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GNU/Linux.ch - News rund um das Freie Betriebssystem

Kollaborativ geschriebene Neuigkeiten über GNU/Linux und Freie Software.

Messenger Riot plant Namensänderung

Di, 23. Juni 2020, Lioh Möller

Der beliebte Matrix-Client Riot, sowie die dahinter stehende Firma sollen umbenannt werden. Grund dafür ist, dass es im Laufe der Jahre immer wieder Probleme mit dem Namen Riot gab. So hat ein grosser Spielehersteller die Entwickler bisher daran gehindert, Riot oder sogar Riot.im als Warenzeichen zu registrieren. Das hat dazu geführt, dass es einige zweifelhafte Forks der Applikation gab, welche sogar das gleiche Logo trugen und die hinter der Applikation stehende Firma New Vector keinerlei Möglichkeiten hatte, diese aus den jeweiligen Appstores entfernen zu lassen.

Auch wurde der Name oftmals mit Gewalt oder einem Aufruf zur Gewalt verbunden. Laut Aussage der Entwickler war dies nie die Intention. Es sollte vielmehr ein "Aufstand der Farben" sein, was sich auch in der vielfarbigen Startanimation der Applikation auf Mobilgeräten widerspiegelt. Vielen Nutzern war auch der Zusammenhang zwischen Riot, RiotX, New Vector und Modular nicht klar. Mit der geplanten Änderung sollen diese Missverständnisse ausgeräumt werden. Sie bezieht sich auf alle Applikationsbestandteile sowie den Firmennamen. Laut Matthew Hodgson soll die Änderung in den nächsten Wochen passieren. Wie genau der neue Name lauten wird, wurde noch nicht öffentlich kommuniziert. Wir können also gespannt bleiben.

Quelle: https://blog.riot.im/the-world-is-changing

Big Blue Button überzeugt in Baden-Württemberg

Di, 23. Juni 2020, Ralf Hersel

Das Kultusministerium hat den Schulen im Land seit Mitte April 2020 das datenschutzkonforme Videokonferenz-Tool Big Blue Button für das Fernlernen zur Verfügung gestellt. Interessierte Schulen können seit Anfang Mai Bedarf anmelden und BBB als zusätzliche Funktion in ihrem Moodle-Account freischalten lassen. Etwas 500 Schulen nutzen es bereits. Zusätzlich werden Fortbildungen zu Moodle und Big Blue Button angeboten.



Auf der Seite des Kultusministeriums finden sich interessante Details zum Einsatz von BBB an Schulen, sowie Fortbildungsangebote. Die positiven Rückmeldungen sprechen für sich:

„Am Bodensee wird der Button schon emsig eingesetzt. Endlich gibt es eine datenschutzverträgliche offizielle Lösung für Webkonferenzen.“ Sowie: „Nachdem BBB und Moodle als geniales Team im Wesentlichen super läuft und wir damit in Baden-Württemberg einen Einstieg in selbst gehostete und damit souveräne Lernplattformen mit Open Source hingelegt haben, möchte ich im Namen meines ganzen Kollegium aus ganzem Herzen ein ganz großes Dankeschön sagen.“

Gajim 1.2.0 erschienen

Di, 23. Juni 2020, Ralf Hersel

Gajim ist ein voll ausgestatteter XMPP-Client. Er ermöglicht das Chatten in dezentralen Netzwerken mit einem der vielen verfügbaren XMPP-Anbieter oder sogar mit einem eigenen Dienst. Gajim bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ist erweiterbar und quelloffen. Mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung von Gajim 1.1.3 ist die Version 1.2.0 erschienen. Höhepunkte dieser Version sind verbesserte Gruppenchats, komplett neu geschriebener Netzwerkcode und ein Assistent zum Erstellen von Konten.

Gruppengespräche

Ein wichtiger Teil vieler Instant Messenger sind die Gruppen-Chats. Bisher wurden Aktionen im Zusammenhang mit Gruppen-Chats, wie das Ändern des Nicknames oder das Einladen von Personen, in separaten Dialogen angezeigt. In Gajim 1.2 wurden all diese Dialoge in Gruppenchat-Seiten umorganisiert, die den Chat überlagern. Zusätzlich dazu ist es jetzt auch möglich, für jeden Gruppenchat eine Info-Seite anzuzeigen, die die Einstellungen des Chats, die Beschreibung, das Thema und so weiter enthält. Das Einladen von Personen ist mit der neuen Einladungsseite, auf der man Kontakte suchen und filtern kann, sehr viel einfacher geworden. Es ist jetzt auch möglich, jemanden aus der Kontaktliste per drag-and-drop einzuladen. Ausserdem enthält jedes Gruppenchat-Fenster jetzt eine aktualisierte Teilnehmerliste, die einige Anzeigefehler aus der Vergangenheit behebt. Im Falle eines Fehlers (Chat zerstört, Dienst weg) bietet Gajim nun an, einen fehlerhaften Gruppenchat dauerhaft zu entfernen. In früheren Versionen war es nicht offensichtlich, wie man einen neuen Gruppen-Chat erstellt. Jetzt bietet Gajim ein neues Fenster zum Erstellen eines Gruppenchats, das über 'Gajim' > 'Gruppenchat erstellen' aufgerufen werden kann.

