifen, aber ein wenig "ranten" in diesem Kontext, gehört doch dazu. Als ich den ersten Absatz dieser Serienfolge geschrieben habe, musste ich über den Webbrowser auf meinen Firmen-Account zugreifen (office.com). Früher ging es noch so einigermassen, aber mittlerweile ist die Benutzererfahrung bei Microsoft nicht mehr zu unterbieten. Nach der Anmeldung landet man auf einer übersichtlichen Seite, die den direkten Zugriff auf die wesentlichen Produktivitätsanwendungen erlaubt. Von wegen – man landet in der KI-Hölle:
Der Zugriff auf E-Mail, Kalender, Kontakte, Word, Excel, PowerPoint usw. ist alles andere als offensichtlich. Aber lassen wir das; ich möchte mich nicht weiter aufregen.
Chat
Oh, ich bin schon wieder überrascht: Matrix!
An dieser Stelle komme ich nicht weiter, wie ihr aufgrund der Bildschirmaufnahme erahnen könnt. Ach was, natürlich komme ich weiter. Nach dem Klick auf "Bestätigung nicht möglich", hangelt man sich durch drei weitere Dialoge und landet dann im Matrix-Client von openDesk.
Nachdem ich eine Weile mit mir selbst gechattet habe, erspare ich mir eine gründliche Erklärung von Matrix, weil die meisten von euch Matrix kennen. Daher nur ganz kurz:
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Chat-Inhalte (auch in Gruppen)
- Drei-stufige Organisation: Spaces, Räume und Threads.
- Video-Calls, Telefonate, Chats
- Sprachnachrichten, Umfragen und Standort-Teilung
Integration
Beim ersten Öffnen von Matrix in openDesk, habe ich "Termine anzeigen" gesehen, was ich jetzt leider nicht mehr finde. Das war ein Indiz für die Integration des Chats mit Terminen. Deshalb gehe ich die Sache nun von einer anderen Seite an. Ich habe mir einen Anwendungsfall ausgedacht:
Use Case: Erstelle einen Termin und lade die Teilnehmenden zu einem Video-Call ein.
Zuerst habe ich mich selbst als Person in der Kontakt-Anwendung erzeugt. Da ich in openDesk als "demo user179" unterwegs bin, bin ich selbst eine andere Person in dieser Demonstration. Dann habe ich in der Kalender-Anwendung einen neuen Termin erstellt:
Der Dialog zum Erzeugen eines Termins besteht nur aus einem Fenster. Damit ihr alle Felder sehen könnt, habe ich den oberen und unteren Teil des Dialogs nebeneinandergelegt. Hier sind zwei Sachen interessant: Man kann dem Termin eine Videokonferenz hinzufügen und ich kann mich aus den Kontakten zum Termin einladen. Nach dem Speichern des Termins sieht er so aus:
Das erscheint mir alles schöner, aufgeräumter und logischer als in MS-Outlook. Nach einem Klick auf "Telefonkonferenz beitreten" öffnet sich Matrix mit alles und scharf:
Interessant sind die Optionen (siehe rechts oben). Der gibt es:
- Video ein-/ausschalten
- Breakout-Sessions
- Meeting-Steuerung
- Abstimmungen
- Whiteboard
- Infos zu den Teilnehmenden
Herz, was willst du mehr? Ich kann mir noch andere Anwendungsfälle für die Integration vorstellen, doch diese würden die Länge dieses Artikels sprengen. Doch eine Frage habe ich noch. Für Videokonferenzen verwendet openDesk Jitsi. Bei einer Videokonferenz aus dem Kalender heraus, kommt jedoch Matrix zum Einsatz. Ist das ein Widerspruch oder eine Inkonsistenz? Nein, ist es nicht (höchstens bei der Namensgebung). Ich erkläre mir das so: Jitsi sehe ich eher als allgemeines Werkzeug für Videokonferenzen, welches sich insbesondere für die Kommunikation mit externen Teilnehmenden eignet. Wer den Link kennt, kann teilnehmen. Matrix ist stärker in openDesk integriert und empfiehlt sich für interne Konferenzen.