Netzwerk-Verbindung

Das Neuschreiben des Codes für die Netzwerkverbindung war in den letzten Monaten eine wichtige Aufgabe. Diese Änderungen ermöglichen es, Verbindungen schneller herzustellen, auch nach einem Verbindungsabbruch. In Zukunft wird Gajims in der Lage sein, die Proxy-Einstellungen zu berücksichtigen, die für ein Konto angegeben wurde. Um einen Einblick in Verbindungsdetails zu erhalten, listet das Server-Info-Fenster jetzt Transportprotokoll, Transportsicherheit und Verbindungs-Proxy auf. Falls erforderlich, kann auch das Zertifikat des Servers eingesehen werden.

Assistent für die Kontoerstellung

Der Assistenten zur Kontoerstellung wurde vollständig neu geschrieben. Er enthält Server-Vorschläge, Links zum conversations.im Compliance-Tester und eine automatische Server-Vervollständigung, die bei der Registrierung eines neuen Kontos hilft. Eingabefehler werden markiert, ohne die Fehlerdialoge zu unterbrechen. Nicht zuletzt wurde das Datenformular-Widget (der Server liefert Eingaben für Benutzername, Passwort, Captcha usw.) erheblich verbessert. Das zugrundeliegende Assistentenfenster wird auch dazu verwendet, Benutzer durch das Entfernen von Konten und Passwortänderungen zu führen.

Quelle: https://gajim.org/post/2020-06-21-gajim-1.2.0-released/

Neues vom Dateisystem bcachefs

Mo, 22. Juni 2020, Stefan Krüger

bcachefs ist ein Copy-on-Write (COW)-Dateisystem für Linux-basierte Betriebssysteme. Sein Hauptentwickler Kent Overstreet kündigte es erstmals 2015 an, und es wird derzeit daran gearbeitet, es in den Mainline-Linux-Kernel aufzunehmen. Es soll mit den modernen Funktionen von ZFS oder btrfs und der Geschwindigkeit und Leistung von ext4 oder XFS konkurrieren.

Der Entwickler von bcache und bcachefs, Kent Overstreet, hat sich nach einiger Zeit wieder zu Wort gemeldet und ein Status-Update zu bcachefs gegeben. Es gab einige Änderungen an den B-Trees, dem Journaling und deren Zusammenarbeit. Auch das Caching-Verhalten wurde angepasst uns es müssen nicht mehr die Metadaten gescannt werden wenn der PC nicht ordentlich heruntergefahren wurde. All die Änderungen sollten der Performance und Rechnerausfälle zugute kommen. Da RAID1 (replicats=2) schon funktioniert, ist der nächste Step: erasure coding aka Raid5/6.

Es ist jede/r nach wie vor herzlich eingeladen das Projekt zu unterstützen, entweder durch Testen oder aber durch Spenden.

Quellen:
https://www.patreon.com/posts/status-update-38382561
https://bcachefs.org

Vulkan Unterstützung für ältere Raspberry Pi Modelle

Mo, 22. Juni 2020, Lioh Möller

Bereits seit einiger Zeit wird an einer offiziellen Vulkan-Unterstütung für den Raspberry Pi 4 gearbeitet, doch ältere Modelle blieben bisher aussen vor. Dem hat sich der Nvidia-Entwickler Martin Thomas angenommen. Bereits seit mehr als zwei Jahren programmiert er in seiner Freizeit an einer entsprechenden Implementierung und konnte nun die ersten Ergebnisse präsentieren. Da die Implementierung nicht dem offiziellen Khronos Standard folgt gilt er als inoffiziell und trägt den Namen RPi-VK-Driver. Laut Martin Thomas versucht er sich allerdings möglichst an den Standards zu orientieren. Im Vergleich zu OpenGL bietet Vulkan einen deutlichen Geschwindigkeitsgewinn und bietet ein präzises und verlässliches Speichermanagement sowie eine Multi-Threaded-Befehlsübergabe. Multisample anti-aliasing (MSAA) wird ebenfalls unterstützt. In einem Twitter-Post konnte der Entwickler Quake auf einem Raspberry Pi 3B+ mit 100+ FPS präsentieren. Dies ist nur dank des neuen Treibers möglich. Eine Installation ist mit Hilfe der mitgelieferten Scripte in wenigen Schritten möglich und wird in den Release-Hinweisen erklärt.

Quelle: https://github.com/Yours3lf/rpi-vk-driver/releases/tag/v1.0
Bildquelle: Khronos. “Vulkan und das Vulkan Logo sind eingetragene Warenzeichen der the Khronos Group Inc.”

Raspberry Pi Desktop Kurztest

Mo, 22. Juni 2020, Lioh Möller

Bereits im Jahre 2016 gab es erste Ansätze den Raspberry Pi PIXEL Desktop auf für x86-PCs zur Verfügung zu stellen. Die erste Version basierte noch auf Debian Jessie und wurde bereits nach einiger Zeit nicht mehr weiter entwickelt. Mit der Debian Buster basierten Version von Raspberry Pi OS (ehemals Raspian) steht auch eine neue Version für x86 bereit. Letztere trägt den Namen Raspberry Pi Desktop. Das Betriebssystem kann entweder im Live-Modus mit oder ohne Persistenz genutzt werden oder mit Hilfe des Debian Installers auf eine Festplatte installiert werden.

Nach dem ersten Start wird man von einem Assistenten begrüsst der die Einstellung der Sprache und die Vergabe eines Passwortes ermöglicht. Daraufhin können Updates eingespielt werden. Wie auch auf dem Raspberry Pi lautet der Standard-Benutzername pi für den sudo ohne Passworteingabe konfiguriert ist. Die grafische Anmeldung erfolgt standardmässig automatisch.

Die LXDE basierte Oberfläche kommt auch auf dem Pi zum Einsatz und wirkt durch die Comic-artigen Icons etwas kindlich. Die Softwareauswahl enthält neben Chromium, LibreOffice und Gimp die vom Pi gewohnten Lern- und Entwicklungstools wie zum Beispiel Scratch. Auch die Konfigurationswerkzeuge mit denen sich zum Beispiel der Hostname vergeben lässt, sind mit an Board. Die erst kürzlich veröffentlichte Bücherregal-Applikation ist ebenfalls enthalten. Über die Anwendung Recommended Software lassen sich installierte Anwendungen entfernen und neue hinzufügen. Die Auswahl ist allerdings recht klein, so dass man zwangsläufig nach einiger Zeit zu apt auf der Kommandozeile oder dem etwas mächtigen pi-packages Tool greifen muss.

Der Raspberry Pi Desktop ist für diejenigen empfehlenswert, die ein leichtgewichtiges Debian-basiertes Betriebssystem suchen, welches sich auch im Live-Modus dank der Persistenz-Funktion gut nutzen lässt. Die Softwareauswahl ist wie vom Rapsberry Pi gewohnt eher minimalistisch, erlaubt aber eine einfache Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Das Betriebssystem steht bisher nur für x86 und nicht für x86_64 zur Verfügung. Auch auf ältere Computer läuft es flüssig und bietet ausreichend Komfort.

Quelle: https://www.raspberrypi.org/downloads/raspberry-pi-desktop/

Konvergenz mit dem PinePhone

Mo, 22. Juni 2020, Lioh Möller

Echte Konvergenz war bereits lange Zeit der Traum vieler Anwender von Freier Software auf Mobiltelefonen. Mit Ubuntu Touch standen erste vielversprechende Ansätze zur Verfügung, doch durch den überraschende Rückzug von Canonical aus der Entwicklung rückte die Idee wieder in weite Ferne. Mit Konvergenz lässt sich ein Mobiltelefon auch als normaler Arbeitsplatzrechner oder als Media-Center an einem TV betreiben. Dazu ist es notwendig, dass alle Bedienelemente entsprechend skalieren. Der postmarketOS-Entwickler Martijn Braam hat nun in einem YouTube Video erste Erfolge mit dem postmarketOS und der Desktopoberfläche Phosh präsentieren können.  Dazu hat er das PinePhone mit einem externen USB-C-Adapter verbunden und an diesen einen HDMI-Monitor sowie Maus und Tastatur angeschlossen.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=yBeza4UNOm8

OpenBSD implementiert WireGuard in den Kernel

Mo, 22. Juni 2020, Lioh Möller

Die beliebte VPN-Lösung WireGuard fand schon vor einiger Zeit Einzug in den Linux-Kernel. Nun zieht OpenBSD nach und plant eine entsprechende Implementierung für die kommende Version 6.8 des Betriebssystems. Umgesetzt wurde es von den Wireguard-Entwickler Jason A. Donenfeld und Matt Dunwoodie, die nach eigenen Aussagen schon längere Zeit daran gearbeitet haben. Neben der Implementierung in den Kernel stehen auch entsprechende Userland Tools zur Verfügung. Jason A. Donenfeld hat die Zusammenarbeit mit dem OpenBSD-Projekt als sehr angenehm und konstruktiv bezeichnet.

Quelle: https://lists.zx2c4.com/pipermail/wireguard/2020-June/005588.html