Fazit
Alles gut. Ich habe nichts zu meckern.
Titelbild: openDesk
Quellen: im Text









Hallo Ralf, die Serie wird zusehends immer spannender.
Ist Matrix in OpenDesk "eingesperrt" oder könntest du andere Clients nutzen, um teilzunehmen?
Schönen Gruß
In der default-Konfiguration kann man auch andere Clients nutzen.
Schöne Artikelserie danke Ralf,
Ja Opendesk scheint alles zu bieten, was man so auch bei der Firma aus Redmond bekommt. Allerdings fürchte ich, das in meiner Firma erst die Welt untergehen muss, bevor die sich von ihrer Abhängigkeit non MS lösen.🙁 Den dafür muss man halt Entscheidungen treffen, und auch die Konsequenzen daraus tragen. Und dafür habe die Verantwortlichen hier nicht die Exxr in der Hose.
Das Problem ist nicht die Software, das Problem sind die Entscheider in diesem Land.
Aber schön zu sehen, das ich nicht der Einzige bin der seine Frisur schon auf Sommer getrimmt hat.😁
Jetzt fehlt nur noch zwei Artikel.
Wie gut kann man OpenDeskt Administieren also Alltags Admin tätigkeiten wie User anlegen, Löschen, Teams verwalten, Firmenvorlagen hinzufügen, gäste definieren und rechte ggf. mittels GPO verwalten.
Und wie leicht lässt sich OpenDesk aufsetzen, mit Identity Provider verbinden, Backup regeln, Firmen Adressbuch integrieren, eigene Anwendungen verknüpfen und Daten mit einem ERP austauschen. Wichtig: Admin tearing.
Was wir sehr häufig brauchen ist die Integration von Dateien und Medien in Teams.
Wie gut funktioniert das versenden von Dateien. Kann man jitsi mit einem Team Ordner oder einem Upload verzeichnis verbinden und direkt aus Jitsi zusammen an einem Office dokument arbeiten.
Liebe Leute
Vielen Dank für euer Interesse an der openDesk-Serie. Ich kann eure Fragen nachvollziehen, aber nicht beantworten. Dafür fehlen mir das Wissen und die Zeit. Vorschlag: Klickt euch selbst eine openDesk-Installation und probiert es aus. Das Thema wird uns (hoffentlich) noch lange beschäftigen. Es gibt viele offene Fragen, zu denen ihr selbst die Antworten in Artikeln schreiben könnt. Macht mit, und tragt mit euren Erkenntnissen zu einer souveränen Büro-Umgebung bei.
Also die Open Source Programme Jitsi, Matrix, Nextcloud, Collabora Office, Xwiki und OpenProject kann man sich doch jederzeit selbst einzeln zusammenklicken. Insgesamt erschliesst sich mir bislang überhaupt nicht, was genau der wirkliche openDesk-Anteil an dem Gesamtpaket ist (etwa nur das Übersichts-Menu und das es eine Single-Sign-On-Lösung gibt?) und wieso wird zusätzlich zwingend eine gehostete Platform bzw. spezieller Support dafür benötigt. Ein wenig fragwürdig finde ich auch das man sich openDesk nicht einfach irgendwo downloaden kann, was doch auch Teil des Open Source Gedanken ist, oder irre ich mich?
A) Der Code ist auf openCode verfügbar und kann dort heruntergeladen werden. B) openDesk bietet eine Integrationsschicht, die eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen den Apps ermöglicht. C) Es ist für große Installationen konzipiert, die eine effiziente Verwaltung zahlreicher Benutzer mit SSO und UCS ermöglichen. D) Betreiber von BSI-zertifizierten Rechenzentren müssen auch im Ernstfall Support leisten, um ihr Zertifikat nicht zu verlieren.
> An dieser Stelle hätte ich Nextcloud-Talk erwartet.
Hier muss man im Hinterkopf behalten aus was openDesk hervorgegangen ist und wann das entwickelt wurde. Da gab es noch gar kein Nextcloud-Talk